Sieh dir einen Menschen genau genug an, so weißt du mehr von ihm als er selber.

– Hermann Hesse, Demian

Lamont Dozier – Going To My Roots (1977)

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Der US-Wahlkampf neigt sich dem Ende entgegen.

Wer immer am kommenden Dienstag zum mächtigsten Mann der Welt gewählt wird, sieht sich mit einer düsteren Erblast konfrontiert.

Die Supermacht gleicht aktuell einem Koloss auf tönernen Füßen, die Herausforderungen werden nicht einfach zu bewältigen sein.

Persönlich möchte ich noch keine Prognose abgeben, trotz der scheinbar eindeutigen Umfrageergebnisse.

Ich traue den Analysen der Meinungsforschungsinstitute nur sehr bedingt. 

Viel eher möchte ich an den Ausspruch von Bill Clinton erinnern“It´s the economy stupid/Es ist die Wirtschaft Blödmann“

Diesbezüglich scheint sich das Blatt dem demokratischen Präsidentschaftskandidaten zuzuwenden.

Anscheinend ist es Barak Obama auch gelungen einen Großteil der hispanischen Wähler, die ja schon längst die sogenannten Afroamerikaner als zweitgrößte Bevölkerungsgruppe abgelöst haben, für sich zu gewinnen.

Die Hispanics sind kein homogener Block. Zwischen einem schwarzen Kubaner, einem Indio aus Mexiko, oder einem weißen Puerto-Ricaner, liegen ethnokulturelle Welten von einem beträchtlichen Ausmaß. Das einzige Indentifikationsmerkmal ist hier die spanische Muttersprache, in geringer Form auch die Zugehörigkeit zur Römisch-Katholischen Kirche, welche das weiße, angelsächsische und vor allem protestantische Gründungskonzept der USA permanent herausfordert.  

Andererseits wird bei der aktuellen Berichterstattung, hüben wie drüben, der geographisch expandierende und demographisch explodierende Block des Bible-Belt, des Bibel-Gürtel der USA, der sich über tausende von Kilometern, von Küste zu Küste, jenseits der Touristenziele, über die kontinentale Landmasse der USA erstreckt, völlig ignoriert.  

Dieses gewaltige Bevölkerungssegment hat sich ja nicht in Luft aufgelöst, sondern baut im Gegenteil seinen gesellschaftlichen Einfluss weiter aus.

In diesem Zusammenhang möchte ich gerne Alexis de Tocqueville zitieren. Dessen Studie“De la Démocratie en Amérique“, die er 1840 nach einem neunmonatigen Aufenthalt in den USA anfertigte, ist bis heute, gerade in der jetzigen Umgestaltungsphase der USA, stellenweise bemerkenswert aktuell geblieben. 

Die Religion stand am Anfang der anglo-amerikanischen Gesellschaft, man sollte das nie vergessen. In den Vereinigten Staaten verschmilzt deshalb die Religion mit allen nationalen Bräuchen und mit allen patriotischen Empfindungen. Daraus entsteht eine ganz besondere Kraft.Dieser mächtigen Motivation fügt sich eine andere, ebenso wichtige hinzu:In Amerika hat sich die Religion gewissermaßen selbst ihre Grenzen gesetzt. Die religiöse Ordnung bleibt dort strikt getrennt von der politischen Ordnung, so daß man die bestehenden Gesetzt leicht verändern kann, ohne die überlieferte Gläubigkeit anzutasten.“ 

Tocqueville war als liberaler Angehöriger einer elitären Oberschicht zu der Erkenntnis gelangt, daß die Demokratie, die Herrschaft des Volkes, die-im Gegensatz  zu dem von Revolutionen erschütterten Frankreich-der amerikanischen Staatsgründung gewissermaßen friedlich in die Wiege gelegt wurde, einer auf religiöse Konformität gegründeten Grundstimmung bedarf, um nicht in Anarchie und Verrohung abzugleiten.  

Die Gründungsväter der transatlantischen Republik, die von Aufklärung und Freimaurerei stark beeinflußt waren, haben zwar die gesetzliche Trennung von Staat und Kirche verfügt, an der sakralen Sonderstellung von „God´s own country“ jedoch niemals zu rütteln gewagt.

