Oriana Fallaci war eine der bekanntesten und am meisten geschätzten und gefürchtetsten Journalistin der Welt.
Bewundert und respektiert, diskutiert und nicht selten auch gehasst wurde Sie Ihr Leben lang.
Ihre Arbeit und Ihre Person waren unbequem, voller Ecken und Kanten, selten versöhnlich und niemals durchschnittlich.
Subjektivität und Leidenschaft waren die Kennzeichen ihres Werkes, basierend auf dem Intellekt einer unglaublich gebildeten Frau, die Ihre Arbeit als Journalistin und Publizistin als Waffe und als Werkzeug verstand.
Als Waffe gegen jeglichen Totalitarismus deren Vertreter sie radikal entlarvte , ja nicht selten der Lächerlichkeit Preis gab.
Als Werkzeug für die Errichtung und Verteidigung des kritischen Geistes gegen das Dogma, der Aufklärung gegen die Despotie.
Geboren wurde Sie in Florenz, der Hauptstadt der Toskana und einer der schönsten Städte der Welt.
Geburtsort solch globaler Geistesgrößen , Denker und Künstler wie Michelangelo, Dante Alighieri, Leonardo Da Vinci,Galileo Galilei, Machiavelli und viele viele weitere.
1929 ,an einem sonnigen Tag ende Juni ,erblickte Sie dort das Licht der Welt.
In Ihr Wiege wurde Ihr nicht nur der Sinn für die Schönheit, Wahrheit und Ästhetik gelegt, sondern auch der etruskische Kampf-und Widerstandsgeist Ihrer Familie, sowie der Hass auf das Regime Mussolinis, das damals -im verflixten siebenten Jahr- dem Zenith seiner Herrschaft entgegenging.
Es war der falsche Pomp, der hohle Pathos und vor allem der autoritäre Charakter dieser Diktatur, welches Ihren freiheitsliebenden und freigeistig denkenden Vater zum erbitterten Gegner des Duce machte.
Ihre Kindheit und Jugend waren geprägt von der Erfahrung und dem Wissen über die Verletzlichkeit offener Gesellschaften, dem Charakter des Totalitarismus aber auch den Schwächen der menschlichen Natur.
Schon als 10 Jährige schmuggelte sie Waffen und half Ihrem Vater bei der Befreiung von politischen Gefangenen des faschistischen Regimes.
Früh ,sehr früh, unmittelbar nach dem Ende des 2. Weltkrieges, begann Sie sich als Journalistin zu etablieren und war so etwas wie eine Pionierin auf dem Wege zur Gleichberechtigung.
Wie selbstverständlich erkämpfte Sie sich als Frau im Italien der Nachkriegszeit den harten Weg auf der Kariereleiter nach oben.
Sich selbst und andere hat sie dabei niemals geschont und war doch immer imun gegen die falschen Sirenenklänge der feministischen Irrlehre, wie auch der anderer utopischen Heilsideologien.
Sie war in Budapest , während des Ungarn-Aufstandes von 1956.
Während der Unruhen in Mexico 1968 wurde Fallaci durch Schüsse verletzt und war eine der wenigen weiblichen Kriegsberichterstatter in Vietnam.
Schon 1963 zog Sie nach New York City und blieb Ihrer Wahlheimat ein Leben lang, in einer Art
Liebeserklärung ,verbunden.
Berühmt wurde Sie durch Ihre Interviews, bzw. dem extrem konfrontativen Stils Ihrer Gespräche mit Berühmtheiten Ihrer Zeit.
Ihr Stil wurde später immer wieder nachgeahmt und doch niemals erreicht.
