Zitat des Tages

November 20, 2009

Auch Quellen und Brunnen versiegen, wenn man zu oft und zu viel aus ihnen schöpft.“

Demosthenes

 

                                             @Ramon Schack

Heruntergekommen, abgetakelt, modrig und morbid erschien mir New Orleans,  bei meiner Ankunft, damals im Sommer 1993.

Es war nur ein Zwischenstopp, nach einer ausgedehnten Reise durch Nordamerika, von Montreal bis nach Mexico-City, entlang der kalifornischen Westküste, quer durch die Wüste, bis ins Mississippi-Delta- nach New Orleans. Ein letzte Auszeit, bevor ich mich für einige Monate in New York City niederlassen sollte.    

Man hatte uns gewarnt, vor dem „Deep-South“, dem tiefen Süden der Staaten, drüben in San Francisco, in L.A, im „Traumland Kalifornien“. Dort sei es so wie  im deutschen Osten, total rückständig.

In der Tat schien die erste Begegnung mit einem Einheimischen alle Klischees zu bestätigen.“Oh Germany-I hate Jews-I love Hitler“, brüllte ein Redneck erfreut, nachdem wir ihm  seine Frage,“ where you from?“;wahrheitsgemäß beantwortet hatten.   

Es sollte dann noch einige Tage andauern, bis wir uns erfreuen konnten, an dem einzigartigen, etwas versumpften, Charme dieser unerhörten Stadt.

Ja, New Orleans war damals wirklich noch die Kurtisane unter den US-Metropolen, wie es William Faukner einmal ausgedrück hatte. Die Wiege des Jazz, Geburtsort von weltbekannten Künstlern wie Louis Armstrong und Truman Capote, ein spezieller Bevölkerungsmix aus Afro-Amerikanern, Franzosen, altenglischem Geldadel, verarmten Großgrundbesitzern, unter schwühlheißen, fast schon karibisch-tropisch anmutenden, klimatischen Rahmenbedingungen.  

Nachts streiften wir durch die Blues-, Jazz- und Soulkneipen der Bourbon-Street, berauschten uns an den akkustischen Signalen dieses musikalischen Mekkas, sowie dem gastronomischen Highlights der örtlichen Cajun-Cuisine.

Draußen, auf den Straßen, präsentertierten  sich die Huren  in -für nordamerikanische Verhältnisse-ungewohnt freizügigen Posen. Jenseits der Hauptstraßen herrschte wie eh und jeh, besonders nach Einbruch der Dunkelheit , Mord und Totschlag, der alltägliche Überlebenskampf großer Bevölkerungsgruppen, seit Generationen abgehängt, von den Verheißungen des American Way Of Live.    

Der Untergang des alten Südstaaten-Geldadels und der gleichzeitige Aufstieg der durch Einwanderer geprägten Supermacht, wie sie die Nordstaaten der USA verkörperten, erschien mir damals allgegenwärtig, aber noch unentschieden. New Orleans empfand ich als eine Art Sonderzone, eine feuchtheiße Oase, eine Lebensstil-Enklave, inmitten der von permanenter Mobilität, fieberhafter Dynamik und immer neuen Einwanderungswellen geprägten US-Gesellschaft.

Tennessee Williams  hatte dieses Phänomem seinerzeit ja eindrucksvoll dargestellt, in seinem weltberühmten Drama „ENDSTATION SEHNSUCHT/A STREETCAR NAMED DESIRE . Bitte den Link anklicken:http://de.youtube.com/watch?v=o_lToyPAUyE&feature=related

Eines Tages, es war wohl kurz vor der Abreise, lernten wir dort Al Bano und Romina Power kennen, die ihre in New Orleans ansässige Tochter besuchten.

 Gemeinsam zogen wir um die Häuser, wurden dicke Freunde, zumindest für diese eine Nacht.    

Once. When I was younger/Romina and Ramon von Ihnen.

FOTO:Ramon Schack und Romina Power/Sommer 1993/New Orleans/Louisiana/USA ALL Rights Reserved.

Besonders mit Romina, der Tochter des Hollywood-Superstars Tyron Power, verstand ich mich ausgesprochen gut.

Foto:Tyrone Power, Vater von Romina Power:  http://de.wikipedia.org/wiki/Tyrone_Power

Ich berichte es hier ja nur ungern, aber Al Bano wurde an diesem Abend etwas eifersüchtig. Ein Glas flog irgendwo, irgendwie, irgendwann gegen eine Wand. Schwamm drüber, wir lachten sehr viel in dieser Nacht ,wir hatten Spaß. 

