Liebe Leser….

August 29, 2008

Liebe Leser,

wir wünschen Ihnen einen angenehmen Start ins Wochenende.

Ramon Schack ist bald wieder für Sie da.

Herzlichst

A Party von Ramon Schack. 

Ihr Team von Ramon-Schack.de/ 4 Engel für Ramon

Odissey – Going back to my Roots (High Quality!)

Advertisements

Abie Nathan 1927-2008

August 28, 2008

Abie Nathan war eine der schillerndsten Persönlichkeiten der israelischen Gesellschaft.

Schon in seiner Jugendzeit, unmittelbar nach der Staatsgründung Israels, gehörte er zur subkulturellen Elite Tel Avivs.

Nathan machte sich einen Namen als Kriegsheld, als tollkühner Pilot, als Partylöwe, Unternehmer, Friedensaktivist, später als Dissident

1966 sorgte er für Aufsehen, aufgrund seines umstrittenen Fluges nach Ägypten, unmittelbar vor Ausbruch des 6-Tage Krieges.

Immer wieder legte er sich mit den Mächtigen an, suchte nach Auswegen aus der kriegerischen und blutigen Realität des Nahen Ostens.

In den 1970er Jahren war er der Gründer des Piratensenders „Voice of Peace“, eines der beliebtesten Radiosenders der Levante. Von einem Schiff, vor der Küste Israels, wurde gesendet.

http://www.abie-nathan.com/pages-eng/main.html

Mehrsprachig, untermalt mit heißer Musik, wurde die utopische, dennoch liebenswürdige,Friedensbotschaft verbreitet, sehr zum Ärger bigotter Heuchler und kriegslüsternder Potentaten. 

   

Abie Nahtan war ein Vollblut-Kosmopolit. Geboren wurde er im Iran, seine Jugend verbrachte er in Indien, bevor er nach Israel auswanderte.

Iranische Juden in Israel:Lesebefehl: http://www.nahost-politik.de/iran/juden-1.htm

Das eurozentristische, askhenasische Staatsmodell der frühen Jahre war nie nach seinem Geschmack, obwohl er Israel liebte.

Immer wieder geriet er in die Schlagzeilen, kam mit dem Gesetz in Konflikt und landete im Gefängnis. Zuletzt 1988, als er sich mit Arafat traf.

Abie Nathan war eine Kämpfernatur, eine Persönlichkeit.

Abie Nathan verstarb gestern, nach langer schwerer Krankheit, in Tel Aviv.  

Lesebefehl:

http://de.wikipedia.org/wiki/Abie_Nathan

http://www.faz.net/s/RubB30ABD11B91F41C0BF2722C308D40318/Doc~E42AAB05EE72C4BE48BE3FD5705E70BB5~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_aktuell

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

The Voice of Peace – in the Mediterranean

Vor 20 Jahren kam es zu der Katastrophe von Ramstein, dem „Westdeutschen Höllenfeuer“, wie damals ein amerikanisches Nachrichtenmagazin titelte.

http://de.wikipedia.org/wiki/Flugtagungl%C3%BCck_von_Ramstein

Ramstein Airbase Disaster / 28.8.1988 (Tagesschau)

Anbei eine Fotokollektion, erstellt von der aufstrebenden Star-Fotografin- meiner sehr guten Feundin- Ronya Galka aus London.

Ronya hat in der letzten Zeit einige begehrte Auszeichnungen gewonnen.

Einfach anschauen und genießen: www.ronyagalka.com

  

Street Photography *Urban De-Lights* – Ronya Galka

Zitat des Tages

August 24, 2008

Das Gesicht des Menschen erkennst du bei Licht,
seinen Charakter im Dunkeln…

aus Afrika

Die brüchige Waffenruhe im Kaukasus wurde heute von einer schweren Explosion erschüttert. In der Nähe der georgischen Stadt Gori, an der Grenze zu Süd-Ossetien, fuhr ein Güterzug-offensichtlich- auf eine Miene.

http://www.nzz.ch/nachrichten/international/zug_gori_explosion_1.814862.html

In Berlin und Paris blickt man verwundert, auf den sich hinziehenden -vertraglich vereinbarten- Truppenrückzug der Russen. Das von Sarkozy und Medwedew -TV-gerecht- unterzeichnete Papier glänzt geradezu vor Schlampigkeit und ist mit Vertragslücken durchzogen, die jetzt von Moskau eifrig ausgenutzt werden. 

Beobachter gehen schon davon aus, es findet überhaupt kein Rückzug statt.

