Nicolas Sarkozy. Die Mittelmeerunion,ein Club Med unter französischer Führung

Juli 14, 2008

 

 

 

Allons enfants de la Patrie, Le jour de gloire est arrivé

Auf, Kinder des Vaterlands!Der Tag des Ruhms ist da.

 So lautet eine Zeile aus der französischen Nationalhymne, der Marseillaise . 

Möglicherweise fühlte sich Nicolas Sarkozy von diesen schwülstigen Worthülsen inspiriert,als er dieser Tage in Paris, mit viel Pomp und Pathos, die sogenannte Mittelmeerunion aus der Taufe gehoben hat. 

Wie ein Revolutionär , beim Sturm auf die Bastillie 1789, rüttelt der kleinwüchsige Präsident Frankreichs an diplomatischen Tabus und bricht mit außenpolitischen Traditionen.

Die überraschende Rehabilitierung Assads , Jacques Chirac hatte den syrischen Präsidenten noch zur unerwünschten Person erklärt, zeugt von realpolitischen Pragmatismus. Ein Ausdruck klarer, prinzipienfester Politik ist sie aber nicht.

Ja man mag sich die Frage stellen, welcher außenpolitischen Denkschule sich Sarkozy eigentlich verpflichtet fühlt.

Bisher ist lediglich ein Zickzackkurs zu erkennen. Einerseits spielt Sarkozy das Schoßhündchen von George W. Bush, um bei nächster Gelegenheit Elemente „Gaullistischer Geopolitik“ ins Spiel zu bringen.

Möglicherweise möchte der französische Präsident den verblassenden weltpolitischen Einfluss  der“Grand Nation“ aufpolieren, sich mehr Mitsprache im Nahen Osten, womöglich eine bedeutende Rolle bei zukünftigen Friedensgesprächen, sichern.

Dagegen wäre auch nicht einzuwenden. Im Gegenteil.Infolgedessen ist auch die erwähnte Mittelmeerunion, ein Bündniss aus 43 Staats-und Regierungschefs, ein Schritt in die richtige Richtung.

Für einige Bundesbürger mag das Mittelmeer am Ballermann von Mallorca, bzw. am Teutonengrill der Adria, enden.  Doch die Integration, die Ausweitung der ökonomischen, politischen Beziehungen, rund um das Mare Nostrum, wie man das Mittelmeer noch zu Zeiten des Römischen Reiches nannte, ist von existenzieller Bedeutung für das Schicksal und die Zukunft Europas.

Man sollte in diesem Zusammenhang auch daran erinnern, der Begriff „Europa“ wurde in der Levante, im heutigen Libanon ,geprägt.

Sarkozy schwebt natürlich auch ein Gegengewicht,zur von Deutschland dominierten Osterweiterung der EU, vor.Eine Art Club Med, anknüpfend an historische, kulturelle und politische Traditionen, ein Zusammenschluß der Mittelmeeranrainer-außerhalb der EU- natürlich unter französischer Führung.   

Ob dieses so gelingen kann, bleibt fraglich.Die Anbiederung an den syrischen Diktator Baschar Al Assad, der sich trotz seines sympathisch, jugendlichen Auftretens den totalitären Dogmen der BAATH-Ideolgie verpflichtet fühlt-ihm bleibt auch gar nichts anderes übrig- ist auf jeden Fall ein diplomatischer Griff ins Klosett.

Die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Beirut und Damaskus, von Sarkozy als der ultimative Durchbuch inszeniert, ist nichts als Augenwischerei.

Vielleicht sollte sich Nicolas Sarkozy , in diesem Zusammenhang, an ein Zitat von Charles de Gaulle erinnern.

Vers l´Orient compliqué, je partais avec des idée simples/In den komplizierten Orient brach ich mit einfachen Vorstellungen auf” 

Charles de Gaulle

 

Lesebefehl:http://www.ftd.de/politik/international/:Mittelmeer%20Gipfel%20Der%20Tag%20Ruhms/385009.html

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