Artikel des Tages:Der indische Schlendrian

Dezember 3, 2008

Vor vielen Jahren fuhren wir mit dem Bus von Agra nach Dehli.

Wir hatten Verspätung. Ein kurzer Aufenthalt, auf Wunsch einiger religiöser Reisender, am Geburtsort von Gott Krishna  war vorgesehen.

Inzwischen war die Dämmerung hereingebrochen. Der Bus raste über die Straßen des gräßlich übervölkerten Bundesstaates Uttar Pradesh.

Auf den engen unübersichtlichen Fahrbahnen bewegten sich Elefanten, Fahrräder, Kühe, Passanten, neben LKW´s und Rikhas.

Wir saßen in der ersten Reihe, von der Fahrerkabine lediglich durch eine durchsichtige Tür getrennt.

Unter den Passagieren hatte sich Unruhe bemächtigt, angesichts der gestiegenen Fahrgeschwindigkeit, bzw. des desaströsen Zustandes der Infrastruktur.

Nur die Hindu-Pilger, die Krishnas Geburtsort besichtigen wollten, schienen von einer spirituellen diesseitigen Ruhe geprägt.

Dem Busfahrer lief der Schweiß über das Gesicht.Mit zusammengekniffenen Augen saß er vor dem Lenkrad.“Wenigstens sitzen wir in der ersten Reihe. Wenn etwas passiert sind wir auf der Stelle tot„, flüsterte mir K. zu.

Jeden Tag ereignen sich in Indien schreckliche Verkehrsunfälle und Busunglücke.

Bitte den Link anklicken:  http://images.google.de/imgres?imgurl=http://cache.daylife.com/imageserve/021W96C0VV10o/610x.jpg&imgrefurl=http://www.daylife.com/photo/021W96C0VV10o&usg=__GQZVOLMXEeTukkik0tlOe4gfjsU=&h=381&w=610&sz=80&hl=de&start=11&um=1&tbnid=NgDeNjE2cQOpEM:&tbnh=85&tbnw=136&prev=/images%3Fq%3DBus%2Baccidents%2Bin%2BIndia%26um%3D1%26hl%3Dde%26sa%3DN

 In diesem Moment, an diesem Tag, wußte ich warum. Es war kein besonders gutes Gefühl, diesem Akrobat der Landstraße ausgeliefert zu sein. Jeden Moment erwarten wir einen Aufprall, eine Kollision, oder ähnliches.

Ich schaute mich um. Hinter uns saß eine übergewichtige Amerikanerin, in einen engen Sari gepresst, der ihre Leibesfülle unvorteilhaft zur Geltung brachte.  „Oh my god. first time out of my country and I will never return return home“ seufzte sie weinerlich.

„Es sind Kinder an Bord. Fahren Sie gefälligst langsamer“, schrie eine junge Mutter besorgt. 

Schließlich reichte es mir. Ich begab mich in den hinteren Teil des Fahrzeuges. Eine Gruppe von jungen Israelis, die wir tausende ihre Landsleute und Altersgenossen, nach dem Ablauf ihrer 2-3 jährigen Militärzeit, durch Asien reisen, hatte sich dort niedergelassen.

Wir sollten vielleicht etwas unternehmen„, schlug ich vor. Die jungen Frauen und Männer nickten einstimmig. Schließlich stürmten wir die Fahrerkabine, drängten den Beifahrer zur Seite und brachten den Bus zum Halten.

Der indische Schlendrian, der sorglose und schlampige Umgang mit Sicherheit und Ordnung, ist allgegenwärtig. Nicht nur im Straßenverkehr.

Neben sehr vielen positiven und bewunderswerten Eigenschaften, des „Indian Way of Life“, erscheint dieses Phänomen höchst bedenklich, da es sich um eine aufstrebende Supermacht mit Atombomben handelt, die zunehmend in das Visier des „asymetrischen Krieges“ gerät.   

Der indische Schlendrian „-Der Artikel des Tages

http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~E356A1F9A3E614183A80DE331F8583084~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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