Liebe Leser,

ich wünsche Euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr.

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„Die Bestie von Bagdad ist tot!“, sagte mir ein irakischer Bekannter heute.“Das Erbe seiner Herrschaft wird den Irak aber noch auf Jahrzehnte belasten“, fügte er hinzu.

Sadam Hussein war ein Rassist, ausgestattet mit einem manischen Hass auf Juden, Schiiten, Kurden und vor allem Perser. „Gott hat drei Geißeln geschaffen. Perser, Juden und Fliegen!“ Dieses Schlagwort, es entstammte aus einem Traktat seines Bruders, aus dem Munde des Führers, wurde besonders in den achtziger Jahren im Irak verbreitet und belegte die ideologischen Wurzeln im politischen Denken dieses Mannes aus der Stadt Takrit.Schon in seiner früher Jugend, als Schwerverbrecher, inhalierte er die ideologischen Botschaften des arabischen Nationalismus und der BAATH-Programmatik, der arabischen Wiedergeburt und des Sozialismus. Noch mehr als Mussolini, den „Spiritus Rectus“ der Baath-Ideologie, verehrte Sadam Hitler und besonders Stalin. „Ein Mensch weniger, bedeutet ein Problem weniger“, diese Politik Stalins, kennzeichnete auch  die Herrschaftsstruktur Sadam Husseins ,bis zu seinem Sturz. Regelmäßige Säuberungen, Hinrichtungen und Scheinprozesse, prägten die Baath-Partei, bis diese von Verwandeten Husseins , vor allem aber von Sunniten, dominiert wurde. Seine Vision von einer geeinten arabischen Welt, einem Imperium von Casablanca bis nach Aden, stieß schon sehr früh an seine Grenzen. Weder entsprach diese Zielsetzung den Realitäten der arabischen Welt, deren politischen und ethnokulturelle Zersplitterungen , noch besaß er die Macht und das Charisma eines Gammar Abdel Nassers. Wenn Nasser sprach ,im eleganten Hocharabisch seine Reden hielt, waren die Radios vom Mahgreb bis zum Maschreck eingeschaltet und die Straßen sprichwörtlich leergefegt.Sadam Hussein, ausgestattet mit dem derben Dialekt seiner Heimat, wurde schon im benachbarten Jordanien nicht mehr richtig verstanden.Nach seinen verhinderten außenpolitischen Abenteuern, richtete sich seine Agression gegen das eigene Volk.Krieg und Terror gegen die irakische Bevölkerung waren die Konstante seiner Innnenpolitik, unter  denen vor allem die Minderheit der Kurden und die Mehrheit der Schiiten zu leiden hatte.

Sadams große Zeit waren die siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts.Er profitierte von dem imensem Reichtum an Bodenschätzen und natürlichen Ressourcen des Landes, damals war der Irak eines der wohlhabendsten Staaten der Region ,sowie auch von der politischen Großwetterlage im Kalten Krieg.

Mit dem Sturz seines verhassten Konkurrenten, um die Vormachtstellung am Persischen Golf, dem Shah von Persien, kam seine große Stunde. Nur einige Monate, nachdem Khomeini die Islamische Republik Iran ausrief, fielen die Truppen des Iraks im arischen  Nachbarland ein. Fortsetzung folgt…

Zur Erinnerung

Dezember 30, 2006

http://euskalherria.indymedia.org/images/2003/02/3987.jpg

Donald Rumsfeld zu Besuch bei Sadam Hussein. Die USA waren bei weitem nicht das einzige Land, welches das nationalsozialistische BAATH-Regime während des ersten Golfkrieges unterstützt haben. Die Bundesrepublik, Frankreich, China  die UdSSRund viele andere Staaten haben zwischen 1980 und 1988 Massenvernichtungswaffen in den Irak geliefert. Ganze kurdische Dörfer und eine Generation von jungen Iranern sind im Gas der Waffenschieber und geostrategischen Spekulanten ums Leben gekommen.  Es bleibt zu hoffen das die Devise,“Der Feind meines Feindes ist mein Freund“, inzwischen im außenpolitischen Ränkespiel  der globalen Mächte an Ansehen verloren hat. 

Der Tod des Tyrannen

Dezember 30, 2006

http://www.nzz.ch/2006/12/30/al/newzzEWBHMM1J-12.html

Sadam Hussein ist vor wenigen Stunden hingerichtet wurden. Ich werde später ausführlicher dazu Stellung nehmen.

