Adolf Merckle-Der Tod eines Tycoons

Januar 7, 2009

 

Die Banker hätten an den Fenstern der oberen Stockwerke schon in der Schlange warten müssen, lautete ein geschmackloser Witz, nach dem „Schwarzen Freitag“ von 1929.

Dieses Zitat bezog sich auf die  Selbstmordepedemie, die nach dem damaligen  Börsensturz angeblich in der Wallstreet grasierte.

Adolf Merckle, einer der reichsten und mächtigsten Unternehmer der Republik, hat sich das Leben genommen.

Die Familie Merckle gehört zu der einflußreichen , der Öffentlichkeit nahezu unbekannten, