Zitat des Tages/Song des Tages

September 29, 2008

„Wann, wenn nicht jetzt? Wo, wenn nicht hier? Wer, wenn nicht wir?

John F. Kennedy

Suburbia by Pet Shop Boys

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Landtagswahlen in Bayern: Zwei strukturkonservative, staatsgläubige und populistische Parteien, die CSU und die LINKE, haben ihr Wahlziel nicht erreicht. Die CSU verliert die absolute Mehrheit, die LINKE verfehlt den Einzug ins Maximilian. Ein sehr begrüßenswertes Resultat.

Laptop ohne Lederhose?

Anbei ein paar ausgewählte Artikel:

http://www.welt.de/politik/article2507401/Die-CSU-regiert-Bayern-nicht-mehr-allein-na-und.html

http://www.ftd.de/politik/deutschland/:Wahlanalyse-Beckstein-und-CSU-in-Bayern-unten-durch/419446.html

http://www.taz.de/1/archiv/dossiers/dossier-bayernwahl-08/artikel/1/knapp-vorbei-ist-nicht-so-schlimm/

 

http://www.faz.net/s/Rub7FC5BF30C45B402F96E964EF8CE790E1/Doc~ED76F278A90214403AE963306E0894E49~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Zitat des Tages/Song des Tages

September 28, 2008

Kein größeres Übel, als den Feind unterschätzen

Lao-Tse

Marlena Shaw – California Soul

Wie wird man die aktuellen globalen Ereignisse, im nächsten, vielleicht im übernächsten Jahrzehnt, rückblickend deuten?

Als Beginn einer Zeitenwende, wie es der Bundesfinanzminister kürzlich ausdrückte?

Erleben wir eine Welt in Auflösung, das Ende einer Epoche?. Diese Fragen diskutierte ich gestern mit einem guten Freund. Natürlich kamen wir zu keinem übereinstimmenden Ergebnis, wie sollte man auch. Die Dinge sind in Bewegung geraten, die Entwicklung beschleunigt sich.    

Fühlen Sie sich eigentlich wohl, in der Epoche in der Sie leben?“, fragte ich einmal Peter Scholl-Latour . „Nun, die Epoche ist doch sehr interessant!“, antwortete mir der bekannte Publizist, dessen weltpolitische Prognosen, trotz aller Anfeindungen, immer wieder eingetroffen sind:“Es ist aber natürlich eine Epoche des Niederganges!“, fügte er hinzu.

„Amerika und seine Depressionen“, der Artikel des Tages:Lesebefehl:http://www.nzz.ch/nachrichten/international/amerika_und_seine_depressionen_1.931423.html

Vor einigen Tagen sah ich den Film „Splendor in the Grass“. Ein Meisterwerk. Auf Deutsch erschien dieser Film seinerzeit unter dem idiotischen Titel“Fieber im Blut“. 

Vor dem Hintergrund der „Roaring Twenties“, der „Goldenen Zwanziger“, über den „Schwarzen Freitag“ von 1929, bis hin zur großen Depression, wird eine tragische Liebesgeschichte geschildert.   

http://de.wikipedia.org/wiki/Splendor_in_the_Grass

Anbei ein Filmausschnitt aus „Splendor in the Grass“. Meiner bescheidenen Meinung nach, handelt es sich um einen der besten 10 Filme des 20. Jahrhunderts.

Splendor in the Grass Pt.10 of 12

Zitat des Tages

September 25, 2008

 

„Zu haben was man will ist Reichtum, es aber ohne Reichtum tun, ist Kraft.“ 

George Bernard Shaw

Wir erleben die schmerzhaften Geburtswehen einer neuen Weltordnung.

Die dramatischen Verschiebungen des globalen Machtgefüges, deren Zeugen wir sind, deren Folgen und Auswirkungen aber nur die wenigsten noch erfassen können, sind im vollen Gange.

In einer Art „Blut, Schweiß und Tränen-Rede“ hat US-Präsident Bush, per TV, seine Landsleute auf harte Zeiten eingeschworen.