Ihre persönliche Meinung sparte Fallachi dabei niemals aus, weder bei Ihren Reportagen und Artikeln, noch in Ihren Interviews.
Als Reptil in Menschengestalt bezeichnete Sie beispielsweise Yassir Arafat.
Den Shah von Persien, Reza Pahlevi ,titulierte Sie als das Böse in Person und Henry Kissinger bezeichnete sein Interview mit der Fallachi als das Härteste was er jemals mit einem Medienvertreter geführt hat.
Gegenüber Khomeini, empfand Sie zumindestens Respekt, und Sie war es die diesen greisen unerbittlichen Revolutionsführer zum Lachen brachte als Sie, während des Interviews, den Tschador mit folgenden Worten abriss:“Ich nehme den Tschador ab, der für mich ein dummer Lumpen aus dem Mittelater ist“
Sie schrieb für die New York Times, Times und Life.
Ihre Bücher, wie z.B“Brief an ein niegeborenes Kind“ und „Inshallah“,wurden Bestseller.
Fallaci stand zu Ihren Überzeugungen auch wenn dieses gefährlich war und nicht dem Zeitgeist entsprach.
Oftmals versuchte man Sie zum Schweigen zu bringen.
Als Sie den Mord an Pierre Paolo Passolini rechtsradikalen Schlägern zuschub und nicht etwa einem Strichjungen,wie öffentlich kolpotiert, musste Sie in Ihrer Heimat für 4 Monate ins Gefängniss.
Nach dem 11.September 2001, den Sie unmittelbar von Ihrer Wohnung aus erlebte, geriet die Grand Old Lady des Journalismus erneut in die internationalen Schlagzeilen .
In Ihrem Buch „Die Wut und der Stolz“ rechnete Sie ab mit dem scheinheiligen und dekadenten Europa und benannte die Gefahr des totalitären Islamismus.
Sie bezeichnete dieses Buch und auch das darauffolgende „Die Kraft der Vernunft“ als eine kämpferische Streitschrift für die Werte des Westens und erntete viel Kritik.
In der Tat, brach Sie jetzt des Öfteren Ihre eigenen Prinzipien und klang wie eine verbitterte alte Frau die übers Ziel hinausschoß.
Beispielsweise bei der Betrachtung über islamische Zuwanderer in Europa, die von Ihr pauschal als 5 Kolonne des Islamismus tituliert wurden und sich wie Mäuse vermehren um schließlich Europa in Eurabia zu verwandeln.
Noch stärker aber kritisierte Sie das erschlaffte politische Establishment Europas , die kitschige Friedenssehnsucht und die zum Dogma erstarrten Postulate der Political Correctness sowie die unhistorische Betrachtungsweise der sich anbahnenden geopolitischen Gewitterstürme.
Jetzt bekam Sie Beifall von der falschen Seite, von denen die von Ihr ein Lebenlang bekämpft
wurden.
Die anderen warfen Ihr Rassismus vor und erneut drohte Ihr in Italien eine Haftstrafe.
Oriana Fallaci starb am 15. Septeber 2006, nach langer schwerer Krankheit, in Ihrer Heimatstadt Florenz.
Die große Liebe Ihres Lebens war Alekos Panagoulis, jener griechische Wiederstandskämpfer,
der 1976 unter mysteriösen Umständen ums Leben kam.
Ihm widmete Sie eines Ihrer bekanntesten Bücher mit dem Titel „Un Uomo/Ein Mann“.
Dieser Titel war als Kompliment gedacht, aus dem Munde einer Frau die wenig Komplimente machte und noch weniger erhielt.
Oriana Fallaci war eine Frau, eine Donna, im schönsten Sinne dieses Wortes.