Monate später, ich lebte schon ein halbes Jahr in Manhattan, wahrscheinlich hatte ich diesen Abend in New Orleans kurzzeitig vergessen, sah ich ein Foto von Al Bano und Romina Power in der New York Times, aufgenommen in New Orlens. An diesem Tag war die Tochter der beiden musikalischen Stars eben dort spurlos verschwunden. Bis heute, 14 Jahre später, ist sie nie wieder aufgetaucht. http://de.wikipedia.org/wiki/Ylenia_Carrisi

Knapp 5 Jahren, nachdem Hurrican Kathrina New Orleans verwüstete, gibt ein US-Gericht der Armee Mitschuld an der Katastrophe: Lesebefehl:  http://www.handelsblatt.com/politik/international/hurrikan-katrina-gericht-gibt-us-armee-schuld-an-ueberflutungen;2486614

Fast prophetisch erscheinen mir heute die Worte von William Faulkner:„New Orleans … eine Kurtisane, deren Reiz der Gereifte mächtig verspürt, deren Zauber der Junge unfehlbar erliegt. Und wer immer ihr treulos wird, und die Jungfrau sucht, mit dem Haar weder recht Braun noch recht Gold, und der bleichen und eisigen Brust, an der noch kein Liebender dahinstarb, kehrt zurück, wenn sie lächelt über’m matten Flügelschlag ihres Fächers …

New Orleans/Klage um eine Kurtisane“ 

                            @Ramon Schack

 

Janis Joplin war eine der Symbolfiguren der Hippiebewegung.

 Neben Jimi Hendrix und Jim Morrison prägte sie den Lebensstil, der von Sex, Drugs&Rock´n Roll gekennzeichnet war.Live fast, love hard, die young, nach diesem Motte schien sich auch die Existenz dieser begnadeten Musikerin zu orientieren.  Aufgrund ihres frühen Todes wird sie wie andere einflussreiche Musiker zum Klub 27 gezählt.

Die vergebliche Suche nach der wahren Liebe, Zuneigung und Geborgenheit ließ sie zuweilen in depressive Phasen fallen, welche sie durch Heroin, Kokain und Alkohol zu verdrängen suchte. Durch diese innere Zerrissenheit der Gefühle und ihre Schwierigkeiten, enge menschliche Kontakte aufzubauen, lässt sich ihre Musik verstehen, die gleichzeitig Stolz und Verzweiflung (All is Loneliness) ausdrückt. Bitte den Link : http://www.youtube.com/watch?v=ju9yFA1S7K8&feature=related

Im Juni 1970 war Janis Joplin Gast in der legendären Dick Cavett-Show, der Mutter aller Talk-Shows weltweit.In dem Gespräch mit Cavett ließ Joplin Witz, Intelligenz und Tiefsinn erahnen. Diese Live-Sendung wurde am 25. Juni 1970 ausgestrahlt. Zu diesem Zeitpunkt waren die Tage von Janis Joplin schon gezählt. Nur wenige Monate später, am 4. Oktober 1970, wurde sie tot in einem Hotelzimmer in Los Angeles aufgefunden.Nach offiziellen Angaben starb sie an einer Überdosis Heroin.Janis Joplin  wurde nur 27 Jahre alt.

Die Dick Cavett-Show vom 25 Juni 1970:

 

janis joplin interview

„Die Welt hat im Moment weder Kopf noch Mittel, um sich zu retten.“

Stanislaw Lem

 

Curtis Mayfield / Move On Up

                                                           @Ramon Schack

Mit dem Rückzug von der Linken-Fraktionsspitze im Bundestag hatte Lafontaine in Berlin und Saarbrücken Anfang Oktober für einen politischen Paukenschlag gesorgt.

Rund Zehn Jahre nach seinem plötzlichen Rücktritt als SPD-Chef und Finanzminister überraschte er auch die Linkspartei mit dem Verzicht auf eine erneute Kandidatur. Sein bisheriger Co-Fraktionschef Gregor Gysi wurde zum alleinigen Vorsitzenden gewählt.

Mit Lafontaine und Gysi als Spitzenkandidaten hatte die Linke bei der Bundestagswahl Ende September mit 11,9 Prozent ein Rekordergebnis eingefahren.

Wie nun bekannt wurde, muss sich Lafontaine wegen einer Krebserkrankung zumindest vorübergehend aus der Politik zurückziehen. Er wird sich nach eigenen Angaben an diesem Donnerstag einer seit längerem geplanten Operation unterziehen.

Diese Nachricht sorgte für Unruhe innerhalb der Partei, die neben ihren Gallionsfiguren Lafontaine und Gysi über eine dünne Personaldecke verfügt.

 Gerade im Westen wären die chaotischen, oftmals von ultralinken Elementen unterwanderten, Landesverbände ohne Lafontaine zum Untergang verurteilt.

