US-Wahlkampf-Die letzten Tage vor der Entscheidung

Oktober 31, 2008

Der US-Wahlkampf neigt sich dem Ende entgegen.

Wer immer am kommenden Dienstag zum mächtigsten Mann der Welt gewählt wird, sieht sich mit einer düsteren Erblast konfrontiert.

Die Supermacht gleicht aktuell einem Koloss auf tönernen Füßen, die Herausforderungen werden nicht einfach zu bewältigen sein.

Persönlich möchte ich noch keine Prognose abgeben, trotz der scheinbar eindeutigen Umfrageergebnisse.

Ich traue den Analysen der Meinungsforschungsinstitute nur sehr bedingt. 

Viel eher möchte ich an den Ausspruch von Bill Clinton erinnern“It´s the economy stupid/Es ist die Wirtschaft Blödmann“

Diesbezüglich scheint sich das Blatt dem demokratischen Präsidentschaftskandidaten zuzuwenden.

Anscheinend ist es Barak Obama auch gelungen einen Großteil der hispanischen Wähler, die ja schon längst die sogenannten Afroamerikaner als zweitgrößte Bevölkerungsgruppe abgelöst haben, für sich zu gewinnen.

Die Hispanics sind kein homogener Block. Zwischen einem schwarzen Kubaner, einem Indio aus Mexiko, oder einem weißen Puerto-Ricaner, liegen ethnokulturelle Welten von einem beträchtlichen Ausmaß. Das einzige Indentifikationsmerkmal ist hier die spanische Muttersprache, in geringer Form auch die Zugehörigkeit zur Römisch-Katholischen Kirche, welche das weiße, angelsächsische und vor allem protestantische Gründungskonzept der USA permanent herausfordert.  

Andererseits wird bei der aktuellen Berichterstattung, hüben wie drüben, der geographisch expandierende und demographisch explodierende Block des Bible-Belt, des Bibel-Gürtel der USA, der sich über tausende von Kilometern, von Küste zu Küste, jenseits der Touristenziele, über die kontinentale Landmasse der USA erstreckt, völlig ignoriert.  

Dieses gewaltige Bevölkerungssegment hat sich ja nicht in Luft aufgelöst, sondern baut im Gegenteil seinen gesellschaftlichen Einfluss weiter aus.

In diesem Zusammenhang möchte ich gerne Alexis de Tocqueville zitieren. Dessen Studie“De la Démocratie en Amérique“, die er 1840 nach einem neunmonatigen Aufenthalt in den USA anfertigte, ist bis heute, gerade in der jetzigen Umgestaltungsphase der USA, stellenweise bemerkenswert aktuell geblieben. 

Die Religion stand am Anfang der anglo-amerikanischen Gesellschaft, man sollte das nie vergessen. In den Vereinigten Staaten verschmilzt deshalb die Religion mit allen nationalen Bräuchen und mit allen patriotischen Empfindungen. Daraus entsteht eine ganz besondere Kraft.Dieser mächtigen Motivation fügt sich eine andere, ebenso wichtige hinzu:In Amerika hat sich die Religion gewissermaßen selbst ihre Grenzen gesetzt. Die religiöse Ordnung bleibt dort strikt getrennt von der politischen Ordnung, so daß man die bestehenden Gesetzt leicht verändern kann, ohne die überlieferte Gläubigkeit anzutasten.“ 

Tocqueville war als liberaler Angehöriger einer elitären Oberschicht zu der Erkenntnis gelangt, daß die Demokratie, die Herrschaft des Volkes, die-im Gegensatz  zu dem von Revolutionen erschütterten Frankreich-der amerikanischen Staatsgründung gewissermaßen friedlich in die Wiege gelegt wurde, einer auf religiöse Konformität gegründeten Grundstimmung bedarf, um nicht in Anarchie und Verrohung abzugleiten.  

Die Gründungsväter der transatlantischen Republik, die von Aufklärung und Freimaurerei stark beeinflußt waren, haben zwar die gesetzliche Trennung von Staat und Kirche verfügt, an der sakralen Sonderstellung von „God´s own country“ jedoch niemals zu rütteln gewagt.

Barack Obama ist da keine Ausnahme.

Unterdessen versucht man in den USA- durch massive Medienkampagnen- die traditionell extrem niedrige Wahlbeteiligung zu erhöhen.

Anbei ein bizarres Fallbeispiel. Ist es nicht immer wieder erstaunlich, wie schlicht Prominente, von Weltruhm, bisweilen erscheinen  ?

Don’t Vote (Will Smith, Snoop Dogg, Borat & More)-

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s