Barack Obama ist da keine Ausnahme.

Unterdessen versucht man in den USA- durch massive Medienkampagnen- die traditionell extrem niedrige Wahlbeteiligung zu erhöhen.

Anbei ein bizarres Fallbeispiel. Ist es nicht immer wieder erstaunlich, wie schlicht Prominente, von Weltruhm, bisweilen erscheinen  ?

Don’t Vote (Will Smith, Snoop Dogg, Borat & More)-

Ein Mensch erhofft sich fromm und still,
daß er einst das kriegt, was er will.
Bis er dann doch dem Wahn erliegt
und schließlich das will, was er kriegt

Eugen Roth-Ein Mensch

Windmills of your Mind – Movie Version HQ

 

Im Sommer 1993 befanden wir uns auf einer ausgedehnten Reise durch die USA.

Von Kalifornien ging es im Mietwagen, quer durch den Südwesten der USA, nach New Orleans.

Abschließend verbrachte ich noch einige Monate in New York City, aber das ist eine andere Geschichte.

Damals durchquerten wir auch New Mexico, nach meiner Meinung, einer der schönsten und interessantesten Bundesstaaten der USA.http://de.wikipedia.org/wiki/New_Mexico

 

New Mexico war schon damals einer der sogenannten multiminoritäten Staaten, indem keine ethnische Gruppe mehr die Bevölkerungsmehrheit stellt.

Dünn besiedelt, aber demographisch explodierend, ist New Mexico wohl bis heute der Staat, indem der hispanoamerikanische und indianische Einfluß am stärksten spürbar ist. Die unendlichen Einwanderungsströme aus Mittelamerika, die sich ja inzwischen bis in die entlegensten Bundesstaaten der Supermacht ausdehnen, verstärken diese Tendenz unaufhörlich.    

Inzwischen, 15 Jahre später, ist die Anzahl der multiminoritäten Staaten ständig am wachsen. Schon in wenigen Jahrzehnten, wird die US-Bevölkerung nicht mehr mehrheitlich aus Euroamerikanern bestehen.

In New Mexico, unweit der berühmten 4 Corners Region, hatten wir eine Autopanne, die auf der Begegnung- mit den Ausläufern eines Tornado- beruhte.

Während der Fahrt, durch die atemberaubende Wüstenlandschaft, verdunkelte sich das strahlende Blau des Sommerhimmels schlagartig zu einem düsteren Schwarz. Riesige Wolkenmassen ballten sich, jagten  in atemberaubender Geschwindigkeit über die Ebenen und weckten apokalyptische Ahnungen über die menschliche Vergänglichkeit. Schnell brachten wir das Auto von der Fahrbahn ab und rammten dabei einen Felsvorsprung.Trotz der Lebensgefahr genoß ich damals, in jenen jungen Jahren, das unheimliche Naturerlebnis. Diese maßlosen Urgewalten standen in einem scharfen Gegensatz zur krampfhaften Harmlosigkeit der ansässigen Bewohner, die dadurch wohl auch Zuflucht suchen, vor den  permanenten Ansprüchen und Herausforderungen des American Way of Life, aber auch vor den plötzlichen Naturkatastrophen, denen die riesige kontinentale Masse zwischen Atlantik und Pazifik ausgesetzt bleibt.    

Einige Navajos, aus einer benachbarten Siedlung, halfen uns bei der Instandsetzung unseres Autos. Wir verbrachten 2 unvergessliche Tage bei diesen gastfreundlichen Ureinwohnern, bevor wir unsere Reise in Richtung New Orleans forsetzten. Lesen Sie dazu auch..https://ramonschack.wordpress.com/2008/09/01/2803/

 

Yosemity California USA 1993 von Ihnen.

Foto:Ramon Schack in New Mexico:Sommer 1993

Die NZZ berichtet heute, anlässlich des US-Wahlkampfes, aus New Mexico:

„Rauchzeichen für die Demokraten“.Lesebefehl:

http://www.nzz.ch/nachrichten/international/rauchzeichen_fuer_die_amerikanischen_demokraten_1.1191021.html

Chinesen in Afrika

Oktober 30, 2008

Kürzlich wurden einige chinesische Ölarbeiter im Sudan entführt und ermordet:

http://www.welt.de/welt_print/article2642259/Chinesische-Oelarbeiter-hingerichtet.html

Der chinesische Einfluß in Afrika ist groß, sehr groß.

