Mein Vertrauen in den bundesdeutschen Rechtsstaat hat heute mal wieder einen Dämpfer erhalten. Pauschalität ist die Mutter allen Übels, doch sind mir in Berlin, Polizisten unterer Dienstgrade, schön öfter unangenehm aufgefallen.Die Frage sei gestattet, welches Niveau hat die hiesige Ausbildung für die einfache Laufbahn, bzw. aus welchem Umfeld wurden diese Polizeibeamten rekrutiert? Ich betone „wurden, denn seit einigen Jahren herrscht ein Einsstellungsstopp im Polizeidienst der Hauptstadt. Die regierende Tanzmaus, äh ich meine , der regierende Bürgermeister, auch Wowi genannt, spart bis es quietscht. In diesem Falle wohl an der falschen Stelle.  Vor einigen Jahren wurde ein kompletter Ausbildungsjahrgang, buchstäblich in die Walachai geschickt. Ein Jahrgang junger motivierter Menschen, die sich für eine Laufbahn als Polizeibeamte entschieden hatten. Diese jungen Leute repräsentierten die ethnische, kulturelle und soziale Vielfalt Berlins, in all ihren Facetten. Erst in letzter Minute, nach bestandener Ausbildung, teilte man ihnen mit, das Berlin keine Verwendung habe, keine Verwendung für ihr Engagement, ihren Einsatz, ihre Risikobereitschaft. Einige gingen in die Provinz, andere verdienen ihr Geld im boomenden Sicherheitsdienst. Aber Wowi tanzt, tanzt bis es quietscht, Hans Dampf in allen Gassen und regiert mit den abgehalfterten Salon-Bolschewiken von der überflüssigen Linkspartei-PDS.Eine Partei, die trotz Vorzeige-Politikern wie „Pumukel“ Petra Pau( Ick bin die fesche Petra, aus Stasistadt, dort wo der Sohn des SED-Spitzels ´ne Glatze hat…!“), Schwierigkeiten hat Wolf Biermann zum Ehrenbürger der Hauptstadt zu machen.

Aber nun gut. Ein Polizist betrat heute ein U-Bahn-Abteil in Neukölln. Der betreffende Herr, war mit seiner Uniform bekleidet, eine gewisse Unzufriedenheit, ein Hadern mit seinem Leben, war ihm buchstäblich ins Gesicht geschrieben. Der Polizist war von kräftiger, fast könnte man sagen, korpolenter Statur. Ein Schnauzer klebte zwischen Lippe und Nasenloch. Vielleicht war er 35, vielleicht auch etwas älter. Möglicherweise war er auf dem Weg zur Schicht, vielleicht war er auch auf dem Weg nach Hause. Der Mann setzte sich zu einer Gruppe Punks, etwas verlauster Look, einen riesigen Köter bei sich führend. Die Punks machten sich lustig über den Beamten, zogen Fratzen, warfen sich grinsende Blicke zu.Der Polizist schwieg. Die Punks stiegen aus. Neue Fahrgäste betraten die Bahn, darunter zwei Jugendliche, mit Migrationshintergrund, höchstens 16 jahre alt. Die Jungs schwatzten beim Einsteigen über dies und das. Sie schwatzten auch, als sie dabei waren sich zu setzen, so sehr waren sie in ihr Gespräch vertieft. Erst dann nahmen sie den Polizisten wahr, der ihnen gegenüber saß. Die Jungs grinsten sich einmal kurz unsicher an, vielleicht aus Verlegenheit, viel kindliche Unbefangenheit war in ihren Gesichtern zu lesen.

Der Polizist begann die Jugendlichen verbal zu attakieren. „Wollt ihr mich provozieren!“ fragte er mit drohendem Unterton. Ein Ventil hatte sich geöffnet, im Leben dieses Beamten. Ein Ventil das es ihm ermöglichte, zumindestens für kurze Zeit, seinen Frust, seinen Hass herauszuschleudern. Der Polizist drohte den Jungs“Wollt ihr mich provozieren?“ fragte er unentwegt. Die Jugendlichen waren verunsichert, etwas ängstlich. „Ihr könnt gerne mit aussteigen!. Wollt ihr das?Ich lasse mich nicht provozieren, schon gar nicht von euch!“ „Schon gar nicht von euch!“. Euch, Ihr. Wer war damit gemeint. Der Polizist ließ sich schon provozieren, einige Minuten zuvor. von den Punks. Er sagte keinen Ton. Aber von diesen beiden jungen Männern fühlte er sich provoziert. Was provozierte den Polizisten?. Die Jungs hatten nichst getan. Waren es ihre dunklen Haare, ihr südländischer Look? Ein deutschstämmiger Malocher, ohne offensichtlichen Migrationshintergrund, warf den Jungs aufmunternde Blicke zu. Eine Frau sah sich besorgt die Szene an. Die anwesenden Fahrgäste symphatisierten mit den Jugendlichen, hier geschah Unrecht, keiner sagte ein Wort.Der Polizist klang jetzt bedrohlich, sein Aggressionspegel war gestiegen. „Ja ,ja immer die Fresse auf,so seit ihr!“, sagte er mit kalter Stimme. Es war offensichtlich.Der Mann suchte Streit, wollte es darauf ankommen lassen, Angst einflößen und Autorität ausstrahlen. Er tat es in Uniform. In der Uniform eines Polizeibeamten, in einem demokratischen Rechtsstaat. „Wir haben doch nichts gemacht.“ sagte der eine Junge. „Wir unterhalten uns nur!“ der andere, dabei ruhig und sachlich argumentierend, wie man es eigentlich von einem Polizeibeamten erwarten sollte. „Willst Du mich verarschen?“ entgegnete der Polizeibeamte. „Denken Sie, nur weil wir Ausländer sind, können Sie so mit uns umspringen?“ antwortete der eine Junge. „Halt den Mund!“ giftete der Polizist zurück.  „Ihre Dienstmarke  bitte!“ sagte ich, nachdem ich mich neben den Polizisten gesetzt hatte und ihm meinen Presseausweis unter die Nase hielt. Der Polizist erschrak, es war ihm anzusehen.Er hatte einen Fehler begannen. Ein Verdammter Journalist, noch dazu dunkle Haare, hatte ihn bloßgestellt.“Sie haben einen Fehler gemacht!,. Sie wissen das!“ sagte ich ihm. „Was geht sie das an!“ grunzte er zurück, nachdem er mir seine Dienstmarke ausgehändigt hatte. „Eine ganze Menge. Übrigens auch ihren Vorgesetzten geht ihr armseliges Verhalten etwas an, genauso wie den Polizeipräsidenten von Berlin, den Pressesprecher, und den Vorsitzenden der Polizeigewerkschaft.! Ich fürchte Freundchen, Sie haben ein  jetzt Problem!“ Die beiden Jungs stiegen aus. „Danke“ sagten sie. Schafft man so Vertrauen? Werden diese Jugendlichen den Institutionen vertrauen, Polizisten zukünftig als Freund und Helfer   ansehen. Oder werden sie reagieren, wie die Jugendlichen vom Wrangelkiez ,vor einiger Zeit?  Ich habe diese Fragen heute dem Polizeipräsidenten von Berlin geschickt, per E-Mail. Die Dienstnummer des Polizisten gleich mit.