Lernen mit Lust

Dezember 30, 2006

S., die Pädagogin mit Sexappeal, ist aktuell sehr fleißig. Sie arbeitet an einer wissenschaftlichen Expertise für das Bundesbildungsministerium.“Lernen mit Lust“ lautet der Titel des Dokumentes, indem sie ihre revolutionären und höchst erfolgreichen Lehrmethoden der Öffentlichkeit in naher Zukunft präsentieren wird.

Anfang des kommenden Jahres, wird es eventuell zu einer feierlichen Präsentation in Anwesenheit von Annette Schawan kommen. Ich sehe die Szene schon förmlich vor mir wie S. ,in der Blüte ihrer physischen Attraktivität und ihres niederrheinischen Charmes ,der Bundesministerin für Bildung und Forschung, also der Dame mit dem Aussehen eines weiblichen Klones von Frank Elstner und der Ausstrahlungskraft eines schwäbischen Hausmeisters , das Schriftstück im Blitzlichtgewitter überreichen wird. 

Nun ja, ein Grund mehr sich auf das kommende Jahr zu freuen.  

Back in Berlin

Dezember 28, 2006

Bin seit gestern Abend wieder zurück in Berlin. Humpelnd und mit schmerzverzerrtem Gesicht bewege ich mich durch die Straßen der Hauptstadt. Gestern bin ich, während meiner Hilfe beim Beladen des Containers von D.Z und S.M, von einer Leiter gestürzt, die als Aufstieg zur Laderampe des Containers diente.Gerüchte ,das es sich bei dem Unglück um ein Sabotageakt negativ, feindlicher Kräfte handelte, konnten bisher nicht bestätigt werden. Vermutlich habe ich mir mein linkes Bein verstaucht. Vielleicht handelt es sich aber nur auch um eine Zerrung oder Prellung.  Habe heute Nacht kaum ein Auge zugemacht. Die Tatsache das ich im 5. Stockwerk  lebe, ohne Fahrstuhl, hindert meinen Bewegungsdrang und schiebt notwendige Erledigungen auf.An solchen Tagen verfluche ich das Single-Dasein. Nun ja, ich werde mich morgen in ärztliche Behandlung begeben, falls meine Selbstheilungskräfte nicht vorher einsetzen sollten. Es gibt schlimmeres.

Zitat des Tages

Dezember 23, 2006

“ Für denjenigen, der an den hohen Wert der Reinrassigkeit glaubt, sind die Zwischenräume dicht mit unreinen Typen voll gestopft: Quarteronen, Terzeronen, Mulatten, Morenas, Mischblütigen, Bastarden, Halblütigen, Mestizen, Zambos. Für diejenigen, die nicht daran glauben, gibt es nur eine Vision: Den Mischlingen wird die Erde gehören.“ 

Eric Liu

R.G , in ihrer Wahlheimat London auch als S.W bekannt, ist heute morgen im Dreckskaff eingetroffen.

Am frühen morgen wurde sie am Flughafen Fuhlsbüttel gesehen. Vor wenigen  Minuten wurde sie in der beschaulichen Innenstadt, der Kreisstadt,beimBummeln entdeckt und von vielen Eingeborenen um Autogramme gebeten. R.G trug eine dunkle Sonnenbrille und einen sündhaft teuren Designermantel. Interessiert und sarkastisch lächelnd ,betrachtete sie das dürftige Angebot des dortigen Einzelhandels in den Auslagen.

Ein Raunen ging durch die Menge, die sich um die Glühweinstände und Bratwurstbuden versammelt hatte. Man stieß sich gegenseitig die Ellenbogen in die Rippen und verdrehte die Köpfe nach dieser , für den dortigen Menschenschlag, ungewohnten urbanen  Erscheinung. Ein  Duft von großer weiter Welt, von Chanel Nr. 5 und von Sünde lag in der Luft und kollidierte mit dem Geruch von Bratfett, Bohnerwachs und Spießigkeit.

Mit geradem Kreuz und hochherhobener Nase, schlenderte R.G über das holprige Pflaster der dortigen Fußgängerzone, so als befinde sie sich in der NEW OXFORD STREET.

