„Deutsch im Grundgesetz“-Die brennenden Fragen unserer Zeit

Dezember 4, 2008

Als Angela „Mutlos“ wurde die Bundeskanzlerin neulich vom Spiegel getauft.

Diese etwas plumpe Kritik kann ich persönlich nicht ganz nachvollziehen.

Foto:ANGELA MUTLOS?-WENN DIESES OUTFIT NICHT MUTIG IST?

Schon am Anfang ihrer politischen Laufbahn zeigte Frau Merkel außergewöhnlichen Mut.

Bitte den link anklicken: http://de.youtube.com/watch?v=6ihUOxkdNPc

Lesen Sie dazu bitte auch:   https://ramonschack.wordpress.com/2008/07/13/2091/

Aber jetzt einmal ernsthaft.

Man kann über Angela Merkel ja denken was man möchte, aber mutlos ist sie ganz bestimmt nicht.

Diese pommersche Pfarrerstochter wurde schon oft unterschätzt.

Ihre Spitzenposition erlangte sie durch Ausschaltung aller potentiellen männlichen Rivalen, mit List und Geschick. 

Angesichts der bevorstehenden Herausforderungen, in Deutschland und weltweit, hat die Kanzlerin der Nation reinen Wein eingeschenkt und eine ungeschönte Analyse der trüben Zustände geliefert.

Der Kanzlerin bin ich bisher persönlich nur einmal begegnet, aber hinter der etwas spröden äußeren Erscheinung, die von der Natur ja nicht durch ein besonderes Charisma, oder gar beneidenswerte rhetorische Fähigkeiten, verwöhnt wurden ist, stecken doch eine messerscharfe Intelligenz, einige feste moralische Grundüberzeugungen, sowie ein Gespür für die Natur des Menschen.

Alleine dadurch hebt die Kanzlerin sich schon vorteilhaft von vielen ihrer Kollegen ab.

Ganz anders sieht es da in ihrer Partei aus. Die beiden großen Volksparteien, falls dieser Begriff überhaupt noch eine Bedeutung hat, die einstigen Säulen der Bonner Republik, sehen sich einem bedenklichen Wählerschwund ausgesetzt. 

Am schlimmsten trifft es die SPD, der es an charismatischen Kandidaten bitter mangelt und die durch den Aufstieg der sog. Partei die LINKE auch in eine fundamentale Identitätskrise geschlittert ist.

Die Ausgangslage der CDU, für das bevorstehende Superwahljahr, ist aber nicht viel günstiger.

Das deutschnationale und rechtskonservative Wählermilieu fühlt sich in der Merkel-CDU nicht mehr gut aufgehoben.

In diesen Kreisen hofft man schon seit geraumer Zeit auf eine parteipolitische Alternative a la FPÖ oder BZÖ, wie im zweiten deutschen Staat, in Österreich.

Vorbei scheinen die Zeiten, als Franz Josef Strauß verkündete „Rechts von mir ist nur die Wand“ ,  als CDU-Politiker wie Dregger dieses Wählerpotential integrieren und marginalisieren konnten.

Auch die CDU hat große Schwierigkeiten, den veränderten demographischen und sozialen Rahmenbedingungen gerecht zu werden. 

Kreuzberg von Ihnen.

Der jüngste Parteitag hat diese Tendenz anschaulich illustriert. Gegen den ausdrücklichen Willen der Kanzlerin, gab es den Vorstoß „Deutsch als Landessprache“ im Grundgesetz zu verankern.

Ja man reibt sich wirklich die Augen, angesichts der darüber geführten lebhaften Debatte. 

Anscheinend haben wir keine anderen Probleme. Im Angesicht der Rezession, der weltweiten Finanzkrise, der angespannten politischen Weltlage, der akuten Terrorgefahr, der sozialen Verwerfungen und der Massenauswanderung der Eliten, führt man in der CDU eine Diskussion auf Gartenzwerg-Niveau. Um eine der brennenden Fragen unserer Zeit handelt es sich bei dem Thema nicht. Viel eher um eine Selbstverständlichkeit.

Ich weiß auch gar nicht was man alles noch ins Grundgesetz reinschreiben könnte, welches man schon längst durch eine solide Verfassung hätte ersetzen sollen.

Vielleicht – „Deutsche dürfen nicht rauchen, dafür aber Steuern zahlen, die Klappe halten, aber alle 4 Jahre zur Wahl gehen, der Mond besteht aus grünem Käse, zu Weihnachten soll es schneien?“

Lesen Sie dazu auch:  http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,594281,00.html

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One Response to “„Deutsch im Grundgesetz“-Die brennenden Fragen unserer Zeit”

  1. EWA Says:

    Wie mir diese lächerlichen Scheindebatten zum Halse raushängen, das glaubt mir keiner.

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