Die Augen der politischen Welt sind dieser Tage auf Bukarest gerichtet.
In der rumänischen Hauptstadt tagt aktuell der NATO-Gipfel.
Bukarest erstrahlt, die Balkan-Metropole wird wieder ihrem alten Ruf, als Paris des Ostens, gerecht.

Foto:Bukarest/Rumänien
Der Gipfel wird von dem Konflikt , über die Aufnahme der Ukraine und Georgiens, überschattet.
Ein Graben hat sich aufgetan.
Bei dieser Veranstaltung, des größten Militärbündnisses der Welt, handelt es sich um einen der letzten großen Auftritte von George W. Bush.
Der mächtigste Mann der Welt absolviert seinen Abschiedsbesuch bei den NATO-Partnern, sein letztes großes Gipfeltreffen in Europa.
Dem US-Präsidenten geht es dabei nicht nur um sein transatlantisches Vermächtnis, um das Kapitel-NATO in den sicherlich zahlreichen Einträgen, die er in den Geschichtsbüchern hinterlassen wird.Einträge , die wahrscheinlich anders klingen werden, als er sich erhoffen dürfte.
Bush´s letztes Gefecht, bei der angeblich revolutionären Verbreitung von Demokratie, Marktwirtschaft und Freiheit, schlägt auf die Gemüter der anwesenden 26 Staats-und Regierungschefs.
Bush möchte die Ukraine und Georgien in die NATO führen, am liebsten als Vollmitglieder, zumindest aber in das Beittrittsprogramm, den sogenannten (MAP)”Membership Action Plan”.
Die meisten osteuropäischen NATO-Mitglieder sind dafür, ebenso Kanada, die Heimat einer der größten ukrainischen Diasporas.
Die Westeuropäischen Staten sind dagegen, Großbritannien hält sich zurück.
Georgien und die Ukraine haben gute Gründe sich unter NATO-Schutz zu begeben.Die revanchistischen Tendenzen Moskaus, in der jüngsten Vergangenheit, die gerade gegenüber Georgien auch rassistische Töne beinhalteten, einhergehend mit ökonomischen Knebelsanktionen seitens der Russen, verstärkten die Tendenz in Richtung NATO.
Um westliche Musterdemokratien handelt es sich , trotz aller Fortschritte, bei beiden Staaten nicht.
Die sog. Rosenrevolutionen, von Washington eifrig unterstützt, sind schnell verwelkt.
In der Ukraine sind laut Umfragen 70 % der Bevölkerung gegen eine NATO-Mitgliedschaft, beonders im russophonen Osten .
Ferner sei die Frage erlaubt. Wieso wird gegenüber Russland, ohne irgendwelche diplomatischen Gegenleistungen, eine überholte Kalte Krieg-Rethorik angestimmt?
Russland betrachtet die Nachfolgestaaten der UdSSR als sein “Nahes Ausland”. Die expansive Osterweiterung, des Nordatlantischen Verteidigungsbündnisses, wird nicht nur von der Volksrepublik China kritisch beäugt. In Moskau schrillen die Alarmglocken.
Man stelle sich bitte einmal vor. Die Russen würden Truppen und Waffen in Kuba, Nikaragua und Venezuela stationieren, also im “Hinterhof der USA”, vor den Toren Floridas.
Knapp 20 Jahre nach dem Ende des Ost-West-Konfliktes, der Überwindung der Bipolarität, ist es an der Zeit Moskau eine Tür zum Westen zu öffnen, ohne dabei auf Kritik an Menschenrechtsverletzungen zu verzichten, aber auch ohne das stolze Russland zu demütigen.
Andernfalls treibt man Moskau weiter in die Arme Pekings, andernfalls würde auch der großrussische Nationalismus wieder zum Leben erweckt.
Die NATO tagt dieser Tage in einem bizarren Gebäudekomplex. Es handelt sich um den Palast Ceaucescus, des Nationalbolschewistischen Diktaturs Rumäniens, der sich zum Ende seiner Terrorherrschaft gerne mit Zepter und Reichsapfel ,wie ein mittelalterlicher König, präsentierte.

http://einestages.spiegel.de/external/ShowAuthorAlbumBackground/a1707/l0/l0/F.html#featuredEntry
Vor diesem Palast begann im Dezember 1989 der Aufstand gegen diesen kommunistischen Dracula, der sein Volk wie ein blutrünstiger Vampir aussaugte.
Bitte den Link anklicken:
http://youtube.com/watch?v=YEZHZHNByCs
http://de.wikipedia.org/wiki/Nicolae_Ceau%C5%9Fescu
Dieser geschichtsträchtige Ort eignet sich gut ,über die Vergänglichkeit von Imperien , über den unerbittlichen Aufstieg und Fall großer Mächte und Ideologien, nachzudenken.
Vielleicht findet George W. Bush dort einmal Zeit dafür . Es wäre ihm zu wünschen. Es wäre auch uns zu wünschen.
Revolutia 1989