Mann kann sich des Eindruckes nicht verwehren, Moskau plane Georgien weiter im Würgegriff zu halten, zumindest solange Saakashwilli, dessen Tage mittelfristig ohnehin gezählt sein dürften, dort noch das Sagen hat.   

Hektischer Aktionismus dominiert das politische Geschehen, auf allen Seiten. Bundeskanzlerin Merkel plante sogar einen „Kaukasusgipfel„, aber ohne Russland. Man stelle sich vor, irgendwer würde einen Karibik-Gipfel, ohne die USA, veranstalten. Stattdessen standen neben Georgien, Aserbaidschan, Turkmenistan und Armenien, auf der imaginären Einladungsliste.

Droht ein „Neuer Kalter Krieg„, wie manche Kommentatoren munkeln? Natürlich nicht! Die aktuelle geopolitische Situation entspricht nicht im entferntesten der Konstellation des Kalten Krieges, vor allem aber fehlt der ideologische Überbau. 

Was aber droht ist ein langanhaltendes Zerwürfnis zwischen Russland und der NATO, bzw. dem Westen, zu einem Zeitpunkt wo man sich gegenseitig dringender benötigt, als jemals zuvor. 

Dafür kann man getrost auf die überflüssigen Aussagen von Gerhard Schröder verzichten, der sich in der letzten Ausgabe des  Spiegels ausführlich zu Wort melden durfte.

Der Altkanzler hat natürlich Recht. Westeuropa ist auf eine empfindliche Art und Weise von Russland abhängig. Dazu hatte Gerhard Schröder, während seiner unrühmlichen Amtszeit, ja auch seinen gewichtigen Beitrag geleistet, nicht ohne seine Altersversorgung, als Gasprom-Günstling, lukrativ abzusichern.   

Die NATO wirkt momentan wie ein Papiertiger, die der neuen Putin-Doktrin, getragen von imperialen Ambitionen und vom großrussischen Nationalismus, wenig entgegenzusetzen hat.  

In Washington ist man darum bemüht, eine totale Konfrontation mit Moskau zu vermeiden, wohl wissend, die brennenden sicherheitspolitischen Probleme unserer Zeit, werden ohne die Mithilfe Russlands nicht zu meistern sein.

Das ist um so erstaunlicher, wo doch gewisse Politiker unentwegt betonen, unsere Freiheit und Sicherheit, wird am Hindukusch, in Afghanistan, verteidigt, in direkter geographischer Nachbarschaft zur Volksrepublik China.   

 

Die dortige ISAF-Truppe, die ursprünglich unter der Autorität der UNO für Aufbau und Stabilisierung zuständig war-von „Nation building“ möchte ich lieber nicht sprechen-; wurde seitdem dem NATO-Kommando unterstellt.

Es sollte einem zu Denken geben, dass die dortige Operation „Enduring Freedom“, die ja schon bald länger andauert als der 2. Weltkrieg, bisher weder zu Freiheit- noch zu irgendeinem Frieden geführt hat. Stattdessen verstricken sich die westlichen Truppen, im Süden Afghanistans, in einen heftigen Abnutzungskrieg, gegen straff organisierte Aufstandstgruppen, die man oberflächlich mit dem Sammelbegriff „Taleban“ bezeichnet.

Diese Taleban sind übrigens dabei, im Westen Pakistans die Macht zu übernehmen, in dem Atomwaffen- Staat, mit einer größeren Einwohnerzahl Russlands, der sich im freien Fall befindet. Ein altraumhaftes Szenarion bahnt sich dort an, während gewisse Strategen, die weder die Irakisierung Afghanistans verhindern können, noch die vollständige Befriedung des Iraks, und den Verbündeten Georgien sprichwörtlich im Regen stehen lassen, schon auf den Iran schielen.    

Nicht weit vom afghanischen Kundus, dort wo die  deutsche Garnison stationiert ist, liegt die Republik Tadschikistan, die einzige persischsprachige der ehemaligen Sowjetrepubliken. In Tadschikistan, auf den Anhöhen des Pamirs, ist übrigens die 201. russische Infanteriedivision stationiert.

In Duschanbe, der Hauptstadt Tadschikistans, findet am kommenden Mittwoch ein Gipfeltreffen der Schanghai-Gruppe SCO statt.