Die Anwesenheit der Londoner Party Queen stößt aber unter der dortigen Bevölkerung,überwiegend  miteinander verschwägerte Beamte und Bauern, nicht nur auf Zustimmung. Ein Komitee“Besorgter Bürger“ hat sich vor dem Elternhaus zu einer Mahnwache versammelt. Diese Menschen protestieren gegen die Anwesenheit der dekadenten „Hure Babylon“, wie man sich ausdrückt, ausgerechnet zum Heiligen Fest. Die weltweit verbreiteten und unter dem Scheinwerferlicht der medialen Öffentlichkeit stattfindenden Eskapaden der Promimaus, waren und sind nicht nach dem Geschmack der , von einer puritanischen Schlichtheit geprägten und von einer inzestsiösen Enge getragenen, dortigen agraischen Gesellschaft.

Meine bisher nicht sehr ausgeprägte Feiertagsstimmung, hat  eben einen neuen Dämpfer erhalten.

R.G  ,meine „Long-Distance-Muse“ aus London, sollte zur Stunde eigentlich in Hamburg eintreffen. Leider wurde ihr  British-Airways Flug, wie hunderte andere auch, storniert. Gestern Abend, nachdem wir ein längeres Telefongespräch beendet hatten, schwante mir schon nichts gutes. Auf BBC World, las ich die „Breaking News“ über die Massenstornierungen, die anfänglich lediglich Inlandsflüge betrafen. Aufgrund des starken Nebels in London und der umliegenden Grafschaft Kent, sah sich die Queen unter den Airlines gezwungen, ausgerechnet vor den Feiertagen, zu dieser verheeerenden Maßnahme zu greifen. 

R.G berichtet von chaotischen Szenen auf dem Flughafen Heathrow und im U-Bahnverkehr. Aktuell ist sie bemüht sich um einen Ersatzflug am 24.12.06 zu bemühen.

Wir beide hatten uns schon auf ein Treffen, während der Feiertage, in einer kleinen Kreisstadt im südlichen Schleswig-Holstein, gefreut. In diesem Örtchen, auch das Dreckskaff genannt, sind R.G und ich aufgewachsen, zur Schule gegangen und unmittelbar nach dem Abitur verschwunden.

Während ich nach meinem Zivildienst ein Studium in Hamburg aufnahm, ging R.G für ein Jahr als Au Pair-Mädchen nach London. Sie kehrte nie zurück. R.G, in London auch unter dem Namen S.W bekannt ,gehörte Jahrelang  zum Jetset der „Secret Capital of Europe“ und bewegte sich  am Rande der High Society. Während ihres Studiums war sie die Muse von Elton John und die Bussi-Freundin von Kate Moss, bevor diese Bekanntschaften, in einer Wolke von Neid, falschen Ansprüchen und dem weißen Gold der Nacht, zu Grunde gingen.

Noch liiert , mit dem“ King of Camden Town“,war R.G in ihrer wilden Zeit Gast auf jeder VIP Party. Ja eine britische Szenezeitschrift titulierte sie , anfang der Neunziger, als „The Party-Queen of the Decade“.

Später, viel später, als ich für einige Jahre in London lebte, verbrachten wir fast jede freie Minute miteinander. Ging man mit R.G aus und ließ sich von ihr durch die verschlossenen Türen des dortigen Nachtlebens führen, lernte man an einem Abend die Pet Shop Boys, George Michael, Keanu Reaves oder Naomi Cambell kennen.Nicht jede dieser „Bekanntschaften war dabei bemerkenswert. R,G war lange ein Teil dieser Welt und ist doch dabei auch immer das ganz junge Ding aus dem südlichen Schleswig-Holstein geblieben.  Inzwischen hat sie den leuchtenden Versuchungen der Nacht entsagt und sich eine solide berufliche Karriere aufgebaut.  Gelegentlich wird sie noch in Szenezeitschriften zitiert oder in eine Talkshow eingeladen, in den Szene Clubs wird sie immer noch wie ein Ehrengast behandelt. Mit R.G habe ich immer sehr viel Spaß. Ihr schwarzer Humor ist unschlagbar ihr Charakter bemerkenswert. Sie gehört zu den Menschen die mir am Nächsten stehn. R.G, oder sollte ich lieber S.W sagen, ich hoffe Du kommst noch rechtzeitig, ansonsten hat der Weihnachtsbraten ,schon jetzt, einen bitteren Nachgeschmack für mich.   

BVG-Boogi

Dezember 21, 2006

Jeder Native-Berliner ist ihnen schon einmal begegnet.

Die  Rede ist von den sogenannten Ticket-Kontrolleuren der Berliner Verkehrsgesellschaft.

In regelmäßigen Abständen besteigen diese Damen und Herren die Fahrzeuge des Öffentlichen Nahverkehrs um dann, wenn sich die Türen schließen-und somit ein Fluchtversuch zwecklos erscheint-, auszurufen: „Die Fahrausweise bitte!“.

