London is calling

Juni 28, 2006

Lieb Freunde,

ich flliege morgen nach London.
Kommenden Dienstag bin ich wieder zurück.
Ich bin so lange per E-Mail erreichbar.

Ramon Schack

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35

Juni 18, 2006

Heute ist mein 35 Geburtstag.
3,5 Jahrzehnte Leben .
Erstaunlich..!
Wieviele Lebenabschnitte schon hinter mir liegen..
Wenn ich über mein Leben nachdenke erscheint es mir , gemessen an den Startbedingungen,
wie ein Segen und ein Fluch zugleich.
Leicht war es bisher nicht.
Langweilig auch nicht.

Wenn ich heute an den pubertierenden Jüngling vor 20 Jahren zurückdenke, ist mir dieser fremd und irgendwie auch vertraut.
Was hat mich damals bewegt und beschäftigt , was hatte ich 1986, an meinem 15. Geburtstag, für Vorstellungen von der Zukunft?
Depeche Mode kommt mir in den Sinn, meine neue hellblaue Edwin Jeans, die mit dem dunkeln Streifen, mein Sommer-Surf-Kurs an der Nordsee.
Meine platonische Liebe zu Carmen, der 17-Jährigen Punkerin aus Kassel, die mir zeigte wie man auf Lunge raucht und wie Zungenküsse funktionieren.
Stress mit den Eltern, Discobesuche(Jeden Mittwoch im Juze) etc…….,
Basketall-Spieler, etc.
Der zurückliegende Schüleraustausch mit den Franzosen.
Wie ich in Schweden von der Treppe gestürtzt bin……… etc.
Wie ich die Schule gehasst habe……………..etc.
Wie ich unbedingt zur Clique gehören wollte die sich ,jede Pause, unten an der Sporthalle getroffen hat ..
Wie ich nach Frankreich durchbrennen wollte…….

Vor 10 Jahren , als 25 jähriger Student in Hamburg.
Wie ich als freier Mitarbeiter beim NDR, Redaktion Aktuelles und Zeitgeschehen gearbeitet habe….
TV-Portrait über Susann Stahnke Tagesschausprecherin..
Wie ich einen Werbespott für Fielmann gedreht habe…
Wie ich mit O.L.und C. in einer Nacht von Danzig nach Krakau gefahren bin und wir nur sehr knapp einem tödlichen Verkehrsunfall entgangen sind…
Wie optimistisch ich in die Zukunft geschaut habe…..
Wie ich immer noch unglücklich verliebt war und lange der WG mit D. hinterher getrauert habe. Wie ich mich bei MTV als VJ beworben habe……..
Wie ich J. und O. in Berlin besucht habe….
Mit wievielen Menschen von damals man heute keinen Kontakt mehr hat…..
Wie attraktiv ich war………………….
Wie naiv ich war…………

Ich werde wohl vorläufig, am Ende des Jahres, meine Zelte in Berlin abrechen.
Weder habe ich hier Wurzeln geschlagen, noch meine beruflichen und privaten
Vorstellungen umsetzen können.
Eine Rückkehr zu einem späteren Zeitpunkt ist nicht ausgeschlossen.

Anbei zwei passende Zitate von meinen literarischen Vorbildern.

„Wer nicht reist, kennt den Wert der Menschen nicht“
Ibn Battuta

„Diejenigen unter uns, die das Schreiben von Büchern auf sich nehmen, scheint man in zwei
Kategorien aufteilen zu können: die einen vergraben sich, die anderen sind unterwegs.“
Bruce Chatwin

Stadtgeflüster

Juni 7, 2006

Gestern Abend in einem schöneberger Zeitschriftenladen.
Eine exaltierte, etwas zu früh verblühte, Dame betritt das Geschäft.
„Ciao Bello“, begrüßt Sie den kurdischen Ladenbesitzer theatralisch .
„Ich brauche ein paar Flaschen Wein“, fügt Sie lautstark ,mit leicht lallender Stimme, hinzu.

