Wir erleben einen radikalen Epochenwandel/2009-Das Jahr des Büffel

Dezember 7, 2008

Wir erleben einen radikalen Epochenwandel. Hiobsbotschaften prasseln auf uns ein, die schlechten Nachrichten, die düsteren Prognosen, reißen nicht ab.
Was gestern als sicher galt, bedeutet morgen schon nichts mehr. Die historischen Prozesse beschleunigen sich, ebenso die Verfallsdaten politischer Postulate.
Lesen Sie dazu auch”Warum keiner mehr durchblickt“-Ein Interview mit dem Sozialpsychologen Harald Welzer.
http://www.faz.net/s/Rub58241E4DF1B149538ABC24D0E82A6266/Doc~EB77705DF8FCC4E18AAECF93443365E50~ATpl~Ecommon~Scontent.html
Barack  Obama hat ein massives staatliches Investionsprogramm angekündigt.
Man reibt sich die Augen. Bis vor kurzem galt die Supermacht als Leuchtturm der Globalisierung, welche ja in einem nicht unerheblichen Maße eigentlich eine Amerikanisierung der Weltwirtschaft bedeutete, mit dem Ergebnis das die Volksrepublik China der eigentliche Gewinner dieser Entwicklung ist.
Staatliche Eingriffe galten als Teufelszeug, so wurde uns hüben wie drüben gepredigt, nun betteln die Verursacher dieser ökonomischen Katastrophe weltweit um staatliche Kredite, während der globale Otto Normalverbraucher sehen kann wo er bleibt, bzw. wie er zurechtkommt.
Den Feinden der “Offenen Gesellschaft” wird damit eine Steilvorlage auf dem Silberteller präsentiert.    Die Polemik gegen Freihandel, gegen plurale Gesellschaften, fällt jetzt auf einen fruchtbaren Boden.
Die Erbschaft, die George W. Bush seinem Nachfolger hinterlässt, könnte schlimmer nicht sein.
 
 

 

Noch ist der Status der  Weltmacht nicht ernsthaft in Frage gestellt. Die Hypermacht mit kontinentalen Außmaßen verfügt zudem über ein wirtschaftliches und militärisches Potential, dem seine Gegner und Partner nichts entgegenzusetzen haben.

Man sollte auch nicht die Fähigkeiten dieses 300 Millionen Volkes unterschätzen, sich trotz aller Krisen, Desaster und Katastrophen, die über die USA in der zweiten Amtszeit von George W. Bush hereingebrochen sind, zu behaupten.

Wenn allerdings die Ära Bush mit einer massiven Verstaatlichung der Banken beendet wird, mit ungelösten militärischen Konflikten, einem gescheiterten “War against Terror”, sei allerdings die Frage erlaubt, wie interpretiert der noch amtierende Präsident dieses Fingerzeig Gottes, dem er sich angeblich verplichtet fühlte, bzw. dessen Bewegungen er zu folgen gedachte?   

Francis Fukuyama ,der nach dem Zusammenbruch des Weltkommunismus  noch vom Ende der Geschichte schwärmte,, bzw. von der ungehemmten Ausbreitung von Demokratie und Marktwirtschaft, hat sich inzwischen mit Grausen von dem Milieu der gescheiterten Nekonservativen abgewandt.

Inzwischen warnt Fukuyama von dem populistischen Zorn der amerikanischen Provinz und dem Verblassen des Mythos vom “American Dream” 

Barack Obama mag sich den bevorstehenden Herausforderungen seiner Amtszeit bewußt sein.

Ob er sich dabei an dem sogenannten “New Deal” orientiert, wie einst Franklin D. Roosevelt, bzw. ob dieses staatliche Konjunkturprogramm auf die heutige Zeit übertragbar ist, bleibt zur Stunde noch ungewiss. 

Wahrscheinlich weiß es Obama selbst noch nicht genau. Roosevelt gelang es zu Beginn der 1930 er Jahre die Katastrophe einzudämmen, nachdem sein Vorgänger Herbert C. Hoover noch bis zuletzt beteuert hatte”Business as usual, prosperity is around the corner”.

Allerdings war die ökonomische Stabilisierung der Roosevelt-Politik nicht dauerhaft. Der Rückfall in die Stagnation wurde nur durch das zunehmende Eingreifen der USA in die kriegerischen Wiiren Europas, bis hin zum totalen Kriegseintritt und die damit verbundene  Ankurbelung einer gigantischen Rüstungsindustire überwunden.

Die Losung “This country is built on an appetite for risk-Amerika ist aus einem Lust am Risiko hervorgegangen“, hat sich Obama angeblich zu eigen gemacht. Ob man in diesem Zusammenhang, das angekündige militärische Engagement der USA im Nordwesten Pakistans, als Zeichen an der Wand zu interpretieren hat? 

Das kommende Jahr 2009 verspricht interessant zu werden.  „Ich wünsche dir, in einer interessanten Zeit zu leben” lautet ein chinesischer Fluch.

Nach dem chinesischen Kalender geht das Jahr der Ratte zu Ende, das Jahr des Büffels steht bevor. Wohl wissend, dass  das europäische uns ostasiatische Neujahrsfest zeitlich nicht ganz übereinstimmen , möchte ich mit diesem Hinweis einem Kulturkreis huldigen, dem im Zuge der unvermeidlichen  Globalisierung eine dramatische Bedeutung zukommt. http://www.chinakalender.de/bueffel-rind.html

Nicht die Globalisierung wurde gestoppt, die Staffel wurde lediglich übergeben.

Vielleicht sollte man in der Gegenwart keine Ratschläge -bezüglich dieses Epochenwandels- suchen.

Gelegentlich lohnt sich ein literarischer Ausflug in die Vergangenheit.

 

 

“Der grosse Gatsby “sei zu nennen, das Werk von F. Scott Fitzgerald, der zusammen mit seiner Frau Zelda, als das Traumpaar des JAZZ-AGE, der roaring Twenties, der wilden Zwanziger Jahre, bzw. als Angehöriger der sog. verlorenen Generation-  zwischen den beidenWeltkriegen- galt. 

In diesem Buch geht es um das hedonistische Lebensgefühl jener Zeit bis zum Börsensturz von 1929. Lesen Sie dazu :http://www.zeit.de/2006/22/L-Fitzgerald_xml?page=all

Zu Lebzeiten verkaufte sich das Buch nicht sehr erfolgreich. Fitzgerald verstarb 1940, seine Frau Zelda kam 1948 bei einer Brandkatastrophe  ums Leben.

Erst in den 1970er Jahren erlangte das Werk Fitzgeralds einen Kultstatus.

 Der Song Being Boring der Pet Shop Boys bezieht seinen Titel aus einem Fitzgerald zugeschriebenem Zitat über seine Frau Zelda: „She refused to be bored chiefly because she wasn’t boring.“

 

Being Boring

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s