Das -neue-Zeitalter der Angst!

September 18, 2008

Gestern besuchte ich die Ausstellung „Bilder gegen Nationalsozialismus und Terror„, die Werke von Arthur Szyk, im Deutschen Historischen Museum zu Berlin.http://www.dhm.de/ausstellungen/arthur-szyk/index.html

Beim Betrachten der Werke, dieses in Deutschland nahezu unbekannten Künstlers, verspürte ich eine beklemmende Aktualität.

Szyks Karrikaturen waren seinerzeit- in der Anglosphäre- populärer als Pin-UP-Fotos. 

Szyk erlebte seinen beruflichen Höhepunkt, während des sogenannten „Zeitalters der Angst“, wie  Wystan H. Auden diese düstere Epoche  -in einem Gedicht- bezeichnete.  

Das Zeitalter der Angst, entstand aus den Trümmern der niedergegegangenen bürgerlichen Epoche, aus den Ruinen des Liberalismus, der seinen totalitären Herausforderern scheinbar nichts mehr entgegenzusetzen hatte.

Später schaute ich mir eine Kömödie an, in zwei Teilen. Die beiden Hauptdarsteller, sie kamen mir vor wie lebendige Karrikaturen, gaben sich große Mühe. Der eine Kömodiant spielte einen Journalisten, der andere einen Politiker.Um ehrlich zu sein,ich fand diese Komödie künstlerisch nicht sehr anspruchsvoll, intellektuell eher dürftig,politisch höchst zwielichtig.http://www.pi-news.net/2008/09/im-gespraech-joerg-uckermann/ Aber vielleicht orientierte man sich in diesem „Schauspielhaus“ ja auch an dem Geschmack der Masse. 

Wie immer, in Zeiten großer gesellschaftlicher Umwälzungen, in ökonomischen und politischen Krisensituationen, schlägt die Stunde der „schrecklichen Vereinfacher“, der „terribles simplificateur“, wie es die Franzosen ausdrücken würden. Menschen die sich berufen fühlen, ihre simplen Botschaften zu verkünden.Basierend auf Halbwarheiten, auf Hetze und Hinterwäldlertum, reichen diese „Propheten“, der ausgehungerten Masse, komplexe politische Sachverhalte, als kleine, leicht verdauliche, Häppchen. Dieses Phänomen ist wahrlich global und so alt wie die Menschheit.

 Der Begriff „Das Zeitalter der Angst„, wird heute auch in der FAZ erwähnt, in einem Artikel von Frank Schirrmacher:Wenn auch nicht in der Überschrift, so doch im ersten Absatz:Lesebefehl:  

http://www.faz.net/s/RubCF3AEB154CE64960822FA5429A182360/Doc~E29F8FCC1E6094ED1BFE07AA7222B0AC4~ATpl~Ecommon~Scontent.html

     

Warum die schlimmsten Schmerzen der Jugend unerwähnt lassen?Die Prinzen der Phantasie, die alles riskieren, um die Geliebte zu retten, wissen Bescheid:

Sie sind nicht so jung , wie sie aussehen. Jugend bedeutet;immer am Rand sein, bereit,den Persönlichen Anruf aus großer Weite entgegenzunehmen, die leise Stimme, die die Zeichen der Zukunft beschreibt.

Aus dem Nichtkennen kommt die Furcht, die wir kennen. Es ist spät.

Wird man jemals nach uns verlangen?

Sind wir ganz einfach unerwünscht?

Wystan Hugh Auden, aus:Das Zeitalter der Angst

 

 

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