Erklärtes Ziel der SCO war und ist die Intensivierung der Zusammenarbeit in Zentralasien beim Kampf gegen „die drei bösen Kräfte” Terrorismus, Separatismus und Extremismus. In den USA hat man inzwischen das Gewicht der SCO erkannt , die sich zu einem Rivalen für die Nato entwickeln könnte. Peking trieb die Gründung dieser Organisation voran. Gerade auch weil der Westen versuchte, dieses Problem im Alleingang zu bewältigen und dabei die legitimen Sicherheitsbedürfnisse Chinas und Russlands ignorierte. Sicherlich kann die SCO einen Beitrag bei der Bekämpfung des Dschihads leisten. Ehemals verfeindete Nationen, wie beispielsweise China, Russland und Indien, kooperieren heute aufs Engste miteinander. Noch besser wäre es allerdings, Ost und West würden diesbezüglich an einem Strang ziehen.

Diesem Treffen sollten wir die höchste Aufmerksamkeit schenken. Einerseits wird sich wohl dort die gewichtige Stimme der Volksrepublik China, zu den Vorfällen im Kaukasus, erheben, andererseits wird man dort auch die zukünftige Taktik Moskaus erkennen können. Eventuell wird der Islamischen Republik Iran, die Vollmitgliedschaft, statt wie bisher nur der Beobacherstatus, dieses Staatenbündnisses verliehen.    

Sowohl Moskau als auch Peking dürften den USA somit, wenn es denn so kommen sollte, die Grenzen der Einflußnahme aufzeigen. 

Der NATO ist dringend eine gründliche Neudefinition, und auch eine Umstrukurierung, zu empfehlen, basierend auf knallharter Realpolitik und nicht auf träumerischen, ideologisch verzerrten Worthülsen. Gerade im Bezug auf die kommenden Herausforderung.   

Aber wenden wir den Blick zunächst ab, von den schneebedeckten Gipfeln des Hindukusch und des Kaukasus und streifen über die Landkarte Eurasiens, in unsere Breitengerade, nach Transnistrien.

Karte Transnistrien 02 02.png

Den meisten Lesern dürfte dieser absurde Gebietsstreifen, zwischen Moldawien und der Ukraine, in unmittelbarer Nachbarschaft zum neuen EU-und NATO-Mitglied Rumanien, ähnlich bekannt sein, wie Ossetien oder Abchasien, bis vor Beginn des aktuellen Kaukasuskonfliktes.

Aber mit Abchasien und Ossetien hat Transnistrien eine Gemeinsamkeit. Es handelt sich um ein De -fakto-Regime, wie man solche, international nicht anerkannten, Territorien in der Politikwissenschaft zu nennen pflegt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Stabilisiertes_De-facto-Regime

Wie auch Ossetien und Abchasien, Nagorny -Karabach wäre in diesem Zusamenhang auch zu nennen, handelt es sich bei diesen Gebieten um die geopolitischen Splitter, welche aus dem blutigen Zerfallsprozess der Sowjetunion hervorgegangen sind, mit denen sich Russland seinen Einfluß in Gebieten sichern kann, aus denen es sich eigentlich schon längst zurückziehen mußte.

1992 kam es zu einem blutigen Krieg zwischen Moldawien und Transnistrien. Als sich Moldawien von der Sowjewunion abspaltete, erklärte Transnistrien, überwiegend von ostslawischen Einwanderern geprägt, seine einseitige Unabhängigkeit . Mit den rumänischsprachigen Moldawiern, die damals noch eine Vereinigung mit Rumänien anstrebten, Moldawien ist die ehemalige rumänische Provinz Bessarabien, die nach dem 2. Weltkrieg von der UdSSR annektiert wurden ist, wollte die reaktionäre Führung in Transnistrien nichts zu schaffen haben. Bis heute schwelt der Konflikt. Transnistrien hat sich in eine poststalinistische Wagenburg verwandelt, unterstützt von Moskau.

Sollte der aktuelle Konflikt auf die Ukraine übergreifen, einige Anzeichen sprechen dafür, wäre Transnistrien ein Splitter im Rücken der Ukraine, bzw. ein weiterer Stolperstein bei der Westausdehnung der NATO.

Anbei eine interessante Dokumentation aus Transnistrien.

ransnistrien

Im Januar 1949 geiferte das sowjetische Zentralorgan PRAWDA( Die Wahrheit):

Unkontrollierte, böswillige Kosmopoliten, Profitjäger ohne Wurzeln und ohne Gewissen […] Gewachsen auf der schimmligen Hefe des Kosmopolitentums, der Dekadenz und des Formalismus der Bourgeoisie […] Nationalisten, hier nicht heimisch, ohne Mutterland, die unsere proletarische Kultur mit Gestank vergiften“

Die Kampagne gegen „wurzellose Kosmopoliten„, gegen „Westler“, wurde eröffnet, der bis zu Stalins Tod 1953, in der Sowjetunion und in Osteuropa, unzählige Menschen zum Opfer fallen sollten.

