Könnten Sie den Unterschied zwischen der positiven und der negativen Freiheit erklären?” Diese Frage stellte in Oxford der iranische Philosoph Ramin Jahanbegloo dem britischen Philosophen Isaiah Berlin.

Berlin antwortete;Die negative Freiheit ist jene, in der man meint, der Tiger und das Lamm besäßen das gleiche Recht auf Freiheit und man könne nichts daran ändern, daß der Tiger das Lamm frißt. Die negative Freiheit muß eingeschränkt werden, wenn es eine positive Freiheit geben soll.Zwischen diesen beiden muß ein Gleichgewicht herrschen, für das es jedoch keine präzisen Regeln gibt.” 


Die Stadt Köln erlebt dieser Tage einen Karneval der besonderen Art, außerhalb der sog. „Fünften Jahreszeit“.

Statt einer heiteren Grundstimmung, einer ausgelassenen, jecken, Atmosphäre, dominieren nun grießgrämige Gesichtszüge, herabhängende Mundwinkel, flackernde Augenlider. Die Gäste dieses Karnevals tragen auch keine Kostüme, Karikaturen kan man auch nicht karikieren, sondern Schilder.  

Diverse Gruppierungen, rechtspopulistischer, nationalkonservativer und rechtsradikaler Provinienz, treffen sich dort zu dem sogenannten „Anti-Islamisierungskongress“.
Gastgeber ist die Partei Pro-Köln, einst aus der völkischen Deutschen Liga für Volk und Heimat hervorgegangen, inzwischen in Fraktionstärke im Kölner Stadtrat vertreten, angereichert durch „Besorgte Bürger“ und diverse andere Restbestände eines verwirrten, entwurzelten Elektorates.

Unterdessen hat sich die berüchtigte Website PI zu einer Art Werbemedium für Pro-Köln entwickelt. Da wächst zusammen was zusammengehört.

http://www.pi-news.net/2008/09/im-gespraech-joerg-uckermann/

Neben ideologischen Schnittmengen, haben beide Gruppierungen mit dem Verfassungsschutz zu tun. Pro Köln wird von dem Verfassungsschutz in NRW beobachtet, PI gilt als vermeintlich verfassungsfeindlich.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,556292,00.html

Ich selbst habe mich ja vor einigen Monaten, im Deutschen Bundestag, mit dem MdB SPD Sebastian Edathy, über die Aktivitäten von PI unterhalten.

Foto:Deutscher Bundestag:Ramon Schack im Gespräch mit dem MdB Sebastian Edathy, dem Vorsitzenden des Bundestagsinnenausschusses. All Rights Reserved.

Pi ein Fall für den Verfassungsschutz?Das kann man begrüßen, man kann es auch ablehnen. Es bleibt ein Faktum.

Diese Entwicklung kommt für mich allerdings nicht überraschend.

In den vergangenen 12 Monaten hatte ich persönlich reichlich Gelegenheit, mich über die politische Kompetenz, die moralische Integrität und die Aufrichtigkeit von Stefan Herre, seinen Mitstreitern,bzw. von einigen seiner Leser, zu überzeugen. Verleumdungen und Morddrohungen inklusive. 

Insbesondere nach dem Erscheinen meines Artikels- über PI- in der Netzeitung. http://www.netzeitung.de/internet/753911.html

Nun, in der Angelegenheit ist das letzte Wort noch lange nicht gesprochen. Im Gegenteil!!

In diesem Zusammenhang erinnere ich mich gerne an die Worte von Jens v. Wichtingen, dem ehemaligen PI-Mitarbeiter:http://ramonschack.wordpress.com/2007/11/05/politically-incorrectjens-von-wichtingen-steigt-ausein-gastbeitrag/ 

Man sollte diese Gruppierungen weiterhin intensiv beobachten, in naher Zukunft bricht dieses Kartenhaus sowieso zusammen, dem erwähnten Kongress, diesem Karneval der ewiggestrigen Knallköpfe,  aber nicht zu viel Aufmerksamkeit zuwenden.

Viel interessanter erscheint mir die Erklärung von Ralph Giordano:http://hpd.de/node/5304

 Ach übrigens, dieser Text wurde auch auf PI abgedruckt, mit dem Hinweis:“So haben wir uns entschlossen, der über seinen Verlag geäußerten Bitte zur Veröffentlichung des folgenden Textes ebenfalls nachzukommen …“.

