Abchasien:Ein neuer Stern am Staatenhimmel?

September 23, 2008

September 23, 2008

Flag of Abkhazia.svg

Bild:Die Abchasische Flagge

 

 

Abchasien erklärt dieser Tage seine Unabhängigkeit.

Wovon, bzw. von welchem Staat, dieser subtropische, nordkaukasische Gebietsstreifen sich unabhängig erklärt, bleibt fraglich.

Wie so einiges in diesem „Great Game“, in dem es natürlich um die Vorherrschaft über die Erdölfelder von Baku, an den Gestaden des Kapischen Meeres, geht. http://de.wikipedia.org/wiki/The_Great_Game#USA_vs._Russland

Seit 1993 gilt Abchasien als ein sogenanntes De-fakto Regime, ähnlich wie Südossetien, wie Transnistrien.

Lesebefehl: http://www.eurasischesmagazin.de/artikel/?artikelID=506

Im Schatten des jüngsten Kaukasuskonfliktes, dem Krieg zwischen Russland und Georgien, um Südossetien, wurden auch in Abchasien Fakten geschaffen.

Diese “Unabhängigkeit”, basierend auf russischen Pässen, ist natürlich nur eine Farce. In Wirklichkeit schafft man in Moskau Fakten,  während Georgien, basierend auf der tollkühnen Politik des Präsidenten Sakashwilli, bzw. der totalen Fehlkalkulation der NATO, der ewigen Osterweiterung des transatlantischen Verteidigungsbündnisses, am Boden liegt.

Russland läßt seine Muskeln spielen, auf dem eurasischen Territorium der ehemaligen Sowjetunion.

Sehr bald werden wir noch Überraschungen erleben. Auf der russophonen Krim, die formal zur Ukraine gehört, als auch viel weiter westlich, an der Moldau, direkt an der Grenze zum EU-und NATO-Mitglied Rumänien.

Der Westen, insbesondere die USA sind geschwächt. Moskau wird diese Phase nutzen, um seinen Machtbereich im Kaukasus, als auch im sog. “Nahen Ausland”, wie die russische Regierung die Nachfolgestaaten der ehemaligen UdSSR zu nennen pflegt, auszubauen.

Neben einer Art Konsolidierung der Machtbereiche, basierend auf der Rückkehr der Geopolitik, die sich dieser Tage  -mit einem großen Hallo-auf der weltpolitischen Bühne zurückgemeldet hat, obwohl wir ja angeblich in einem völlig globalisierten Zeitalter leben, indem die Welt durch E-Mails und Finanzströme zusammenwächst, wie uns in den letzten Jahren von schlichten Gemütern, die nichts von Geschichte, noch weniger von der menschlichen Natur verstehen, permanent verkündet wurde.  

“Abchasien Träume aus Trümmern“, lautet ein lesenswerter Artikel in der heutigen Financial Times: http://www.ftd.de/politik/international/:Agenda-Abchasiens-Tr%E4ume-aus-Tr%FCmmern/417050.html?p=3

Allerdings verschweigt der Artikel die Vertreibung der georgischen Bevölkerung, die Züge eines Genozides trug, im Jahr 1993.

Als ich mich 1996 in Georgien aufhielt, lebten, bzw. vegetierten hundertausende von ethnischen Georgiern, im größten Hotel von Tiflis, einem abscheulichen Betonklotz aus der sowjetischen Zeit, allesamt Flüchtlinge aus Abchasien. Inzwischen hat sich die Flüchtlingsproblematik noch verschärft, duch die Vertreibung der georgischen Bevölkerung aus Süd-Ossetien.

Damals hatte ich auch vergeblich versucht, die Grenze zwischen Georgien und Abchasien, bei Anaklia, zu überqueren. Wir wurden, wie nahezu alle Reisenden, unsanft an der Einreise gehindert, von Verbrechervisagen in zerlumpten Uniformen. Diesen mafiotischen Söldnern, aus dem Bodensatz der postsowjetischen Gesellschaft, mochte man nicht im Dunklen begegnen. Viele von diesen “Grenzschützern”, eines obskuren Territoriums, waren an den Massakern von Sochumi beteiligt, einige Jahre zuvor.

http://de.wikipedia.org/wiki/Massaker_von_Sochumi_1993

 

Anbei ein Filmdokument, über die Massaker von Sochumi 1993

 

 

sochumi 1992 celi (abchasien)

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