Zitat des Tages

Januar 26, 2007

“ Wenn es morgens um sechs Uhr an meiner Tür läutet und ich kann sicher sein, daß es der Milchmann ist, dann weiß ich , daß ich in einer Demokratie lebe.“

Winston Churchill

.. für einen guten Zweck.

Ich habe Gasprom-Gerhard auch schon den Link geschickt. Ich bin sicher, der gute Mann wird auch unterschreiben. So , wie es sich für einen „Lupenreinen Demokraten“ gehört.

 http://www.reporter-ohne-grenzen.de/kampagne-politkowskaja/petition.html

Anbei noch die Rangliste der Pressefreiheit, ebenfalls von der Organisation „Reporter ohne Grenzen“.

http://www.reporter-ohne-grenzen.de/rangliste-2006.html

Feinde der Pressefreiheit

Januar 26, 2007

Anbei ein interessanter Artikel. Es geht um einen begnadeten Fotografen aus Bangladesh.Der junge Mann hält sich zur Zeit in Deutschland auf. In seiner Heimat wird er bedroht.

Sehr empfehlenswert ist ein Blick  in die Fotostrecke. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,462052,00.html

„Die Welt im Notizbuch“

Januar 25, 2007

„Der Provinzialismus als Lebensform und Daseinsweise ist nicht länger straflos. Was provinziell ist, verurteilt heute zur Isolation, zur Erstarrung, zum Zurückbleiben, zu einer materiell und kulturell niedrigeren und ärmeren Variante des Lebens.“

Ryszard Kapuscinski
Die Welt im Notizbuch

Zitat des Tages

Januar 24, 2007

“ Viele Menschen wissen, dass sie unglücklich sind. Aber noch mehr Menschen wissen nicht, dass sie glücklich sind“

Albert Schweitzer

Noch ist Polen nicht verloren, aber G.M aus Hamburg berichtet mir aus ihrem Heimatland:

„Darüber hinaus habe ich eine Geschichte für Dich aus meinem verdammten Heimatland.

Zum einen ist es gut, dass das in der EU ist. Dadurch bleiben viele politische Postulate im Bereich des Theoretischen. Die Möchtegernpolitiker werden in die Schranken gewiesen. Doch wäre Polen ein EU Anwärter, so müsste es sich noch Mühe geben und Eindruck schinden, wie in den Jahren vor dem Beitritt.

Ich sage nur eins: Mein Vater wurde in seinem eigenen Haus grundlos von zwei Polizisten zusammenschlagen und anschließend 24 Stunden inhaftiert. Ihm geht es mittlerweile gut und er hat keine ernsthaften Schäden davongetragen – also keine schweren körperlichen Verletzungen .“

http://www.faz.net/s/Rub1DA1FB848C1E44858CB87A0FE6AD1B68/Doc~E6E4F6C97C7304BE7B61556CBAA4167F9~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Es tut mir aufrichtig leid, diesen Menschen nicht mehr persönlich kennengelernt zu haben. Er war eines meiner größten beruflichen Vorbilder. Der Autor von „Imperium“/Shah in Schah/König der Könige/ etc., war  einer der besten Journalisten, Schriftsteller und politischen Beobachter des 20. Jahrhunderts. Gerade gestern habe ich noch in einem seiner Bücher ,“Die Erde ist ein grausames Paradies“ ,geblättert.

http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Ryszard_Kapuscinski.jpg

  http://de.news.yahoo.com/23012007/3/polnischer-schriftsteller-ryszard-kapuscinski-tot.html

Zitat des Tages

Januar 23, 2007

“ Wer zu lesen versteht, besitzt den Schlüssel zu großen Talent, zu unerträumten Möglichkeiten“

Aldous Huxley