Ein halbes Jahrhundert MADONNA/Die Queen of POP wird 50

August 16, 2008

1977 war kein gutes Jahr für New York City. Im Sommer wurde die Stadt der Städte von einem gewaltigen Stromausfall heimgesucht. Der Son of Sam, ein psychopathischer Serienmörder, machte die Strassen unsicher, auf der Suche nach Liebespärchen, die seiner Mordlust zum Opfer fielen. Experten gaben regelmäßig den Untergang, die Unregierbarkeit, ja die Lebensunfähigkeit der Megapolis bekannt, die offensichtlich dabei war in Kriminalität, Armut und Rassenunruhen zu versinken. 

Spike Lee hat die damalige Atmosphäre- später in seinem Film “Summer of Sam”- erfolgreich wiedergegeben.

Trotz dieser düsteren Rahmenbedingen, zog New York immer noch Lebenskünstler,Träumer und Nonkonformisten an, aus allen Winkeln des Erdballs. Die Anziehungskraft der Metropole schien ungebrochen.

Das Leben, in dieser Hauptstadt der Welt, dieser erstaunlichsten und atemberaubensten urbanen Schöpfung der Menschheit, mit ihrer -bis heute- einzigartigen weltweiten Ausstrahlungskraft, glich 1977 wohl immer noch dem Dasein inmitten einer Glühbirne, wie es Truman Capote einmal ausgedrückt hatte . Wenn diese Glühbirne auch- 1977- beunruhigend zu flackern begann.

Der Film Saturday Night Fever, mit John Travolta in der Hauptrolle, kam im gleichen Jahr in die Kinos und kündigte weltweit die Disco-Ära an. Die Handlung basierte auf  dem Artikel des legendären Journalisten Nick Cohn “Tribal Rites of a New York Saturday Night!”, der, wie er viele Jahre später zugeben sollte, komplett erfunden war, ebenso wie die Hauptpersonen.Kurze Zeit später eröffnete das legendäre Studio 54 seine dekadenten Tore. 

Irgendwann, im Sommer dieses wilden Jahres, stieg ein junges Ding aus einem Bus am Times Square, dem damaligen Zentrum der Kriminalität, des Drogenkonsums, der Prostitution.

Knapp 19jährig hatte MADONNA Louise Veronica Ciccone, dem italoamerikanischen Milieu ihrer Familie , daheim in Michigan, Lebewohl gesagt, um jetzt in New York City berühmt zu werden, Karriere zu machen. “If I can make it there I can make it everywhere” , frei nach diesem Satz, aus der musikalischen Hymne Frank Sinatras an den Big Apple, legte die junge MADONNA los. Vertraut man ihrer Biographie, so hatte sie wohl neben einem Koffer, lediglich einige Dollar bei sich.  

Während sich MADONNA auf der Suche nach einem Job machte, verbrachte ich den Sommer- dieses Jahres- am Golf von Neapel, zusammen mit meinen Eltern und meiner kleinen Schwester. In wenigen Wochen, sollte für mich der Ernst des Lebens beginnen, in Form einer verfrühten Einschulung.

Von Madonna ahnte ich damals, als knapp 6jähriger Knirps, natürlich noch nichts. Erst viele Jahre später, 1984, wenn mich meine Erinnerung nicht trübt, sollte ich zum ersten Mal den Namen vernehmen, als ein musikalischer Insider-Tipp. Die coolen Kids, die mit den Netzhemden, den abgeschnittenen Fingerhandschuhen, den abgefahrenen New Wave-Frisuren, alle einige Jahre älter als ich, hörten schon MADONNA. 

12 Monate später sah ich sie dann zum ersten Mal, auf dem Bildschirm,im John F.Kennedy Stadion von Philadelphia. In diesem Jahr wütete eine Hungersnot am Horn von Afrika. LIVE AID nannte sich die, bis dahin einmalige, musikalische Benefizveranstaltung. Ich verbrachte Stunden vor der Glotze, um dabei zu sein, um zu beobachten wie Phil Collins erst in London  auftrat, um dann, Stunden später, dank Concorde und Zeitverschiebung, in Philadelphia, auf der anderen Seite des Atlantiks, auf der Bühne zu stehen.