 

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,580306,00.html

In Deutschland prognostiziert der Finanzminister das Ende der US-Hegemonie, auf den weltweiten Finanzmärkten.http://www.welt.de/politik/article2490506/Peer-Steinbrueck-sieht-Finanzkrise-als-Zeitenwende.html

Vor übereilten Zukunfts-bzw. Untergangsprognosen, sollte man sich hütten.Ebenso vor Beschwichtigungen. Die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos:http://www.ftd.de/politik/international/:Neue-Umfragewerte-Finanzkrise-katapultiert-Obama-nach-vorne/417595.html

September 23, 2008

Flag of Abkhazia.svg

Bild:Die Abchasische Flagge

 

 

Abchasien erklärt dieser Tage seine Unabhängigkeit.

Wovon, bzw. von welchem Staat, dieser subtropische, nordkaukasische Gebietsstreifen sich unabhängig erklärt, bleibt fraglich.

Wie so einiges in diesem „Great Game“, in dem es natürlich um die Vorherrschaft über die Erdölfelder von Baku, an den Gestaden des Kapischen Meeres, geht. http://de.wikipedia.org/wiki/The_Great_Game#USA_vs._Russland

Seit 1993 gilt Abchasien als ein sogenanntes De-fakto Regime, ähnlich wie Südossetien, wie Transnistrien.

Lesebefehl: http://www.eurasischesmagazin.de/artikel/?artikelID=506

Im Schatten des jüngsten Kaukasuskonfliktes, dem Krieg zwischen Russland und Georgien, um Südossetien, wurden auch in Abchasien Fakten geschaffen.

Diese “Unabhängigkeit”, basierend auf russischen Pässen, ist natürlich nur eine Farce. In Wirklichkeit schafft man in Moskau Fakten,  während Georgien, basierend auf der tollkühnen Politik des Präsidenten Sakashwilli, bzw. der totalen Fehlkalkulation der NATO, der ewigen Osterweiterung des transatlantischen Verteidigungsbündnisses, am Boden liegt.

Russland läßt seine Muskeln spielen, auf dem eurasischen Territorium der ehemaligen Sowjetunion.

Sehr bald werden wir noch Überraschungen erleben. Auf der russophonen Krim, die formal zur Ukraine gehört, als auch viel weiter westlich, an der Moldau, direkt an der Grenze zum EU-und NATO-Mitglied Rumänien.

Der Westen, insbesondere die USA sind geschwächt. Moskau wird diese Phase nutzen, um seinen Machtbereich im Kaukasus, als auch im sog. “Nahen Ausland”, wie die russische Regierung die Nachfolgestaaten der ehemaligen UdSSR zu nennen pflegt, auszubauen.

Neben einer Art Konsolidierung der Machtbereiche, basierend auf der Rückkehr der Geopolitik, die sich dieser Tage  -mit einem großen Hallo-auf der weltpolitischen Bühne zurückgemeldet hat, obwohl wir ja angeblich in einem völlig globalisierten Zeitalter leben, indem die Welt durch E-Mails und Finanzströme zusammenwächst, wie uns in den letzten Jahren von schlichten Gemütern, die nichts von Geschichte, noch weniger von der menschlichen Natur verstehen, permanent verkündet wurde.  

“Abchasien Träume aus Trümmern“, lautet ein lesenswerter Artikel in der heutigen Financial Times: http://www.ftd.de/politik/international/:Agenda-Abchasiens-Tr%E4ume-aus-Tr%FCmmern/417050.html?p=3

Allerdings verschweigt der Artikel die Vertreibung der georgischen Bevölkerung, die Züge eines Genozides trug, im Jahr 1993.

Als ich mich 1996 in Georgien aufhielt, lebten, bzw. vegetierten hundertausende von ethnischen Georgiern, im größten Hotel von Tiflis, einem abscheulichen Betonklotz aus der sowjetischen Zeit, allesamt Flüchtlinge aus Abchasien. Inzwischen hat sich die Flüchtlingsproblematik noch verschärft, duch die Vertreibung der georgischen Bevölkerung aus Süd-Ossetien.

