60 Jahre Israel/Foto des Tages/Song des Tages
Mai 8, 2008

Foto:Tel Aviv/WWW.Ramon-Schack.de
Nein, das heutige “Foto des Tages” ist nicht aktuell .Eher schon alt, 9 Jahre um genau zu sein.
Die drei jungen Damen absolvierten gerade ihren Militärdienst.Wir hatten uns einige Tage zuvor kennengelernt, waren durch Tel Aviv, den Frühlingshügel, gestreift, besuchten Bars und Cafes, natürlich Banana Beach.
Ich mag dieses Foto, es symbolisiert vieles was ich an Israel schätze und liebe.
Zum Beispiel ethnische Vielfalt. Israel ist eines der größten Einwanderungsländer der Welt.
Seit der Staatsgründung, vor 60 Jahren, sind mehr als 3 Millionen Menschen eingewandert.
Über 1 Millionen kamen alleine nach 1990, nach dem Untergang der Sowjetunion.
Die junge Dame ganz links ist tunesischer und rumänischer Herkunft. Die Eltern der Soldatin -in der Mitte- stammen aus dem Iran. Die junge Frau ganz rechts ist die Enkeltochter von Holokaustüberlebenden aus Berlin.
Die Vorfahren dieser Frauen stammen aus den unterschiedlichsten Kulturen und unterhielten sich in den vielfältigsten Muttersprachen. Duch das LAW of RETURN, das sogenannte Rückkehrgesetz, welches jedem Menschen auf der Welt, dessen Mutter Jüdin war oder ist, unabhängig von der eigenen Religionszugehörigkeit, die Einwanderung nach Israel ermöglicht, die sogenannte Aliya(hebräisch für Aufstieg), entstand das israelische Volk.
Ein jüdisches Volk hat es niemals gegeben, ebensowenig wie ein muslimisches oder christliches Volk.
Später, auch um das demographische Kontingent der potentiellen Neueinwanderer zu erhöhen, wurde dieses Gesetz erweitert. Die Grandchild-Clause wurde installiert, wonach auch eine jüdische Großmutter zur Einwanderung berechtigt.
Dadurch ist in den letzten 60 Jahren einer der modernsten dynamischen Gesellschaften der Erde entstanden.

Foto:TEL AVIV:WWW.Ramon-Schack.de
Die Einwanderer kamen und kommen aus Marokko, Tunesien, dem Irak und Jemen, Deutschland, Polen , Frankreich, Indien ,der Ukraine, Äthiopien, um nur einige Beispiele zu nennen.
In Israel findet man alle Hautfarben, fast jeden genetischen Typus. Die permanente Verschmelzung und Vermischung hat eine angenehme Hybridität erzeugt.
Die Jugend von Tel Aviv zählt man zu einer der schönsten der Welt.
Israel ist in aller Munde, dominiert die Nachrichten und Berichterstattung.Selten wird dabei über das Wesentliche berichtet. Das Land wird gehasst und geliebt, ist bedroht.
Unter den ungünstigsten Startbedingungen, immer im Schatten der drohenden Auslöschung, entstand in den letzten Jahrzehnten an den heißen Küsten der Levante , bei allen Fehlern, eine plurale Demokratie westlicher Prägung, eine Hightech-Nation, eine anarchische, turbulente Gesellschaft die nicht zur Ruhe kommt.
Ein Staat mit der höchsten Akademikerdichte der Welt, mit einem Pro-Kopf-Einkommen und Lebensstandart,der höher liegt als in manchem EU-Staat.
20 % der Israelis sind Palästinenser, drei arabische Parteien sitzen in der Knesset, dem israelischem Parlament.
Aus eigener Anschauung möchte ich betonen, ich habe nirgendwo freiere und wohlhabendere Palästinenser gesehen, als in Israel. Nicht in Jordanien, nicht im Libanon, erst recht nicht in Syrien.Bei allen bestehenden, in den letzten Jahren wieder gewachsenen, Unterschieden zur jüdischen Bevölkerungsmehrheit.
Israel kenne ich wie meine Westentasche. Von Rosh Ha Nikra, an der libanesischen Grenze, bis nach Eilat, am Roten Meer.
Mit dieser -noch jungen- Nation bin ich stark verbunden.
Meine Zuneigung hat mich allerdings niemals blind oder taub gemacht, für die Fehler und Schwächen Israels.
Es stünde auch in keiner israelischen Tradition, darüber nicht zu diskutieren, zu streiten, bzw. zu verzweifeln.
Israel hat wenige Freunde, viele Feinde und auch falsche Freunde.
Man braucht sich ja nur einmal zu vergegenwärtigen, welche verworfenen Personenkreise,in bestimmten deutschsprachigen Blogs, israelische Symbole mißbrauchen um ihre trüben faschistoklerikalen Ansichten zu verdecken.
Ansichten, die einen blinden Hass predigen, der sich aus der gleichen trüben Quelle , aus der gleichen unseligen Tradition der deutschen Romantik speist, wie der irrationale Hass der Eltern und Großeltern , dieser überalterten Tierärzte, dümmlichen Sportlehrer und bigotten Christenmenschen, auf Juden, Moderne, Veränderung, Liberalismus.
5 Kriege hat Israel in den letzten Jahren führen müssen. Der nächste steht schon vor der Tür.
Keine andere westliche Gesellschaft hat in den letzten Jahrzehnten einen höheren Blutzoll -durch Terror und Krieg-zahlen müssen.

Israel hat sich aus dem Südlibanon zurückgezogen und dem Gaza-Streifen. Gedankt wurde es nicht, im Gegenteil.
Da mögen sich gewisse Friedensfreunde im Westen, die permanent den moralischen Zeigefinger heben, gerne entrüsten.
Wenn Deutschland eine ähnliche Terrorwelle erlebt hätte, wie Israel in den letzten Jahren, hätten wir schon wieder einen Führer.
Wie schaut die Gegenwart Israel aus?
Die Bilanz ist gemischt. Israel ist mit einer inkompetenten politischen Klasse geplagt. Damit steht dieser Staat ja nicht alleine in der westlichen Welt.Das Land lebt immer noch ,wie ein schwerbewaffneter Club Med, inmitten eines Krisengebietes.Der Mythos von der Unbesiegbarkeit hat schweren Schaden genommen. Besonders seit dem Krieg 2006.
Wie schaut es zukünftig aus?
Die Hoffnung -auf eine “sichere Heimstätte”- hat sich bis heute nur sehr bedingt erfüllt. Israels Schicksal bleibt es weiterhin, wie der biblische Daniel in der Löwengrube, inmitten von Feinden leben zu müssen.
In den nächsten Tagen werde ich einige Blog-Beiträge zum Thema verfassen.
Heute möchte ich gratulieren: Herzlichen Glückwunsch Israel !

Anbei eine moderne Version der Hatikvwa, dem Lied der Hoffnung, der Nationalhymne Israels.
The Hope ( www.hatikva.us )





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