Ja zu dieser Zeit, inmitten der Pubertät, hatte ich schon genascht, von den süßen  und verführerischeren Früchten der jugendlichen Unabhängigkeit, den Irrungen und Wirrungen der Pubertät, dem aufregenden Leben jenseits der engen Familienidylle. Bette Middler hatte MADONNA angekündigt, die jetzt ihren globalen Duchbruch erlebte, ihren Aufstieg zur Queen of POP. http://de.youtube.com/watch?v=sm1W10DtF7Y 

In den folgenden 23 Jahren sollte mich MADONNA, in unterschiedlicher Intensität, musikalisch begleiten, bzw. als Background-Sound fungieren, für das Drehbuch, welches das Leben schreibt.   

Bis zum Durchbruch, bis zu diesem Tag im Sommer 1985, war es ein weiter, steiniger, harter Weg. Wie war es MADONNA ergangen, seit ihrer Ankunft in New York? Sie schlug sich durch, kämpfte, gab niemals auf, immer getragen von dem glühenden Ehrgeiz, dem fanatischen Willen, der neben Talent und etwas Glück, dem Erfolg zugrunde liegt. Sie hinterließ Spuren, nicht nur als Aktmodell, nicht nur als One Night Stand, während ihrer Zeit als Disco-Luder.”Hier läuft das so.Du musst mir Tip geben.Und zwar das Doppelte von dem Preis oder ein bisschen mehr.Dann musst Du nur jeden dritten Drink bezahlen, und uns ist beiden gedient“,  sagte MADONNA 1982, als Kellnerin einer New Yorker Szene-Bar, dem erstaunten Journalisten Diedrich Diederichsen, als der ihre seine abgezählten Dollarscheine für ein gerade noch finanzierbares Getränk rüberschob. Diederichsen beschreibt diese Begegnung heute in der Berliner Zeitung, als ”Das Ende vom Anfang“.

Im gleichen Jahr wird MADONNA gecastet http://de.youtube.com/watch?v=YpTNsQJqdCU, steigt auf zu einer New Yorker Lokalberühmtheit, bekannt bei Szenegängern, bei Nachtschwärmern.  http://de.youtube.com/watch?v=n8zu0HUOgGk&feature=related

1982 wird die real existierende Madonna Louise Veronica Ciccone, ein hübsches, aber nicht atemberaubendes Mädchen, vermutlich das letzte Mal gesehen, schreibt heute die FAZ, als Begleittext zu einer Fotogalerie:http://www.faz.net/s/Rub02DBAA63F9EB43CEB421272A670A685C/Doc~E80154E3895004B388B1D64BC3D10771E~ATpl~Ecommon~SMed.html

Seitdem hat sich MADONNA verwandelt, immer neu erfunden, um sich doch dabei treu zu bleiben, als eine Ikone des Westens, der Metropole, der Urbanität, als eine musikalische Wiedergeburt der biblischen Hure Baylon, dabei den Konventionen trotzend, die gesellschaftliche Ansprüche ignorierend, die moralischen Maßstäbe überschreitend.     

Ein Vierteljahrhundert später, wird MADONNA diese Erfahrungen, die entbehrungsreichen Jahre des Aufstieges, in ihrem FIlm Filth and Wisdom, als Regisseurin, einfließen lassen.

Auf der Pressekonferenz, zur Präsentation dieses Films, war ich auch anwesend.

“Am Ende bat sie Eugen Hutz, den ukrainischen Sänger und Hauptdarsteller in ihrem Film, um eine musikalische Kostprobe.Hutz schnappte sich seine Gitarre, sang vom “Immigranten Punk!”, eine Hymne auf alle wurzellosen Lebenskünstler.MADONNA klatschte begeistert in die Hände und schenkte allen Anwesenden ein natürliches Lächeln.Für einen Augenblick war sie wieder das junge Ding aus Bay City Michigan, das vor 30 Jahren aufbrach, um die Welt zu erobern.Ein junges Mädchen, das einen Faible hat für Nonkonformisten, für Freigeister.Ein junges Mädchen das sich  durchbeißen kann, das nach oben möchte. Ein junges Mädchen mit einem Traum. Eine schöne Frau , eine große Künstlerin, die man sehr gerne haben kann. Eine Frau mit einem Geheimnis…” Lesebefehl: https://ramonschack.wordpress.com/2008/02/14/1546/

 

Happy Birthday Madonna

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Madonna – Sorry HQ

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