Wir letzten Neoliberalen

Oktober 24, 2008

Mit dem konservativen Mißtrauen gegen das Neue und Fremde hängt auch seine Feindseligkeit gegen den Internationalismus und seine Neigung zu einem betonten Nationalismus zusammen. Hierin liegt eine weitere Ursache seiner Schwäche im Kampf der Ideen

Hayek

60 Jahre nach seiner Geburt, scheint der Begriff Neoliberalismus entgültig diskreditiert.

In den letzten Jahren wurde dieser 1938 geprägte Begriff als Schlag-und Schimpfwort inflationär, meistens auch unpassend, verwendet.

Die Abneigung gegenüber dem Neoliberalismus, bzw. was man darunter zu verstehen glaubt, eint Nazis, Kommunisten, religiöse Fundamentalisten, kleine Sparer und besorgte Bürger.   

Inzwischen werden weltweit die Rufe nach dem Staat, als Heilsbringer, lauter.

Ob der Staat,dieses kälteste aller Ungeheuer, wie es Nietzsche einmal ausgedrückt hat, den ersehnten Schutz vor den Unzulänglichkeiten des Marktes bietet?

Wir letzten Neoliberalen„, ein Kommentar von Bernd Ziesemer:   

Lesebefehl:

http://www.handelsblatt.com/politik/handelsblatt-kommentar/wir-letzten-neoliberalen;2070921

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4 Responses to “Wir letzten Neoliberalen”

  1. Emmett Grogan Says:

    die heutige Verwendung des Begriffs Neoliberalismus hat mit der eigentlichen Bedeutung nichts gemeinsam. Es ist ein reines polemisches Schlagwort. Es ist auch richtig, dass es „vielen“ um Systemveränderung geht. Genauer gesagt hat der heutige Begriff seinen Ursprung im Extremismus und es sind auch heute noch die Extremisten, welche am lautesten „Neoliberalismus“ schreien. Von daher ist es grob fahrlässig, dass konservative Medien wie die „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ munter auf der Welle des angeblichen neuen Zeitgeistes surfen.

    Der Staat wird nicht den ersehnten Schutz vor den „Unzulänglichkeiten des Marktes“ bieten, dh er wird genauso wie in der Vergangenheit die Krisenhaftigkeit nicht abstellen können. Menschen werden weiterhin arbeitslos und Unternehmen insolvent werden. Das letzte Experiment krepierte Anfang der 70er jämmerlich. Das heutzutage „Neoliberalismus“ genannte Umdenken war die Folge des Scheiterns der staatlichen Wirtschaftspolitik damals.

    Die sogenannte Finanzkrise dient weltweit den Politikern und den politischen Parteien zur Profilierung. Man kann nur hoffen, dass die Profilierungssucht der Politiker und der politischen Parteien nicht zur gefährlichsten wirtschaftspolitischen Entscheidungen der letzten fünfzig Jahre führen wird.

    Im günstigen Fall wird es ähnlich Anfang der 70er im Scheitern der staatlichen Wirtschaftspolitik enden und das Spiel beginnt vom neuen. Daraufhin werden sich die Politiker wieder auf die Marktkräfte besinnen, um sich mit der „neuen Erkenntnis“ ebenfalls zu profilieren. Ob die Extremisten dann den Begriff „Neoneoliberalismus“ aus der Taufe heben werden, wird sich dann zeigen.

  2. ramonschack Says:

    Emmett Grogan
    Ein fantastischer Kommentar! Ihr Nick ist übrigens auch sehr interessant!

  3. Brodaganda Says:

    Das erinnert mich an die „Argumentation“ mancher, sie könnten keine Antisemiten sein, weil die Palästinenser auch Semiten wären und gegen die hätten sie ja nichts. Das ist eine Scheinargumentation, denn Begriffe bedeuten eben das, was die Mehrheit drunter versteht. Das kann sich halt auch ändern mit der Zeit.
    Aber kommt nicht die derzeitige mehrheitliche Bedeutung des Wortes Neoliberalismus der Chicagoer Schule nahe, die doch unzweifelhaft eine neoliberale ist?

  4. Nicolao Coelho Says:

    Auffällig beim Artikel von Bernd Ziesemer ist für mich die Tatsache, daß in keiner Zeile eine Ursachenforschung betrieben wird, warum wir eigentlich in diese Krise gekommen sind.

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