 Während die Südwest-Linke erklärte, Lafontaine sei derzeit „unverzichtbar“ für die Linke, waren aus Thüringen andere Töne zu hören. So äußerte  der Thüringer Linken-Fraktionsvorsitzenden Bodo Ramelow seine Partei muss sich gezielt auf die Zeit nach Oskar Lafontaine vorbereiten, unabhängig von der Krebserkrankung des Parteichefs.

„Es muss sowieso ohne Lafontaine gehen. Das hat nichts mit seiner Krebsoperation zu tun“, sagte Ramelow der „Leipziger Volkszeitung“ vom. „Bei einem Lebensalter von 66 Richtung 67 bei Lafontaine muss man sich als Partei auf den Wechsel vorbereiten.“

Sachlich war diese Aussage zweifellos richtig, doch der Zeitpunkt der Äußerung ließ erahnen, wie tief das Zerwürfnis zwischen Ramelow und der Parteiführung sein muss, nachdem dieser versucht hatte, in Thüringen um fast jeden Preis eine Regierungsbeteiligung zu erzielen.
Die Linke in der Lafontaine-Falle:

Im Moment finde ich viel mehr intelligente Gesprächspartner bei den Amerikanern- als bei den Europäern!“

Peter Scholl-Latour in einem Gespräch mit Ramon Schack  

                          @Ramon Schack

風 Schnell wie der Wind
林 Still wie der Wald
火 Besiegen wie das Feuer
山 Beständig wie ein Berg
       Sunzi  Kunst des Krieges

Nach dem chinesischen Kalender befinden wir uns in dem Jahr des Büffels. 

 

Wohl wissend, dass  der europäische und ostasiatische Kalender zeitlich nicht ganz übereinstimmen , möchte ich mit diesem Hinweis einem Kulturkreis huldigen, dem im Zuge der unvermeidlichen  Globalisierung eine dramatische Bedeutung zukommt. http://www.chinakalender.de/bueffel-rind.html

Wird dieses 21. Jahrhundert ein “Chinesisches Jahrhundert” sein. Wird China unserer Epoche seinen Stempel aufdrücken, gar einzelne Kontinente kolonisieren?

Am Beispiels Chinas offenbart sich mit betrüblicher Deutlichkeit, in welchem Ausmaß den Europäern und Amerikanern das geschichtliche Bewußtsein abhanden gekommen ist. Die Fehldiagnose des Politologen Fukuyama vom „End of History“ war auf allzu fruchtbaren Boden gefallen. So begegnet die westliche Welt dem phänomenalen Aufstieg Chinas in den Rang der zweiten Weltmacht mit einem Gemisch aus Arroganz und Mißgunst. Die explosive Dynamik Chinas erzeugt wachsende Furcht, ja die Ahnung des eigenen Rückfalls in unerträgliche Mittelmäßigkeit. 

Die an Sinophobie grenzende Abneigung, die immer wieder in der deutschen Berichterstattung  über China zu erkennen ist, hängt wohl auch damit zusammen.  

Während seines Besuches in Peking bekam der US-Präsident die wachsende Macht, bzw. das gestiegene Selbstbewußtsein Chinas zu spüren: Lesebefehl:http://www.handelsblatt.com/politik/international/keine-spur-von-harmonie-eisige-atmosphaere-zwischen-obama-und-hu;2485128

Man mag drei- oder viertausend Menschen gekannt haben, man spricht immer nur von sechs oder sieben.“

Elias Canetti

i

 

Fire Island – Shout To The Top – Loleatta Holloway

                                 @Ramon Schack

Dr. Fritz Goergen gilt als ein intimer Kenner der FDP. 2000 wurde er zum wichtigsten Wahlkampfhelfer des nordrhein-westfälischen Landesfürsten Jürgen Möllemann und entwickelte jenes Rezept, das bei den Landtagswahlen im Januar 2000 den Stimmenanteil der FDP von 4,0 auf 9,8 Prozent fast verdoppelte. Anschließend bekam er auch noch vom FDP-Bundesvorsitzenden Westerwelle einen Beratervertrag.

Dr. Fritz Goergen

Er ist der Erfinder des Strategiepapiers “18 Prozent”, das die FDP in bislang unerreichte Höhen der Wählergunst katapultieren sollte. Ende 2002 trat er aus der FDP aus. Nach dem Tod Möllemanns rechnete er 2004 in seinem Buch “Skandal FDP” mit der Partei ab, der er jahrzehntelang angehörte. Angesichts des jüngsten Wahlerfolges der FDP bei der Bundestagswahl, der Nominierung von Guido Westerwelle zum Außenminister, habe ich mit Dr. Fritz Goergen ein Interview geführt: Lesebefehl:http://www.fassette.com/im-interview-dr-fritz-goergen/

Wer nach allen Seiten immer nur lächelt, bekommt nichts als Falten im Gesicht.“

Arakceev, Aleksei Andreevic

 

Do Me Again- First Choice