Rendezvous in Mekka!Geheimverhandlungen zwischen den Taleban und der Afghanischen Regierung

Oktober 6, 2008

Im saudi-arabischen Mekka kam es zu einem Rendezvous der besonderen Art. Die Vertreter der amtierenden afghanischen Regierung, deren Macht kaum über die Stadtgrenze von Kabul reicht, trafen sich dort mit Vertretern der Taleban.

Warum wurde ausgerechnet Saudi-Arabien als Tagungsort gewählt? Verfügt die afghanische Regierung etwa über eine Art Special Relations, mit dem dortigen wahabitischen Königshaus?

Weniger. Es bestehen aber schon seit langer Zeit sehr gute Beziehungen zwischen den Saudis, dem engen Verbündeten der USA in der Region, und den Taleban. 

Wenden wir den Blick einmal zurück, in die 1980er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. 

In Afghanistan wurde damals die massive Unterstützung, welche die USA und der pakistanische Geheimdienst ISI den diversen Mudschahidin-Verbänden im Kampf gegen die sowjetischen Okkupanten gewährte, verstärkt.

Nicht nur die Taleban, sondern auch  der Terrorverband, den wir heute oberflächlich als Al-Qaida bezeichnen, ist aus jenen Freiwilligen des Heiligen Krieges hervorgegangen, welche damals zum Kampf gegen die gottlosen Kommunisten rekrutiert wurden.  Finanziert wurde dieser Dschihad überwiegend aus Saudi-Arabien, schon damals Washingtons Darling, aufgrund der ideologischen, noch mehr aber der religiösen Affinität, der gemeinsamen Basis einer extremen fundamentalistischen, sunnitischen Auslegung des Islams.

Foto:Frauen in Saudi-Arabien

Aus Saudi-Arabien stammt ja auch die Führungsgestalt dieser von den USA einst patronierten „Islamischen Fremdenlegion“,ein gewisser Osama BIn Laden, Sohn einer der angesehensten Familien des wahabitischen Königreiches von Saudi-Arabien.

Es ist ja heute ein offenen Geheimnis, welches man nicht zu oft aussprechen sollte, die Bindung Osamas an Washington war zeitweilig sehr eng.

1991, während des ersten Golfkrieges gegen den Irak, bat Bin Laden den Amerikanern eine eigene Truppe an, um zum Sturz des säkularen und „gottlosen Tyrannen Saddam Hussein beizutragen. Damit wollte er wohl sicherstellen, daß das Nachfolgeregime von Bagdad sich auf die von ihm gepredigte extrem rigorose Interpretation des sunnitischen Islam ausrichten würde.

In Afghanistan, nach dem Sturz des kommunistischen Marionetten-Regimes, übernahmen die unterdessen die Taleban die Macht. Der sowjetische Stadthalter wurde von den Taleban zu Tode gefoltert und durch die Straßen von Kabul geschleift. Ein böses Omen für den jetzigen Stadthalter Washingtons Kasai.

  Hanging of Mohammad Najibullah by Taliban.jpg

Foto:Das Ende von Nadschibulla, dem Stalin Afghanistans, 1996 in Kabul.

Möglicherweise kam es auch gerade darum zu diesem geheimen Treffen in Saudi-Arabien.

Foto:Money,Money;Money:Die USA und Saudi-Arabien. Eine verhängnisvolle Affäre!

Bezüglich der ungesunden Beziehungen, zwischen den USA und Saudi-Arabien, verweise ich auf Robert Baer, bzw. dessen Studie“Sleeping with the Devil“

Lesebefehl:

https://ramonschack.wordpress.com/2007/10/26/sleeping-with-the-devil-mit-dem-teufel-schlafensaudi-arabien-und-die-usa/

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