Jerusalem hat einen neuen Bürgermeister!

November 12, 2008

Zehn Maß Schönheit kamen auf die Erde herab. Jerusalem bekam davon neun Maß. Die übrige Welt eins. Zehn Maß Leiden kamen auf die Erde herab. Jerusalem bekam davon neun Maß.!“

Jiddisches Sprichwort

In Israel fanden gestern Kommunalwahlen statt. In der umstrittenen, international kaum anerkannten, Hauptstadt Israels, in Jerusalem, wurde ein neuer Bürgermeister gewählt.

Von der Schönheit Jerusalems, die auf unheilige Weise mit den dort allgegenwärtigen sozialen Spannungen kontrastiert, war ich immer sehr angetan. 

Besonders im Morgengrauen, wenn die rubinrote Sonne über der „Heiligen Stadt“,der Metropole des Monotheismus, aufsteigt, wenn dann aus den armenischen Klöstern Liturgien erklingen, verfällt man dem einzigartigen Charme dieser geschundenen Stadt, die fast so alt ist wie die Menschheit.

Bei meinem letzten Besuch dort, ich lebte damals in einer gemischt moslemisch-jüdischen Wohngemeinschaft, nur einige Gehminuten von der legendären Hebräischen Universität entfernt, fragte ich meine Gastgeber was ihnen am besten an Jerusalem gefalle?

Der Nachtbus nach Tel Aviv„, lautete die ernüchternde Antwort.  

Ja zwischen Tel Aviv, der heimlichen, hedonistischen Hauptstadt Israels, und dem Mythen überfrachteten Jerusalem, liegen nicht einmal 100 Kilometer, trotzdem sind die beiden Metropolen Lichtjahre voneinenander entfernt.

Jerusalem zum Beten, Tel Aviv zum Leben, Haifa zum Arbeiten“ lautet ein bekanntes Sprichwort in Israel.

Sean Kingston @ Tel Aviv | 15/07/08 von *Riskin*.

FOTO:Strassenszene in Tel Aviv, der hedonistischen, kosmopoliten, heimlichen Hauptstadt Israels .

Seit Jahren sinkt der Anteil der säkularen jüdischen Einwohner, seit Jahren steigt der Anteil der ultraorthodoxen Wohnbevölkerung, basierend auf rekordverdächtigen Geburtenraten, welche man sonst eher in Teilen Afrikas oder der islamischen Welt findet.  

Foto:Strassenszene in Jerusalem.Das starke Anwachsen der ultraorthodoxen Bevölkerung beunruhigt das säkulare Israel. 

Araber und Ultraorthodoxe, beide Bevölkerungsgruppen sind militante Gegner des Staates Israel, stellen inzwischen jeweils ein Viertel der Bevölkerung.

Fast schien es, als hätte das säkulare Israel, das zionistische Establishment,  Jerusalem schon aufgegeben. Die großen Parteien konnten sich auf keine Kandidaten eignen.

Man stelle sich vor, bei den nächsten Kommunalwahlen in Berlin würden weder CDU noch SPD einen Kandidaten ins Rennen schicken.

Vorbei sind die Zeiten, als der legendäre Teddy Kollek, seine visionäre Politik als Bürgermeister betrieb, zum Wohle aller Bewohner Jerusalems.

Mit Berlin hat Jerusalem noch mehr Gemeinsamkeiten. Beide „Hauptstädte“ waren nicht nur lange politisch geteilt, bzw, sind es immer noch oder schon wieder, sondern sie sind auch die Armenhäuser ihres Landes.

Jerusalem nimmt in vielerlei Hinsicht die demographische Zukunft Israels vorweg. In 20-30 Jahren wird sich die Anzahl der arabischen, als auch der jüdisch ultraorthoxen, Iraelis verdoppelt haben. Von einem „Kalkutta-Kairo-Umfeld“ spricht der bekannte israelische Demograph Arnon Soffer, in seiner Studie Israel 2025, aus dem die säkularen Israelis in Massen flüchten werden, wie er prognostiziert.

Eine Tendenz die ja schon im Gange ist, wenn man mit offenen Ohren durch die Straßen von Berlin, London und New York City läuft.   

Jerusalem hat gewählt: Lesen Sie dazu auch:

„Ein letztes Aufbäumen der Zionisten“

http://www.faz.net/s/RubB30ABD11B91F41C0BF2722C308D40318/Doc~ED49B1B91B9A444CD9135B131FD0374F9~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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