Keine Hure!Babylon war nicht Babel:Eine Ausstellung in Berlin

Juni 16, 2008

Die Metropolen sind die Symbole des Westens ,deren Glanz und Anziehungskraft bis in die entferntesten Winkel des Erdballs strahlen. In ihnen konzentriert sich alles, was von militanten Islamisten gehaßt, verachtet und als bedrohlich empfunden wird. Luxus und Elend, sexuelle Promiskuität im öffentlichen Raum,Glamour und Glanz, Verführung und Konsum, Dynamik, Veränderung und Gefahr, Multiethnizität und Säkularismus .“

Der israelische Soziologe Avishai Margalit in einem Interview mit Ramon Schack, Juli 2005:

Foto:Die Großstadt, Veränderung und Dynamik, Konsum, Gefahr und wurzelloser Kosmopolitismus!WWW.Ramon-Schack.de/All Rights Reserved

Der Hass auf die Stadt ist  fast so alt wie die Menschheit.Seit der Gründung der ersten Metropolen galten diese als Fluchtpunkt, frei nach der Devise“Stadtluft macht frei„, und zogen regelmäßig die Wut der übrigen Gesellschaft auf sich.   

 „ Der Ort aber, an dem die Zivilisation lebendige Form annimmt, ist die Stadt. Dort treffen Fremde unterschiedlicher Abstammung aufeinander und müssen kulturelle Regelwerke schaffen, die von allen respektiert werden können. Aus den komplexen, arbeitsteiligen Beziehungen, die hier entstehen, entwickelt sich der Markt und die Geldwirtschaft. In allen Kulturen ist die Stadt Kern und Motor zivilisatorischer Entwicklung – gerade darum aber steht sie von Anfang an auch unter einem Generalverdacht. Ist ihre Existenz nicht ein unerhörter Bruch mit der natürlich vorbestimmten Lebensweise der Menschen? Reißt sie ihn nicht aus der symbiotischen Einheit der Gemeinschaft mit ihrem angestammten Boden, ist Haltlosigkeit und Ausschweifung nicht die unausweichliche Folge dieser Entwurzelung?

Foto:Ausschweifung und Haltlosigkeit?All Rights Reserved 

Kurz, ist sie nicht Ausdruck und Nährboden einer ungeheuren Hybris, einer gotteslästerlichen Auflehnung gegen die ursprüngliche und ewige Ordnung der Welt? In der jüdisch-christlichen Überlieferung erscheint die Gründung der ersten Stadt gar als indirekte Folge des Verbrechens. Kain, der Brudermörder, wird von Gott dazu verurteilt, „unstet und flüchtig“ durch die Welt zu ziehen; so wird er zum ersten Nomaden und schließlich zum Stadtgründer.

Aus den Städten entwickeln sich Metropolen und schließlich jene „Riesenstädte“ der Hochzivilisation, die Oswald Spengler in seinem „Untergang des Abendlandes“ bezichtigte, sie saugten dem umliegenden Land seine natürliche Lebenskraft aus. Die große Stadt ist schon von alters her die bevorzugte Zielscheibe apokalyptischer Untergangsphantasien. Sodom und Gomorrha übereignet Gott wegen ihrer Ausschweifungen dem Feuertod. Das biblische Urbild der sündigen Stadt ist aber Babylon, das sein Selbstbewusstsein durch den Bau eines Turms manifestiert, „dessen Spitze bis an den Himmel reiche“. Von dieser Demonstration menschlichen Erfindungsgeistes sah sich der Herr in seiner Autorität bedroht, weswegen er die Sprache der Babylonier verwirrte und sie in alle Länder zerstreute, so „dass sie aufhören mussten, die Stadt zu bauen“.

Quelle:http://www.theomag.de/14/rh1.htm

Foto:  All Rights Reserved:In der Großstadt treffen Fremde unterschiedlicher kultureller Abstammung aufeinander..

Dem Mythos Babylon widmet sich jetzt eine Ausstellung im Pergamon-Museum.Sehr empfehlenswert!

Babylon. Mythos und Wahrheit, vom 26.06-05.10.08

 

 

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2 Responses to “Keine Hure!Babylon war nicht Babel:Eine Ausstellung in Berlin”

  1. Laszlo Simon Says:

    Als Student der Vorderasiatischen Archäolgie war ich von der Ausstellung sehr enttäuscht!
    Ein gutes Konzept, die Stücke nach den ausgesuchten Themen zu sortieren. Aber nicht weitergedacht!
    Stattdessen sinnlos die Funde zueinander gestellt, meisten mit allzu dürftigen, manche sogar mit gar keinen Beischriften!
    Und die Farben…Pink und Babyblau?…alles nur Kitsch!
    Also ob es den Veranstaltern sch***egal wär ob Babylon richtig präsentiert wird. Stattdessen ist es ihnen wichtiger, viele Eintrittskarten zu verkaufen!

    LG Laszlo, Uni Tübingen

  2. ramonschack Says:

    Lieber Laszo,

    danke für Ihre Kritik.
    Ich selbst hatte noch keine Gelegenheit die Ausstellung zu besuchen.

    Vielleicht sind Art und Umfang der Ausstellung etwas zu gewichtig, um jeden Geschmack zu berücksichtigen.

    Ich werde mich an ihre Worte, zum gegebenen Zeitpunkt erinnern.

    Herzlichst
    Ramon Schack

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