Damals hatte ich auch vergeblich versucht, die Grenze zwischen Georgien und Abchasien, bei Anaklia, zu überqueren. Wir wurden, wie nahezu alle Reisenden, unsanft an der Einreise gehindert, von Verbrechervisagen in zerlumpten Uniformen. Diesen mafiotischen Söldnern, aus dem Bodensatz der postsowjetischen Gesellschaft, mochte man nicht im Dunklen begegnen. Viele von diesen “Grenzschützern”, eines obskuren Territoriums, waren an den Massakern von Sochumi beteiligt, einige Jahre zuvor.

http://de.wikipedia.org/wiki/Massaker_von_Sochumi_1993

 

Anbei ein Filmdokument, über die Massaker von Sochumi 1993

 

 

sochumi 1992 celi (abchasien)

Zitat des Tages/Song des Tages

September 21, 2008

Ein denkender Mensch kann sowohl den Gipfel eines Berges als auch die Nasenspitze einer Fliege erklimmen.

André Breton

Aretha Franklin:

Seit gestern verspüre ich ein ungutes Gefühl in der Magengegend. Eine Art Grummeln. Dieses Gefühl begleitete mich die ganze vergangene Nacht, bis ich in einen tiefen, traumlosen Schlaf versank.

Dieses Gefühl, dieses Grummeln, stellte sich heute Morgen wieder ein, nach dem Aufwachen, bei der Morgentoilette, dem Blick in den Badezimmerspiegel. Wenn ich morgens aufwache, sehe ich übrigens auch nicht aus wie Ramon Schack, wie ich immer wieder erstaunt feststellen muß. 

Ja, auch während des obligatorischen Sonntagsbrunches, diesesmal leider in einem anderen Café als gewöhnlich, man sollte nicht immer alle Ratschläge guter Freunde annehmen, mir wurde dort gesalzener Kaffe, gezuckertes Rührei, zu gepfefferten Preisen, von einer grießgrämigen Pommeranze-fürs Lächeln wird sie anscheind nicht bezahlt- serviert, war das Magengrummeln stets präsent. 

Die gestrigen Ereignisse in Köln, der sogenannte Anti-Islamisierungskongress, bzw. dessen Verbot, die dazu gehörige mediale Berichterstattung, machen mich etwas nachdenklich. Wie ist es um die Meinungsfreiheit in unserem Land bestellt, fragte ich mich heute den ganzen Tag, auch noch als ich in der Ringbahn saß, umrundet von völkischen, stark alkoholisierten, UNION-Fußballfans, einer trug einen Sticker mit der Aufschrift“Ich danke dem Herren, dass ich ein Ostler bin„, aus den Arbeiterschließfächern von Lichtenberg, Marzahn, Hellersdorf, die mich kritisch musterten, zum Abschied „Heil Hitler!“ brüllten und beim Aussteigen in die Arme der Bereitschafspolizei torkelten.

Nein, ich halte das Verbot, dieser schaurig-schönen Zusammenkunft, für keine gute Idee.

Eine „Offene Gesellschaft“ hat gefälligst Erscheinungen dieser Art auszuhalten . Nach Verboten schreien ist ein Ausdruck von Schwäche.

Freiheit-die ich meine-sieht anders aus.

Inhaltlich kann man diesen Gruppierungen, die in jüngster Zeit wie Eiterpickel, auf den Rücken des zerprengten, rechtsreaktionären, politischen Spektrums, sprießen, einiges entgegenhalten. 

Die „Islamophobe“ Szene Deutschlands, in ihre bisherigen Erscheinungsform, ist gescheitert. Moralisch, vor allem gemessen an den eigenen, stets propagierten, moralischen Vorgaben.

Diese Szene, inzwischen ein Tummelplatz sozialreaktionärer Elemente, verfassungsfeindlicher Aktivitäten, der Lautsprecher des Lumpenproletariats, bringt jede, durchaus legitime, Islamkritik in Verruf.

Man denke nur an die Website Pi-News.net, die ja inzwischen ganz offen für die sogenannten PRO-Parteien die Propaganda-Trommel rührt. 

Eine Website auf der Kritiker regelmäßig dem Spott, den Hass, den Schmähungen der Leser ausgesetzt sind.Eine Website, deren Gründer und Autoren, Verleumdungen, Mordrohungen und Aufrufe zum Rassenhass billigend in Kauf nehmen, bisweilen aber auch belustigt kommentieren. Gründer und Autoren die dann aber wie ein Sensibelchen aufheulen, wenn sie selbst scharfer, berechtigter Kritik ausgesetzt sind.

Islamkritik ist wichtig und richtig.Islamkritik ist legitim, wie auch Kritik an allen Religionen, Institutionen, Privatpersonen.  