Ich konnte mir es ehrlich gesagt nicht vorstellen. Das renomierte Verlagshaus Kiepenheuer und Witsch bittet eine vermeintlich verfassungsfeindliche Website, in deren Kommentarbereich zur „Endlösung der Moslemfrage aufgerufen wird“ und ähnliches, um die Veröffentlichung von Texten?

Ich führte daraufhin zwei Telefongespräche. Mit Ralph Giordano und mit der Pressestelle des Verlages. Ralph Giordano erhält dieser Tage einen Brief von mir.“Für E-Mails bin ich zu alt!“, sagte mir der Autor der Bertinis lachend. In diesem Brief werde ich Herrn Giordano ausührlich und detailliert meine Erfahrungen mit PI und mit Stefan Herre erläutern.

Der Cheflektor des Verlagshauses  schrieb mir in einer Mail, als Antwort auf meine Nachfrage, bezüglich der angeblichen Bitte an PI:“In Wahrheit haben wir PI – wie einer ganzen Reihe anderer Medien – auf die Bitte unseres Autors Ralph Giordano hin lediglich dessen Erklärung zur „Anti-Islamisierungskonferenz“ zugeschickt. „

Na ja, mit der Wahrheit nimmt man es bei PI halt nicht so genau.

Fast bin ich mir sicher, zukünftig wird man dort, gerade auf Bitte von Ralph Giordano, PI aus dem Verteiler entfernen.

Zitat des Tages

September 18, 2008

„Je mehr man sich vergißt,
desto besser erinnern sich die anderen…“

aus Japan

Das -neue-Zeitalter der Angst!

September 18, 2008

Gestern besuchte ich die Ausstellung „Bilder gegen Nationalsozialismus und Terror„, die Werke von Arthur Szyk, im Deutschen Historischen Museum zu Berlin.http://www.dhm.de/ausstellungen/arthur-szyk/index.html

Beim Betrachten der Werke, dieses in Deutschland nahezu unbekannten Künstlers, verspürte ich eine beklemmende Aktualität.

Szyks Karrikaturen waren seinerzeit- in der Anglosphäre- populärer als Pin-UP-Fotos. 

Szyk erlebte seinen beruflichen Höhepunkt, während des sogenannten „Zeitalters der Angst“, wie  Wystan H. Auden diese düstere Epoche  -in einem Gedicht- bezeichnete.  

Das Zeitalter der Angst, entstand aus den Trümmern der niedergegegangenen bürgerlichen Epoche, aus den Ruinen des Liberalismus, der seinen totalitären Herausforderern scheinbar nichts mehr entgegenzusetzen hatte.

Später schaute ich mir eine Kömödie an, in zwei Teilen. Die beiden Hauptdarsteller, sie kamen mir vor wie lebendige Karrikaturen, gaben sich große Mühe. Der eine Kömodiant spielte einen Journalisten, der andere einen Politiker.Um ehrlich zu sein,ich fand diese Komödie künstlerisch nicht sehr anspruchsvoll, intellektuell eher dürftig,politisch höchst zwielichtig.http://www.pi-news.net/2008/09/im-gespraech-joerg-uckermann/ Aber vielleicht orientierte man sich in diesem „Schauspielhaus“ ja auch an dem Geschmack der Masse. 

Wie immer, in Zeiten großer gesellschaftlicher Umwälzungen, in ökonomischen und politischen Krisensituationen, schlägt die Stunde der „schrecklichen Vereinfacher“, der „terribles simplificateur“, wie es die Franzosen ausdrücken würden. Menschen die sich berufen fühlen, ihre simplen Botschaften zu verkünden.Basierend auf Halbwarheiten, auf Hetze und Hinterwäldlertum, reichen diese „Propheten“, der ausgehungerten Masse, komplexe politische Sachverhalte, als kleine, leicht verdauliche, Häppchen. Dieses Phänomen ist wahrlich global und so alt wie die Menschheit.

 Der Begriff „Das Zeitalter der Angst„, wird heute auch in der FAZ erwähnt, in einem Artikel von Frank Schirrmacher:Wenn auch nicht in der Überschrift, so doch im ersten Absatz:Lesebefehl:  

http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~E29F8FCC1E6094ED1BFE07AA7222B0AC4~ATpl~Ecommon~Scontent.html

     

Warum die schlimmsten Schmerzen der Jugend unerwähnt lassen?Die Prinzen der Phantasie, die alles riskieren, um die Geliebte zu retten, wissen Bescheid:

Sie sind nicht so jung , wie sie aussehen. Jugend bedeutet;immer am Rand sein, bereit,den Persönlichen Anruf aus großer Weite entgegenzunehmen, die leise Stimme, die die Zeichen der Zukunft beschreibt.

