Zitat des Tages:

Juli 31, 2007

“ Berichte aus dem Leben sind keine geordnete Erzählung von der Geburt bis zum Tod. Sie sind eher zufällig gesammelte Fragmente.“

William S. Burroughs

b000000zml_01__sclzzzzzzz_.jpg1971, in meinem Geburtsjahr, wurde der Kultfilm Shaft produziert. In den Jahren 1973-74 lief , auch im deutschen TV, die gleichnamige Kultserie. Ich kann mich noch erinnern, an diese Frühphase meines Lebens. Immer wenn ich den Titelsong der Serie hörte, schlich ich mich barfuß aus meinem Kinderbett in den Flur. Dort versteckte ich mich dann zwischen dem Kleiderschrank  und dem Schuhregal und schaute , durch die meist geöffnete Wohnzimmertür, auf die Mattscheibe, während meine Eltern sich dieses, heute durch vergleichbare Serien nicht mehr erreichtes, Fernsehvergnügen, meist bei einem Gläschen Bacardi-Cola, gönnten. Mein Favourit war damals , wie heute, die Folge „Shaft in Afrika“.War er nicht cool, der legendäre Hauptdarsteller Robert Roundtree, mit seinem Ledermantel? Der Film und die Serie waren ein Produkt der sogenannten Blaxploitation, der Afroamerikanischen  Antwort auf die frankophone „Negritude“   , dem damaligen Lebensgefühl von „Black is beautiful“. 

http://de.wikipedia.org/wiki/Shaft_%28Film%29

Enjoy:

Isaac Hayes – Shaft

sind wieder aufgetaucht. Na so ein Zufall, pünktlich im Sommerloch und vor allem , am Vorabend des 30. jährigen Jubiläums des sog. „Heißen Herbstes“  ,von 1977.Da werden sich ,in wenigenWochen und Monaten wieder, einige alte Säue in ihren Erinnerungen suhlen, im Rampenlicht der medialen Öffentlichkeit. Ich bin jetzt schon gespannt wieviele Buchtitel , zu diesem Thema , auf den Markt geschmissen werden.Vielleicht hat das mordende Mannsweib Inge Viet ja auch schon einen Titel parat.

Lesebefehl:

http://www.spiegel.de/panorama/zeitgeschichte/0,1518,497349,00.html

Ein Mann lief heute, es war wohl gegen 4 Uhr morgens, mutterseelenalleine und schreiend durch eine Straße in Schöneberg.Er schreit unglaublich laut, entsetzlich. Schlaftrunken und neugierig schleppe ich mich auf meinen Balkon und schaue auf die Straße.Der Mann droht und flucht. Die Straßenlaternen beleuchten sein Gesicht, eine vom Wahnsinn entstellte Visage, aufgerissene Augen und aufgerissenes Mundwerk, und tauchen die Szene dabei in einen beklemmenden surrealistisches Glanz. Sonst ist niemand da, Berlin schläft noch, nur dieser eine Mensch schreit sich die Lunge aus dem Hals und läuft durch die Nacht, die gerade noch still war…

2726f8eda438437be040007f01003ae4.jpg     Hiphop wird gehängt.

Lesebefehl… Wie ist Eure Meinung zum Thema..?

http://www.faz.net/s/Rub21DD40806F8345FAA42A456821D3EDFF/Doc~E0D9A22274D7E4F60A831DD2A5F954F7C~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Song des Tages:

Juli 30, 2007

Enjoy: 

Justin Timberlake – Senorita

Zitat des Tages

Juli 30, 2007

„Ich habe kein Heim, ich habe nur einen Koffer“,

sagt der Held im Stück „Nach Damaskus“ von August Strindberg

Ich lese gerade die Reportage von Shiva Naipaul “ North of South!“ Ich bekenne, daß ich bei der Lektüre dieses Buches lauthals lachen muß.Weshalb?Nun, die Komik des Buches erklärt sich wie folgt: Während konventionelle Reiseautoren, in der Regel, die Nähe von intelligenten, gebildeten Menschen, von reflektierenden Individuen ,suchen. Menschen von denen man etwas lernen kann, die etwas zu erzählen haben, hält Naipaul sich inmitten von Dummköpfen, arroganten Trotteln,aufgeblasenen Touristen und überkandidelten Snobs auf. Dann beschreibt er seine Gespräche mit diesen Zeitgenossen, gibt deren Aussagen unverfälscht wieder, die so blöd, überflüssig und widersprüchlich sind, wie diese poträtierten Zeitgenossen selbst, so daß mir beim Lesen die Augen tränen.Shiva Naipaul war der jüngere Bruder des Nobelpreisträgers V.S. Naipaul. Er starb 1985.

North of South

Shiva Naipaul  1979 

Penguin Classics

 http://www.fantasticfiction.co.uk/n/shiva-naipaul/north-of-south.htm

Was haben Indien,Italien und das Schwabenland gemeinsam? Nun, nicht viel. Dennoch wurde ich in den letzten 2 Wochen, von verschiedenen Menschen ,folgendes gefragt:

„Sie sind Italiener ,stimmts?“/ „Bist Du aus Spanien?“/“Ich dachte Du bist Brasilianer“/Du bist doch ein halber Inder, oder?/ Perser?/ Armenier?/Sind sie Jude?/“Dann bist Du Moslem..?“/Du hast so etwas arabisches an Dir?“ „Kommst aus dem  Schwabenland , oder?“ /Grieche?/Are you american…?/Bist Du ein Sinti?/ Sprechen Sie tuerkisch?“ / Waren Sie auf der Sonnenbank?/Essen Sie Schweinefleisch?/Trinken Sie Alkohol?/Entschuldigung, sprechen Sie deutsch?“/„Sie sprechen aber gut deutsch, ohne Akzent“

Uebrigens, Fragen dieser Art verfolgen mich schon seit ich denken kann. Sie tauchen in unterschiedlichen Formen auf.Mal verschluesselt, mal unmittelbar, mal wie mit einem Holzhammer. Es sind die Fragen ethnisch homogener Menschen, an einen multiethnischen Menschen.Es sind die Fragen der Vergangenheit an die Zukunft.

„Eine Chance des Regionalismus besteht darin, den Provinzialismus zu besiegen.Der Provinzialismus bedeutet, sich in der eigenen kleinen Welt abzuschließen, hinter engen Umzäunungen , innerhalb derer lokale mediokre Figuren zu mächtigen Heroen stilisiert werden und kleine Vorkommnisse zu historischen Ereignissen ; der Regionalismus hingegen bedeutet eine Öffnung gegenüber der größeren Welt, er ist ein tief im heimischen Boden wurzelnder Baum, dessen Wurzeln sich weithin erstrecken.

Die Schwäche des Provinzialismus besteht darin, daß er oft zur Heimstatt für frustrierte , gescheiterte Geister und von Ehrgeiz zerfressene , untalentierte Menschen wird.“

 Ryszar Kapucsinski

Notizen eines Weltbürgers

Eichborn Berlin