Prager Frühling 1968/“Jeder Panzer eine Faust, die in Bonner Pläne saust!“

August 21, 2008

Im August 1968 erlebten die Bewohner Böhmens, Mährens und der Slowakei, zum dritten Mal innerhalb von 30 Jahren, den Einmarsch fremder Truppen in ihre Heimat.

Diesmal kam nicht mehr die Wehrmacht Nazi-Deutschlands, sondern die  Truppen des Warschauer Paktes.

Diesmal ging es nicht um den Schutz der Sudetendeutschen Minderheit, nach der Devise Heim ins Reich. Es ging auch nicht um die Zerschlagung einer der wohlhabenden Demokratien Europas, wie 1938/1939.

Foto:Prag 1939.Fassungslos erleben die Einwohner Prags den Einmarsch deutscher Truppen.

Nein, im August 1968 ging es um die Rettung des sog. „real existierenden (Kasernenhof-)Sozialismus“, um die Vormacht der Sowjetunion. 

Foto:Prag August1968. Ein Demonstrant baut sich vor einem sowjetischen Panzer auf.

Sachsen diente damals als Aufmarschgebiet:Lesebefehl:

http://www.faz.net/s/RubFC06D389EE76479E9E76425072B196C3/Doc~E04DD6585753A42738B503BD61BABBCC7~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Die Vision von einem „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“, war ein Alptraum für die stalinistischen Vasallen in den Nachbarstaaten und in der Sowjetunion. Viel gefährlicher als der kapitalistische Klassenfeind.

Jeder Panzer eine Faust, die in Bonner Pläne saust“ titelte die SED-Propaganda.

Am 21. August 1968 wurde der Prager Frühling, das Tauwetter für die Tschechoslowakei, in einem ewigen stalinistischen Winter, in Blut und Tränen erstickt. Vorbei war der kurze Frühling der Freiheit, der Rausch, die Pressefreiheit, die Reisefreiheit, die Abwesenheit von Angst und Spitzeleien.

 http://de.wikipedia.org/wiki/Prager_Fr%C3%BChling

Während im Westen Studenten mit Mao-Plakaten demonstrierten, kämpfte man in der Tschechoslowakei gegen den roten Totalitarismus, unter dem man dort 20 Jahre gelitten hatte.

Foto:Alt-68iger in ihrer Jugend

die nächsten 20 Jahre stellte sich das tschechische Volk tot, wie auch in den anderen kommunistischen Staaten, bis zum Völkerfrühling , im Herbst 1989.

Lesebefehl:http://www.welt.de/kultur/arti2343180/Als_Kommunisten_gegen_Kommunisten_kaempften.html

Advertisements

2 Responses to “Prager Frühling 1968/“Jeder Panzer eine Faust, die in Bonner Pläne saust!“”

  1. Nicolao Coelho Says:

    Eine kleine Korrektur Ihres Satzes:

    „Im August 1968 erlebten die Bewohner Böhmens, Mährens und der Slowakei, zum zweiten Mal innerhalb von 30 Jahren, den Einmarsch deutscher Truppen in ihre Heimat. “

    In der Nacht zum 21. August 1968 marschierten Truppen der Sowjetunion, Polens, Ungarns und Bulgariens schließlich in die Tschechoslowakei ein und besetzten innerhalb von wenigen Stunden alle strategisch wichtigen Positionen des Landes. Bei den Kämpfen fielen 98 Tschechen und Slowaken. Etwa 50 Soldaten der Interventionstruppen kamen ums Leben. Die Nationale Volksarmee der DDR nahm an der Besetzung nicht teil, gleichwohl standen zwei ihrer Divisionen an der Grenze bereit. Nur etwa 30 Soldaten einer NVA-Nachrichteneinheit weilten auf Grund der Militäraktion im Führungsstab der Invasionstruppen auf dem Truppenübungsplatz Milovice.

    aus:http://de.wikipedia.org/wiki/Prager_Fr%C3%BChling

    Auch wenn die NVA in Sachsen aufmarschiert ist, einmarschiert sind sie nicht.

    Dies haben die Russen trotz des “ Wunsches “ von Ulbricht nicht zugelassen.

  2. ramonschack Says:

    Nico Nicolayowitsch,

    merci!

    Gruß
    Ramon

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s