Aus dem Nichtkennen kommt die Furcht, die wir kennen. Es ist spät.

Wird man jemals nach uns verlangen?

Sind wir ganz einfach unerwünscht?

Wystan Hugh Auden, aus:Das Zeitalter der Angst

 

 

Zitat des Tages/Song des Tages

September 17, 2008

„Wild things leave skins behind them, they leave clean skins and teeth and white bones, and these are tokens passed from one to another, so that the fugitive kind can follow their kindWilde Geschöpfe lassen Häute hinter sich zurück, sie hinterlassen saubere Häute und Zähne und weiße Knochen, und das sind Pfänder, die einer dem anderen weitergibt, damit die Ruhelosen ihren Artgenossen folgen können.

Aus dem Film „Der Mann in der Schlangenhaut

http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Mann_in_der_Schlangenhaut

Jamiroquai – corner of the earth

Foto:1937 picture by Margaret Bourke-White (MBW), created at the time of the Louisville flood.

Ist der amerikanische Traum noch zu retten?

Ein interessantes Interview mit Peter G. Peterson..  Lesebefehl:

http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~EC7ACF0AC537C41569CB3C3A582311C15~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Zitat des Tages

September 16, 2008

Die Vergangenheit entflieht nicht…
sie bleibt und verharrt bewegungslos…

Marcel Proust

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Foto:Dorothea Lange:Die Wanderarbeiterin -1936.

 Während der Weltwirtschaftskrise -der 1930er Jahre -gerieten die globalen Handelsströme in eine schwere Krise. Weltweit kam es zur massiven Verarmung des Mittelstandes, zur Verelendung ganzer Bevölkerungsschichten. Politische Systeme gerieten in eine Abwärtsspirale, der westliche Liberalismus hatte sich- in den Augen der darbenden Massen-diskreditiert.Es waren die triumphalen Jahre des Totalitarismus. Basierend auf dem Schwarzen Donnerstag von 1929, dem Crash an der Wall Street, schlitterte die Welt ins Elend.4 Jahre später kam Hitler in Deutschland an die Macht, 10 Jahre später kam es zum Ausbruch des 2. Weltkrieges. 

Das weltweite Finanzsystem durchläuft eine schwere Krise. Eine Krise, wie man sie in diesem Ausmaß nicht mehr erwartet hätte. Mit Lehman Brothers geht die drittgrößte amerikanische Investmentbank in die Knie.Merrill Lynch sucht Schutz bei der Bank of America, die weltgrößte Versicherung AIG  steht nur noch auf wackligen Beinen.

Erleben wir den Beginn eines weltweiten Domino-Effektes, oder einen Prozess der „kreativen Zerstörung“, wie es die Advokaten des Freihandels, der globalen Finanzströme, ausdrücken würden? Die Lage ist ernst, ist sie aber auch hoffnungslos?

Die Herrschaft der Wall Street ist Geschichte, liest man in der Welt: http://www.welt.de/finanzen/article2448630/Die-Herrschaft-der-Wall-Street-ist-Geschichte.html

Anbei einige ausgewählte Artikel: 

„Die Börsen beben wieder“ NZZ: http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/boersen_und_maerkte/die_boersen_beben_wieder_1.833131.html

„NIghtmare on WallStreet“, titelt der Economist

http://www.economist.com/finance/displayStory.cfm?story_id=12231236&source=features_box_main

New York Times

http://www.nytimes.com/2008/09/16/business/16paulson.html?_r=1&hp&oref=slogin

Zitat des Tages

September 15, 2008

Hass ist die Rache des Feiglings dafür, daß er eingeschüchtert ist.

George Bernard Shaw

Immer wieder kommt es in der politischen Debatte zu unschönen Nazivergleichen.

Lesebefehl:http://www.ftd.de/politik/deutschland/250907.html

In die Schlagzeilen geriet seinerzeit auch der berüchtigte Goebbels-Geißler-Vergleich, geäußert von Willy Brandt:

Legendärer Kanzlerstreit (wie die Kinder)