Historische Dokumente:“Wollt ihr den totalen Krieg?“/Goebbels Rede im Berliner Sportpalast

Juli 12, 2008

Berlin, am 18. Februar 1943.
Die berühmte Sportpalastrede von Joseph Goebbels.
Zu den historischen Hintergründen. 
Anfang 1943 hatte sich die Stimmung unter der deutschen Bevölkerung dramatisch verschlechtert. Die zunehmenden Luftangriffe auf die Ballungsgebiete, vor allem aber die Katastrophe von Stalingrad, nagten an der Siegesgewissheit der Deutschen.
Rund 10 Jahre nach der nationalsozialistischen Machtergreifung, über 3 Jahre nach dem Ausbruch des 2. Weltkrieges, stand das NS-Regime vor seiner -bis dahin- größten Bewährungsprobe. 

In der Sportpalastrede ruft Reichspropagandaminister Joseph Goebbels zum „Totalen Krieg“ auf. 

 

 

Die Rede gilt als ein Paradebeispiel der Rhetorik und der Propaganda. Goebbels versucht, die Deutschen aus dem Stimmungstief zu holen und sie davon zu überzeugen, den bereits verlorenen Zweiten Weltkrieges weiterzuführen. Als Legitimation für diesen Krieg erhebt er die Notwendigkeit der Bekämpfung der Kriegsgegner (er hebt Großbritannien und die Sowjetunion hervor), die in ihrer Brutalität Rache an den Deutschen nehmen würden, sodass es in diesem Krieg um Leben und Tod der deutschen Nation gehe. Außerdem geht er auf die Ausrottung des Judentums, das er mit schlimmsten Eigenschaften belegt, und des Bolschewismus ein. Darüber hinaus sei der Krieg von den Feinden aufgezwungen worden, was ihn heldenhaft mache. Der Reichspropagandaminister stellt in seinem Vortrag zehn rhetorische Fragen, die so formuliert sind, dass ein Deutscher nur für sein Vaterland auftreten könne, indem er dem totalen Krieg zustimmen, dem Führer zum endgültigen Sieg folgen wollen und nicht „kriegsmüde“ wird.

Die Sportpalastrede wurde gehalten, nachdem die Schlacht um Stalingrad verloren gegangen war und sich die deutschen Truppen an der Ostfront auf dem Rückzug befanden. Auch in  Afrika waren die Deutschen in einer gefährlichen Lage.

Ein Vorentwurf der Rede wurde bereits am 14. Februar diktiert, der jedoch in den folgenden Tagen an einigen zu harten Stellen korrigiert wurde. Goebbels hat diese bis dahin unerhörte Fortentwicklung der politischen Willensbildung sorgfältig vorbereitet: Die Teilnehmer wurden namentlich ausgewählt und kurzfristig einberufen, einzelne auch ehrenvoll abgeholt und herbeigefahren. Regimetreue Volks- und Parteigenossen in genügender Zahl saßen zwischen den übrigen Teilnehmern, um an den richtigen Stellen den Beifall in Gang zu bringen. Fotografen und Kameraleute erhielten die Weisung, hauptsächlich prominente Gesichter und Zeichen der Zustimmung ins Bild zu nehmen.“

Quelle:Wikipedia

Ein paar Tage später schrieb Goebbels ziemlich nüchtern in sein Tagebuch: „Diese Stunde der Idiotie. Hätte ich gesagt, sie sollen aus dem dritten Stock des Columbus-Hauses springen, sie hätten es auch getan.“

Bei dem beigefügtem Video handelt es sich um einen Ausschnitt der „Deutschen Wochenschau“, dem nationalsozialistischen Propagandamedium, aus dem Jahr 1943.http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Wochenschau


 

 

Die Deutsche Wochenschau Teil 1

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