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11. September 2001

September 10, 2006

11. September 2001.
Ich befinde mich in Hamburg.
Bin für einige Tage nach Deutschland zurückgekehrt.
Seit Anfang August lebe ich in London.
Zu meiner Überraschung hat mich das Auswärtige Amt in Berlin zum Einstellungstest für den
Höheren Dienst eingeladen.
Gerade als ich mich aus Deutschland verabschiedet habe , besteht die geringe Chance auf eine
Berufslaufbahn als Diplomat.
Dieser Test gilt als eines der anspruchsvollsten Auswahlverfahren der Republik.
Daran hat auch die Tatsache nichts geändert ,das der amtierende Außenminister und höchste
Chef dieser Behörde -Joschka Fischer- nicht einmal die formalen Kriterien für den Einstellungstest erfüllen würde.
In den Buchhandlungen der Innenstadt besorge ich die empfohlene Lektüre zur Vorbereitung.
Anschließend treffe ich C.H der auch in einigen Wochen nach London zieht.
Wir haben uns länger nicht gesehen, es gibt viel zu erzählen und zu bereden.
Wir überlegen uns in London zusammenzuziehen um den horrenden Mietkosten zu entgehen.
C.H schlägt vor etwas Essen zu gehen.
Es ist früher Nachmittag, bedeckter Himmel, ein typischer Spätsommertag in Hamburg eben.
In New York ist einige Stunden zuvor ein strahlender „Indian Summer „Day angebrochen.
Doch das erfahren wir erst später.
Die Innenstadt ist mit Wahlplakaten zugehängt.
In einigen Tagen wird Roland Schill einen Erdrutschsieg erringen.
Die R&B Sängerin Aliyah ist kürzlich bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen.
In Estland sind dutzende Menschen durch den Konsum gepanschten Alkohols gestorben.
Bis auf die sich überstürzenden Krisenmeldungen aus Israel/Palästina, sind die Nachrichten dieser Tage von der Abwesenheit großer Krisen und Tragödien geprägt.
Es scheint als habe sich die Geschichte eine kurze Auszeit genommen, eine Ruhephase vor dem großen Sturm.
Wir lästern über die Leute auf der Straße , die steifen und stolzen Hanseaten und sind recht gut gelaunt.
Die Welt entwickelt sich nach unserem Geschmack.Glückliche Jahre liegen hinter uns.
„Wir sind die Menschen der Zukunft“ sagt C.H immer.
Seine Mutter stammt aus den Philippinen.
Am Abend zuvor haben wir uns mit M.G, unserer Freundin aus der Münchner Bussi-Gesellschaft, getroffen.
Sie hält sich gerade in der Stadt auf und möchte uns auf ihren Kurztrip nach Japan mitnehmen.
M.G wird später zu uns stoßen.
Wir betreten die MC Donalds-Filiale am Gänsemarkt.
CH stellt sich in eine der Schlangen an der Kasse.
Ich begebe mich in den unteren Teil des Restaurants und suche einen Sitzplatz
Dort unten sind einige TV-Geräte an der Wand befestigt.
Für eine kurze Sekunde fällt mein Blick auf den Bildschirm.
Normalerweise laufen dort Video-Clips oder Werbespots.
Jetzt sehe ich die Zwillingstürme des World Trade Centers.
Aus dem einen Gebäude steigt eine dichte Rauchwolke.
Ich bleibe kurz stehen.
Merwürdig denke ich, seit wann zeigen die hier Spielfilme.
Läuft da gerade Armaggedon auf dem Bildschirm?
Der Raum ist leer, alle Plätze sind frei.
Nur die Toilettenfrau sitzt auf einen Stuhl vor dem WC.
New York City denke ich. Meine Heimat des Herzens.