Alle Bürger des kommunistischen Weltreiches, die internationale Kontakte besaßen, über verwandtschaftliche Beziehungen im Ausland verfügten, vor allem jenseits des „Eisernen Vorhanges“, waren jetzt akut gefährdet.  

Die sowjetische Propaganda vermied es zu erwähnen, um wen es hier eigentlich ging. 4 Jahre nach dem Holokaust, wäre es auch der Weltöffentlichkeit schwer zu vermitteln gewesen. Stalin plante mit den Juden- im Parteiapparat und in der Gesellschaft- abzurechnen.

In den darauffolgenden Monaten und Jahren, überlebte kaum ein prominenter, kommunistischer Führer, jüdischer Herkunft, den einsetzenden Terror. Slansky wurde in Prag ermordet, Anna Pauker in Rumänien beseitigt, in der DDR wurden fast alle Juden aus einflußreichen Positionen verdrängt, bis auf Herman Axen.

4 Jahre nach dem 2. Weltkrieg, aus der die UdSSR als Sieger hervorging, hatten sich die Hoffnungen, der leidgeprüften Menschen zwischen Ostsee und Pazifik, zwischen Elbe und Oder, nicht erfüllt. Der Lebensstandart blieb niedrig, sporadische Hungersnöte erschütterten das Imperium, die Diktatur allgegenwärtig.

Zu dieser Zeit ließ der utopische Sozialist George Orwell, seine Erfahrungen mit dem Stalinismus, in sein berühmtes Werk 1984 einfließen. Bitte den Link anklicken:http://www.youtube.com/watch?v=J7Kznmrc3o4&feature=related

Der Terror nahm die alten Formen an, der Personenkult um Joseph Stalin erlebte einen neuen Höhepunkt, der Züge eines religiösen Wahnes beinhaltete.  

Das Bild, das sich die Menschen von Stalin machten, war Produkt einer bewussten Fälschung. Stalin war von kleiner Gestalt, der linke Arm verkrüppelt, das Gesicht pockennarbig, er wirkte schmalschultrig. „Erst nach einiger Zeit wurde mir klar, dass der Mann, dem ich gerade begegnete, Stalin war“, sagt Leonid Zamjatin, ehemals Mitarbeiter im sowjetischen Außenministerium, im Interview: „Ich kannte ihn nur von diesen majestätisch monumentalen Porträts.“ Es existieren nur wenige bewegte Bilder des Kremlherrschers. Pedantisch kontrollierte er jede Filmaufnahme.  

Hierzu ein interessanter Artikel“Als Stalin John Wayne töten lassen wollte“: Lesebefehl:  http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/299/77222/

Anbei ein Ausschnitt aus dem Film“ Der Fall von Berlin“, aus dem Jahr 1949. Regie führte Stalins Leibregisseur Mikhail Chiaureli. Stalin wird gespielt von Mikheil Gavoli.

Stalin w Berlinie Stalin in Berlin

Die Vergangenheit kann uns nicht sagen, was wir tun,
wohl aber, was wir lassen müssen…

José Ortega y Gasset

 

Leo Sayer – Thunder in my heart (1977)

Peter Scholl-Latour hält sich zur Zeit in seinem Refugium auf, in der charmanten, südfranzösischen Kleinstadt Tourrettes-sur-Loup.

Es sei ihm gegönnt. Trotzdem finde ich es schade. Gerade dieser Tage hätte ich mich gerne mit dem Altmeister, angeödet von der drittklassigen, medialen Berichterstattung, über die aktuelle geopolitische Situatution ausgetauscht. Ein Tour d´Horizon, bei einem Gläschen Whisky, musikalisch untermalt von gregorianischen Kirchenklängen. 

Man findet ja heutzutage nur noch selten kompetente Gesprächspartner.

Nun, ich gedulde mich bis September.Dann, so sagte man mir gestern, wird Peter-Scholl-Latour wieder in Berlin anzutreffen sein, bevor er eine seiner neuen Reisen antritt. 

In Peking gehen die Olympischen Spiele ihrem Ende entgegen. Kürzlich gab es eine TV-Debatte, mit Peter Scholl-Latour, zum Thema:“China goes Global“ 

China goes Global-Peter Scholl-Latour:

 

Zitat des Tages

August 21, 2008

„Geduld ist die Kunst,
 nur langsam wütend zu werden…“

aus Japan