Internetcafé

Mai 1, 2006

In den letzten Tagen habe ich mal wieder einige Internetcafés aufgesucht.
Der Besuch einer solchen Einrichtung ist in Berlin jedesmal ein erregendes Erlebniss.
Nein, zum ruhigen Arbeiten kommt man dort nicht, sollte sich auch dieses gar nicht erst vornehmen.
Selbst das Erstellen und Beantworten einer E-Mail ist dort schon eine gewisse Herausforderung.
Kids aus bildungsfernen Elternhäusern scheinen diese Plätze erobert zu haben, zusammen mit
Päderasten, Pädophilen, politischen Extremisten und anderem Lumpenpack.
„Ey fick Dich selbst, Du Opfer!“ oder „Jude, nimm Deine Finger weg“ sind häufig aufzuschnappende Konversationsfetzen.
Jetzt aktuell trägt ein Jungmacho gerade ein anatolisches Volkslied mit zittriger Stimme vor,
während ein Discoflittchen ihren Freundinnen die neuesten Klingeltöne auf dem Handy präsentiert.
Mein Sitznachbar trägt Headphones und lauscht versonnen einer Ansprache, der auf dem Bildschirm erscheinenden Fratze des Hissbollah-Chefs, aus dem Libanon.
Nach seiner Gestik zu urteilen, geht es dabei nicht um die touristischen Schönheiten der Levante.
„Hurensohn“, „Du Nutte“ schallt es aus der hinteren Ecke der Einrichtung.“Ich hab kein Bock auf Party, ich schwörs Dir“.
„Der kulturelle Verfall vollzieht sich zehnmal stärker als der genetische“, behauptet
Konrad Lorenz in einem seiner Bücher.
Eine These, die sich während des Besuches eines berliner Internetcafés eindrucksvoll zu bestätigen scheint.

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