Ich denke an den Sommer 1993, als ich einige Zeit im Gershwin Hotel Fifth Avenue Ecke 27 Straße gearbeitet habe.
Das Limelight ,die legendäre Disco in der ehemaligen Kirche.
Ich denke an den September 1999, als ich mit K. in diesem alten Loft in Greenpoint/ Brooklyn
gewohnt habe.
Jeden Abend sind wir über die rostige Leiter auf das Dach gestiegen und haben den atemberaubenden Blick auf die Skyline von Manhattan genossen.
„The Germans are on the roof“ hörten wir G.Scott immer sagen wenn jemand nach uns fragte.
Ich denke an meine Affenliebe zu dieser Stadt.
Plötzlich taucht das Gesicht von Ulrich Wickert auf dem Bildschirm auf.
Der Ton ist abgestellt.
Wickert guckt sehr ernst. Ernster als sonst.
Katastrophe in New York, lese ich als Schlagzeile auf dem Hintergrundbild.
Auch die Toilettenfrau schaut jetzt auf den Fernseher.
Genauso wie die Frau mit dem Tablett die sich gerade hingesetzt hat.
Unsere Blicke treffen sich für einen Augenblick.
Ich laufe zu C.H der immer noch in der Schlange steht.
Es sind erst einige Minuten vergangen, mir kommt es viel länger vor.
Ich rufe ihn“Komm mal schnell, das mußt Du sehen!“
Wir setzen uns gemeinsam vor den Fernseher.
Wir sitzen ziemlich lange dort.
Immer mehr Leute kommen herein.
Viele bleiben auf dem Weg zur Toilette stehen.
Der Raum füllt sich.
Wir sehen Live das zweite Flugzeug in den anderen Tower krachen.
Sehen dann nacheinander beide Türme einstürzen und die riesige Rauchwolke über der Stadt.
Das MC-Donalds-Team spendiert Kaffe und bringt Aschenbecher obwohl Rauchverbot besteht.
Die Leute schauen ungläubig auf den Bildschirm, „Was ist passiert!“ wird immer wieder
gefragt.
Zum zweiten Mal in meinem Leben erlebe ich ein epochales Ereigniss denke ich, während ich abwechselnd auf den Bildschirm und auf die Reaktionen der Leute schaue.
Das erste Mal war der 9. November 1989.
Die ersten 18 Jahre davor und die die knapp 12 Jahre danach waren nur ein Zwischenspiel, ein Treppenwitz und eine Laune der Geschichte.
„Die Party ist vorbei“ sagt C.H., „jetzt ist Schluss mit Lustig“.
M.G kommt herein.Sie versucht Ihre Bekannten in New York zu erreichen.
Mein Handy klingelt.
A.M ruft aus dem Studio Hamburg an.
Sie befindet sich gerade bei den Dreharbeiten für das Alpha-Team .
„Muss ich mir jetzt Sorgen machen?“ fragt Sie mich.
“ Ich mit meinem arabischen Namen?“
„Ja“ antworte ich Ihr und verspreche mich später zu melden.
Wir verlassen das Restaurant und begleiten M.G zurück ins Hotel.
Auf den Straßen stehen Menschen und schauen auf die laufenden Fernsehgeräte in den Schaufenstern.
Überall die gleichen Bilder.Eine globale Katastrophe.
M.G reist morgen wieder ab.Wir wollen in der Hotelbar noch einen Drink nehmen.
Unsere Gespräche und Gedanken kreisen um das heutige Ereigniss.
Wir spüren das sich etwas verändert hat.
Unsere Coktails haben einen bitteren Nachgeschmack.
Etwa Neues kommt auf uns zu. Etwas Unbekanntes.
Wir spüren das es uns nicht gefällt und unsere Welt bedroht.
Eine Band beginnt zu spielen.
„Yesterday all my troubles seems so far away“
Hat sich jemand diesen Song gewünscht oder ist es Zufall?
Es ist der 11. September 2001.