„Zwei Freunde von mir sind gerade gestorben. Eine andere liegt im sterben“, ruft die Dame
quer durch das Geschäft, dem verwirrten  Kleinunternehmer zu, als benötige Sie eine Rechtfertigung für Ihren Wunsch nach Wein.

„Unfall?“, erkundigt sich der Ladenbesitzer vorsichtig.
„Nein Krebs!“, antwortet die Dame traurig, während Sie drei Flaschen Weißwein in Ihrer Tasche verstaut.

„Ciao Bello. Wir packen das alles schon!“ sagt Sie zum Abschied und verschwindet draußen im Dunkel der Nacht.

Spruch der Woche

Juni 5, 2006

Und immer sind da Spuren
und immer ist einer dagewesen,
und immer ist einer noch höher geklettert
als du es je gekonnt hast, noch viel höher.
Das darf Dich nicht entmutigen.
Klettere, steige, steige.
Aber es gibt keine Spitze.
Und es gibt keinen Neuschnee.

Kaspar Hauser
1931

S. die attraktive Dozentin an einer privaten Hochschule, schon aus anderen Einträgen bekannt,
hat mir heute einige Ihrer intimen Phantasien gestanden.

Wir saßen zusammen bei dem Griechen am Bundesplatz und gönnten uns einen Absacker.
S. wird beim Thema Griechenland leicht sentimental.
Sobald irgendwo griechische Musik erklingt, griechisches Essen gereicht wird oder eine griechische Atmosphäre herrscht, beginnen Ihre Augen zu leuchten und Ihre Stimme zu zittern.
Beim Anblick eines männlichen Exemplares der hellenistischen Rasse wird Sie umgehend von einer träumerischen Sehnsucht überfallen oder von einem fiebrigen Erregungszustand gepackt.

S. hat nach Ihrem Studium eine zeitlang auf Kreta gelebt und damals nichts anbrennen lassen.
„Ich hatte dort einmal drei Männer an einem Abend. Einen als Vorpeise, einen als Hauptgang und einen als krönendes Dessert,“ erzählte Sie während Sie an Ihrem Glas nippte.

S. , in den besten Jahren und das apollinische Ideal der“ ewigen Jugend“ verfolgend,vermisst noch heute die überschäumende Leidenschaft der Hellenen.

Bei deutschen Männern fehlt Ihr die emotionale Energie und die erotische Initiave.
„Ich mag Männer die mir ihre Zunge in den Hals stecken, die Kleider vom Leibe reißen und
mich auf der Stelle nehmen, so wie die Griechen,“ fügte Sie hinzu und schaute mir dabei
tief in die Augen.

K ´s Zivilcourage

Juni 3, 2006

K., meine gute Freundin aus Hamburg hat sich neulich in Zivilcourage geübt.
Spät Abends, nach einem ihrer zahlreichen Dates, befand sie sich in der U3 auf dem Weg nach Hause.
Ein paar jugendliche Gangster saßen mit ihr im Abteil und waren fleißig damit beschäftig die Sitze mit Hilfe eines Messers aufzuschlitzen.
Mit wachsender Wut beobachtete K. das Vergehen dieser gefallenen Jugendlichen und entschied sich schließlich ihrer staatsbürgerlichen Pflicht nachzugehen und einzuschreiten.
„Vielen Dank ihr Idioten.Wegen euch darf ich demnächst wieder höhere Ticketpreise bezahlen,“
herrschte K.die Ghettokids an.
Nach einer Schrecksekunde und einigen beschämten Blicken , ergriff der Anführer der Bande das Wort und richtete dabei das Tatwerkzeug drohend in K´s Richtung.
„Pass auf Schlampe.Ich bin Kanake ich schlitze Dich auf!“
K. verließ angesichts dieser Drohung fluchtartig das Abteil und machte sich zu Fuß auf dem Weg nach Hause.

Reise nach Riga

Juni 2, 2006

Es bleibt spannend.
Werde ich morgen meinen geplanten Trip ins Baltikum antreten, oder nicht?
Es gibt viele gute Gründe die dafür sprechen, allerdings genauso viele dagegen.
Noch ist alles offen, aber eines ist sicher, morgen um diese Zeit weiß ich mehr.