Aus New York City/Supermacht Iran?

Januar 6, 2009

rs-in-nyc

Als eine “sentimental Journey” könnte man meinen Besuch in New York City beschreiben.

Mag sein, daß andere europäische Einreisende in den USA höchst unerfreuliche Erfahrungen mit den Einwanderungs-und Zollbehörden machen. Ich kann mich nicht beklagen, obwohl ich den Flug extra mit einem Dreitagebart antrat.

Als ich im Verbindungszug, im air-train des Flughafens John F. Kennedy, zur nächsten Metro-Station Howard Beach fuhr, schwelgte ich in Erinnerungen.

Mit dem Taxi , eines der berühmten yellow cabs, setzte ich die Fahrt fort. Bei dem Anblick  der himmelstürmenden Wolkenkratzer, der immer noch atemberaubenden Skyline von Manhattan, verspürte ich eine stille Euphorie, die sich selten einstellt . Aber ich will mich nicht in Banalitäten verlieren und Dinge beschreiben, die inzwischen Millionen von Besuchern und Touristen erlebt haben.

 

Die Metropole am Hudson River ist mir immer noch sehr vertraut. Im Sommer 1993 hatte ich mich einige Monate in dieser “ Capitel of the World ” niedergelassen. Fifth Avenue/Ecke 27. Strasse, das Gershwin-Hotel.Memories…

Seit meinem letzten Besuch hier sind  allerdings schon viele Jahre vergangen. Damals war ich gleich nach meiner Ankunft  zur Station World Trade Center gefahren, stöberte in der wunderbaren Buchhandlung, die es dort einmal gab  und besuchte später ein kleines Café am Fuße der Zwillingstürme. In jenem Jahr war Bill Clinton noch Präsident der USA, die Supermacht erstrahlte in ökonomischer Prosperität und wurde von Historikern als ein neues “Römisches Imperium” bezeichnet.   

Once. When I was younger............ von Ihnen.

Foto:Ramon Schack in New York City 1999

Das war 1999. Seitdem scheinen nicht nur knapp 10 Jahre vergangen zu sein, sondern ein ganzes Säkulum.

Damals kehrte ich zurück, mit der festen Absicht mich bald, nach der Beendigung meines Studiums, in New York niederzulassen. Es kam anders. Ich ging nach London, später nach Berlin. Nun ja.

New York City habe ich immer geliebt und mich hier immer zu Hause gefühlt, auf eine Art und Weise, wie es mir in Berlin bis zum heutigen Tag nicht gelingen will.

  Times Square in Motion von Roboputz.

Die einst positive Grundstimung ist allerdings verflogen. Viele Freunde und Bekannte bangen um ihren Arbeitsplatz, aber das ist natürlich nicht auf die USA begrenzt. Intellektuelle und Lebenskünstler, die hier noch immer zahlreich anzutreffen sind, behaupten, New York sei langweilig geworden. Der Provinizialismus des Mittleren Westens habe sich der Stadt bemächtigt, lautet die Klage.

... von _kf82_.

 Ob das Leben in New York immer noch dem Dasein inmitten einer Glühbirne gleicht, wie es Truman Capote einmal formuliert hat und wie ich es früher auch empfunden habe?

New York ist immer noch eine imperiale Metropole. Seit meinem letzten Besuch hat sich die ethnische Zusammensetzung der hiesigen Bevölkerung, diesem einst historischen Mix aus Iren, Italienern, Juden und Puerto Ricanern, den Israel Zangwill einst als “Melting Pot/Schmelztiegel” bezeichnete , dramatisch verschoben.

Schon damals war NY  keine “Weiße” Stadt mehr und Spanisch war häufiger in den Straßen zu hören, als Englisch. Diese Tendenz hat sich deutlich verstärkt. Der kürzlich verstorbene Historiker Samuel P. Huntington warnte in einem seiner letzten Bücher, sicherlich nicht sein größtes Werk, vor der “Hispanisierung der US-Metropolen.” Die Hispanics hätten ein recht auf ihren “Amerikanischen Traum”, den sie aber gefälligst auf englisch träumen sollten, schrieb Huntington. Ein” American Dream”, kein “Sueno Americano” .

Anyway, schon in absehbarer Zukunft wird ein Viertel der US-Bevölkerung  hispanischer Abstammung sein. Im Verbund mit der steigenden asiatischen Einwanderung, werden die USA sich aus ihrer europäischen Grundorientierung lösen.

Gestern bummelte ich durch China-Town, in der Canal Street. Dort stellte ich fest, die chinesische Gemeinde expandiert und hat schon von dem einst legendären Little Italy Besitz ergriffen.

Bei meinem Trip nach New York handelt es sich um keine Vergnügungsreise, eher um einen Blitzbesuch. Morgen fliege ich schon wieder zurück nach Berlin. 

Gestern führte ich ein Interview mit Robert Baer, dem ehemaligen CIA-Agenten, dessen Bücher hier regelmäßig für Aufsehen sorgen.

http://www.youtube.com/watch?v=nRGsv9_ZxL8

“The Devil we know-Dealing with the New Iranian Superpower” lautet der Titel seines neuen Werkes. Sie können das Interview bald lesen. Spannend.

Und, was gibt es bei Euch für Neuigkeiten?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

new york city boy

Advertisements

4 Responses to “Aus New York City/Supermacht Iran?”

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s