Milestones und 9/11

September 3, 2006


In wenigen Tagen jährt sich der 11. September zum 5. Mal.
Vor wenigen Tagen ,am 29. August,jährte sich der Todestag von Sayed Qutb zum 40. Mal.
Beide Daten stehen in einem unmittelbaren Zusammenhang und werden in der öffentlichen Debatte,um die Ursachen und Wurzeln des islamistischen Terrorismus, überwiegend beflissentlich ignoriert.

Der Ägypter Qutb starb am Vorabend seines 60. Geburtstages
durch den Strang.
Qutb war der Vordenker und Godfather des islamistischen Totalitarismus wahabitisch-sunnitischer Strömung und Verfechter für die weltweite Einführung der Scharia.
Seine Hinrichtung erfolgte auf den ausdrücklichen Befehl des damaligen ägyptischen Präsidenten , dem Panarabisten und säkularen Nationalsozialisten Gammar-ab-del Nasser.

Foto:Sayid Qutb.
Das Foto wurde während seines Prozesses aufgenommen,
kurz vor seiner Hinrichtung

Qutb wurde nicht als militanter Islamist geboren.
Das Gegentiel ist der Fall. Sein Vater war ein populärer Abgeordneter der Nationalen Partei, dem politischen Flügel des panarabischen Nationalismus.
Der Islam spielte während seiner Jugend kaum eine Rolle.
Das gebildete Bürgertum Ägyptens jener Tage, betrachte die Religion als Lokalkolorith und war viel eher inspiriert von der idiologischen Ausstrahlungskraft des italienischen Faschismus, abgeschwächter auch vom aufkommenden Nationalsozialsozialismus in Deutschland.
Beide politischen Systeme galten bei vielen arabischen Intellektuellen als Werkzeug für die Einigung der arabischen Welt von Marokko zum Irak und vor allem als Waffe gegen die verhassten britischen und französischen Kolonialisten.
Der Syrer Michel Aflaque gründete wenig später die Baath-Partei, die Partei der arabischen Wiedergeburt und des Sozialismus.
Säkularismus und Nationalismus , sowie die Gründung eines arabischen Einheitsstaates, waren die Grundelemente dieser politischen Bewegung.
Aflaque war Christ und nicht wenige seiner Glaubensbrüder, wie auch die Mehrzahl der säkularen moslemischen Bildungseliten, betrachteten dieses faschistoide Staatsverständniss als ein Modernisierungskonzept und auch als ein Schutzschild gegen eventuelle religiöse Aufwallungen der verarmten Massen, der arabischen Strasse-wie man sich heute ausdrücken würde.

Nach Ende des 2.Weltkrieges, betätigte sich Qutb als militanter Anhänger des Nationalismus und geriet damit in Konflikt mit der Herrschaft des ägyptischen Königs, dem Feudal-Monarchen Faruq, der als Marionette des Westens angesehen wurde und wohl auch eine war.
Aufgrund seiner Beziehungen wurde er in die USA abgeschoben, in der Hoffnung aus ihm einen begeisterten Anhänger des „American Way of Life “ zu machen.

Dieser Aufenthalt gilt als Zäsur im politischen Denken Qutbs.
Er kehrt als militanter Feind des Westens, als erbitterter Gegner jedes säkularen Politikverständnisses zurück.
Nach einem Attentat auf Nasser, räumte der Rais erbarmungslos unter seinen gefährlichsten politischen Gegenern, den Muslimbrüdern auf.
Die Organisation wurde verboten, die Mitglieder verhaftet und liquidiert.
Während seiner Haftzeit radikalisierte sich Qutb immer weiter.
In seinen Schriften diagnostizierte er der islamischen Welt , die Dschahiliyya-der unislamische Zustand der „Unwissenheit“.
Ferner entwickelte er sich zu einem fanatischen Antisemiten und etwarf einen islamisch begründeten Antisemitismus garniert mit Elementen aus der Rassenidiologie der Nationalsozialsiten.
Kurz gefasst lassen sich Qutbs späte Thesen wie folgt zusammenfassen:
„Es gibt heute keine islamische Welt mehr.
Selbst islamische Staaten sind vom Glauben abgefallen.
Die jetzige Welt muss zerstört werden und auf deren Trümmern das globale islamische Kalifat errichtet werden.“
Qutb wurde 1966 gehängt.
Ein Jahr später, nach der der verheerenden Niederlage im 6-Tage -Krieg gegen Israel, geriet der arabische Nationalismus in eine schwere Krise und erlangte nie wieder seine alte Ausstrahlungskraft.
In der arabischen – und auch in anderen Teilen der islamischen Welt ,entstand ein großer sozialer Gärungsprozess, begünstigt durch den ökonomischen Niedergang , der demographischen Explosion , der Fehler des Westens und dem Bankrott der politischen Eliten, der schließlich zum großen „Erwachen“ Ende der siebziger Jahre führte und bis heute im vollem Gange ist.
Irgendwann, in den frühen achtziger Jahren studierte Osama Bin Laden die Werke Qutbs, besonders die Erklärung „Milestones“- die für militante Islamisten eine ähnliche Rolle spielte und spielt , wie „die Protokolle der Weisen von Zion“ für Antisemiten jeglicher Coleur.
Der 11. September 2001 war eine direkte Folge dieser Lektüre, so etwas wie eine praktische Umsetzung dieses theoretischen Ideenkonzeptes.
Beunruhigend ist nicht nur die Existenz dieses Textes, dessen Folgen und Auswirkungen, sondern auch dessen Unbekanntheit im Westen.
Ansonsten würden wir besser verstehen , warum die meisten Opfer dieses Totalitarismus Muslime sind und in welche tödliche Falle wir zu stolpern drohen.
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