Geschulte und erfahrene Fahrgäste erkennen diesen Menschenschlag sofort und kramen,schon vor dem Erklingen dieses oralen „Kategorischen Imperatives“, nach ihren Fahrausweisen. Meistens handelt es sich bei den erwähnten Kontrolleuren um Menschen, von dem man zunächst annimmt diese könnten sich keine Fahrkarten leisten oder würden unter Autobahnbrücken übernachten. Das Erscheinungsbild ist durchweg schlampig, Ausnahmen bestätigen  wie üblich die Regel,   das Bildungsniveau niedrig und das Auftreten, bzw. der Umgang mit den Passagieren diskutabel. Häufig werden die kontrollierten Passagiere dabei behandelt ,als handele es sich nicht um eine Kontrolle, sondern eher um eine Razzia in einem totalitären Staatswesen und bei den anwesenden Menschen nicht um zahlende Fahrgäste, sondern um Verdächtige auf einem Polizeirevier . „Sie wissen ja gar nicht was Service bedeutet!“ ,hielt neulich ein empörter   Fahrgast einem der Kontrolleure entgegen. „Das weiß ich sehr wohl!“ blaffte der Angesprochene zurück. „Service..“, er sprach es Sörvisch aus und machte damit seine mitteldeutsche Herkunft deutlich,“Service bedeutet, wenn ich Ihnen die Möglichkeit gebe, sich mir gegenüber auszuweisen, basta!“Vor einigen Tagen befand ich mich in der U2. Gerade hatte ich einer drallen Blondine meinen Fahrausweis präsentiert. Neben mir saß ein älterer Herr, ein Pole, wie sich wenig später herausstellen sollte. Der Gast aus dem Nachbarland war im Besitz einer Tageskarte, die er offensichtlich nicht abgestempelt hatte.“Det wird teuer, wa. Die haben Sie ja jar nicht abjestempelt , wa!“, frohlockte die Blondine ,während sie ihre Hände an den üppigen Hüften anlehnte. Ein freudiges Flackern hatte sich dabei ihrer Augen bemächtigt und ihre Mundwinkel begannen beunruhigend zu zucken. „Sorry I can´t speak german. Could you please speak english?“ fragte der Fahrgast im fließenden Oxford Englisch höflich.Dem Weibsbild entglitten die Gesichtszüge, als hätte der polnische Tourist sie persönlich beleidigt, nachdem sie die Klänge der Weltsprache Englisch aus dem Mund des Beschuldigten vernahm.“40 Euro, das kostet 40 Euro Strafe !“ keifte die Kontrolleurin lautstark in einem Deutsch zurück , wie es in Marzahn oder Lichtenberg gesprochen wird, wobei sie sich verzweifelt bemühte, die erwähnte Summe mit ihren Wurstfingern darzustellen. „Sie müssen jetzt aussteigen!“ fügte sie hinzu, wobei ihre Stimme jetzt ,wie die einer Bedienung in einer abgetakelten Kneipe irgendwo in Alt-Glienike ,klang.“Entschuldigen Sie. Der Herr kann Sie nicht verstehen. Sprechen Sie denn kein Englisch?“ mischte ich mich schließlich, hintersinnig schmunzelnd ,ein.
„Ne Englisch kann ich nicht , wa!“ gab sie mir das Frauenzimmer, welches jedem dürftigen Blondinen-Witz als Vorlage gedient haben dürfte, zur Antwort. Inzwischen hatte sich der Kollege der Dame zu uns gesellt, ein Typ mit dem Aussehen einer zum Menschen mutierten Ratte.
Schließlich bat ich meine Übersetzungshilfe an und stieg mit aus. „Sprechen sie denn Englisch?“, raunte die Blondine mit weit aufgerissenen Augen, die anscheinend noch nicht viel von der Welt gesehen hatten, als handele es sich bei der Weltsprache um einen exotischen Tibeto-Burmesischen Dialekt.
Am nächsten Tag nahm ich Kontakt mit der BVG-Pressestelle auf.Unsere Mitarbeiter werden regelmäßig auf Freundlichkeit und Kundenorientierung geschult!“,gab man mit mir zur Antwort.
Weshalb die Mitarbeiter eines der größten Arbeitgeber Berlins, nicht wenigstens rudimentäre Englisch-Kenntnisse besitzen, wurde mir allerdings nicht mitgeteilt