 

In seinem Buch“ Le Dragon et L´Autrauche/Der Drache und der Strauß„, beschreibt der senegalesische Journalist Adama Gaye diese Entwicklung.

Vor knapp 2 Jahren habe ich Monsieur Gaye interviewt:

Lesebefehl:“Sie nehmen , was Sie kriegen können“

 http://ramon-schack.de/uploads/gaye_interview_sz.pdf

Was ist nur aus den US-Republikanern geworden?

Die „Grand Old Party“ steht am Abgrund. Nicht nur aufgrund der völlig verfehlten Politik der noch amtierenden Regierung, auch nicht nur aufgrund der jetzigen Kandidaten, sondern auch aufgrund der jetzigen Wähler.

Abraham Lincoln würde sich im Grabe umdrehen.

Zeige mir deine Wähler und ich zeige dir wer du bist!

Diese Aufnahmen wurden in Johnstown gemacht, am Rande einer Wahlkampfveranstaltung mit Sarah Palin.

Es handelt sich um Aufnahmen von historischem Wert. Schon in wenigen Jahrzehnten wird dieser „White Trash“, angesichts der gallopierenden demograhischen Tendenzen, der Minderheit angehören.

Besonders den ältlichen Mann, mit der Affen-Puppe, habe ich ins Herz geschlossen.

Wie sagte doch Abraham Lincoln, der große US-Präsident und republikanische Politiker, einst?

„Gott hat die einfachen Menschen offenbar geliebt, denn er hat so viele ihnen gemacht.“

 

 

More Hatred at a Palin Rally in Johnstown, PA

Unabhängig davon, wie die Wahl zum nächsten Präsidenten der USA ausgehen mag, der politische Aufstieg des Barack Hussein Obama ist ein eindrucksvolles Symbol, für die Großartigkeit und Zukunftsfähigkeit der Vereinigten Staaten von Nordamerika. 

Der Senator aus Illinois ist ein Weltmensch, kein Afro-oder Euroamerikaner, sondern Angehöriger der kosmischen Rasse, der Raza Cosmica, wie es der mexikanische Philosoph José Vasconcelos  einmal ausgedrückt hat.

Der multiethnische Mensch ist im Kommen, nicht nur in den USA. Er wird gebraucht, um unsere reaktionäre, inzestiöse Epoche zu überwinden. 

Der Weg des Barack Obama:Lesebefehl:   

http://www.faz.net/s/Rub0A1169E18C724B0980CCD7215BCFAE4F/Doc~E32D8B6627C364E3CBF24074762CE016C~ATpl~Ecommon~Sspezial.html

Zitat des Tages

Oktober 28, 2008

„Wir schweigen nicht. Wir sind euer schlechtes  Gewissen.“

Sophie Scholl

Why People Hate The USA

Oktober 28, 2008

„Why People Hate The USA“-eine Umfrage in New York City

Why People Hate The USA

In den USA wurden Attentatspläne gegen Barack Obama aufgedeckt und vereitelt.

Neonazis planten ein Massaker und  schließlich die Ermordung von Obama .

Diese Typen  wollten zunächst eine Schule überfallen, dort Schwarze ermorden – und dann aus einem rasenden Auto auf Barack Obama schießen

Lesebefehl:http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,586882,00.html

Während Barak Obama einen harten aber fairen Wahlkampf absolviert, spielen seine politischen Gegner, auf höchst unseriöse und gefährliche Weise, mit Ressentiments.

In den letzten Tagen kam es auf Wahlkampfveranstaltungen von McCain und Sarah Palin öffentlich zu Morddrohungen und Verleumdungen, gegenüber dem demokratischen Präsidentschaftskandidaten.

Bitte den Link anklicken:http://www.youtube.com/watch?v=jrnRU3ocIH4&feature=related

Besonders Sarah Palin hat sich diesbezüglich nicht gerade mit Ruhm bekleckert. 

Lesebefehl:http://www.welt.de/politik/article2637125/Skinheads-planten-Enthauptung-schwarzer-Schueler.html