Truman Capote über Bob Dylan

Dezember 18, 2008

“ Ich habe ihn nie gemocht., ich fand ihn immer einen Heuchler.Er ist ganz gewiß nicht der einfältige kleine  Junge mit diesen schlichten kleinen Versen, usw..

Der ist ebenfalls ein Opportunist mit einem sehr scharfen Karriere-ich-weiß-was-ich-will-Bewußtsein. Auch er ist unaufrichtig.

Sehen Sie nur, welch eine herrliche Wendung seine Karriere genommen hat, von den Songs damals in den sechziger Jahren bis zu dem was er heute macht.

Ich habe nie verstanden , wieso die Leute Bob Dylan mochten. Er konnte nicht singen.

 Ich glaube, viele von uns haben gespürt, daß er in Worten ausdrückte, was die  sechziger Jahre eigentlich waren-mehr als die meisten Schriftsteller es taten.

Na, ihm haben sie offenbar nicht viel bedeutet.“

Conversations with Capote/Lawrence Grobel im Gespräch mit Truman Capote 1985

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2 Responses to “Truman Capote über Bob Dylan”

  1. nohan. Says:

    klar, künstlerische und persönliche weiterentwicklung ist nichts weiter als renegatentum und abfall von der reinen lehre. den widerstand den dylans spiel mit identitäten und seine entwicklung hervorgerufen hat wurde ja schon bei seinem ersten elektrischen auftritt in newport und seiner tour in england ’66 („judas!“) deutlich.
    seiner bobness wegen dieser entwicklung jetzt heuchelei und opportunismus vorzuwerfen ist doch absurd. dylan konnte nie wirklich gegen rassentrennung und den vietnamkrieg gewesen sein, weil er das bedürfnis hatte auch mal songs über andere (persönliche) themen zu schreiben und sich auf andere weise auszudrücken? schwachsinn.
    so sehr ich auch bobs frühwerk schätze, bin ich doch extrem froh über seine weiterentwicklung und dass er nicht – wie einige frühere weggefährten und vorbilder (pete seeger z.b.) – auf demos gegen den irakkrieg den volkstümlichen protesbarden gibt und stattdessen in seiner post-protestphase seine (un m.e. allgemein) besten alben aufgenommen hat.
    nein, da hat capote unsinn geredet.

  2. ramonschack Says:

    Nohan

    Das Alter kann sicher einige Ansichten verhärten.
    Man darf natürlich auch Capotes Biographie nicht unerwähnt lassen. Diese Äußerungen, über Zeitgenossen, stammen ja aus der Endphase seines Lebens.

    Gruß
    RS

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