Aber, bevor man irgendetwas öffentlich kritisiert, sollte man den Gegenstand seiner Kritik wenigstens in Ansätzen kennen.  Als Projektionsfläche für Ängste, bezüglich politische Umbrüche, gesellschaftlicher Verwerfungen und sozialer  Spannungen, wie es einst der Antisemitismus in Europa war, die Folgen kennen wir alle, ist Islamkritik nicht geeignet.

Im Gegenteil, so macht man sich zum nützlichen Idioten des Dschihadismus.

Aber, es wäre ein verhängnisvoller Fehler, diese Kritik, diese Angst vor dem Islam, nur diesem unästhetischen Milieu zu überlassen.

Der Islam trägt natürlich auch, wie jede Religion, den Keim der Intoleranz, des Dogmas, des Totalitären, in sich. Eine Tatsache die natürlich überhaupt nicht auf jeden gläubigen Muslim zutrifft. Es gibt aber einflußreiche Kreise, die religiöse Gefühle für ihre trüben Zwecke instrumentalisieren. Je häufiger Menschen, diese Entwicklung ist in vollem Gange, findet schon statt, öffentlich auf Vorbehalte und Hass stoßen, aufgrund ihrer Herkunft, ihre Namens, ihres Aussehens, um so leichter werden diese religiösen Rattenfänger Beute machen.Wenn Menschen ständig auf ihre Herkunft reduziert werden, sich ständig rechtfertigen müssen, werden sie irgendwann ihre ethnoreligiösen Wurzeln suchen und idealisieren. Auch dieser Prozess ist in Europa im vollen Gange. 

Gerade die Vertreter des linken politischen Spektrums, die sich ja ständig an Kritik gegenüber den Kirchen ergötzen, sollten diesbezüglich genau hinschauen. Auf die Äußerungen einer Alice Schwarzer, um nur eine Persönlichkeit exemplarisch zu nennen, kann man dabei getrost verzichten. 

An der Trennung von Staat und Kirche, der großen Errungenschaft des Westens, darf auf keinen Fall gerüttelt werden.

Das Grundrecht auf Religionsfreiheit ist diesbezüglich vollkommen ausreichend, um die die individuelle Religionsfreiheit zu gewährleisten.

Befreien wir also die Islamkritik aus den schmutzigen Griffeln der Islamophoben, schränken dabei aber nicht unsere Meinungsfreiheit ein. 

Islamophobie ist eine große gefahr für den Westen„, sagte mir der israelische Philosoph Avishai Margalit, vor einigen Jahren in einem Interview, unmittelbar nach den Anschlägen von London. Das Interview kann man hier nachlesen:https://ramonschack.files.wordpress.com/2008/09/margalit1.pdf

Amerika am Tiefpunkt

September 21, 2008

Befinden sich die USA schon in dem unerbittlichen, historischen Prozess,  welcher den Aufstieg und den Niedergang großer Imperien begleitet?
Über diese Fragen zerbrechen sich Experten regelmäßig ihre klugen Köpfe.Persönlich würde ich nicht den baldigen Niedergang der Supermacht verkünden, noch diesen als wünschenswert erachten. Die Vereinigten Staaten sind immer noch die führende Nation, in vielerlei Gebieten. Militärisch verfügen die USA über eine erdrückende Übermacht, auf den Weltmeeren, in der Luft, wenn auch schon lange nicht mehr zu Lande. Von der subkulturellen, weltumspannenden Ausstrahlungskraft des American Way of Life ganz zu schweigen.
Aber soviel steht fest.  Die Supermacht, am Ende der Amtszeit von George W. Bush, den man möglicherweise, in einer nicht allzu fernen Zukunft, in den Geschichtsbüchern als den schlechtesten US-Präsidenten der jüngeren Geschichte bezeichnen wird, geht geschwächt in die nächsten weltpolitischen Runden .

Ein Kommentar von Volker Zastrow:Die Fackel flackert/Lesebefehl:

  http://www.faz.net/s/Rub7FC5BF30C45B402F96E964EF8CE790E1/Doc~EDDAFF1CE0A974B1E8A774ACCC462F29D

Demnächst werde ich mich mit Peter Scholl-Latour-mal wieder-über dieses Thema unterhalten:

Zwischen den Fronten – Die neuen Achsen der Macht Teil 1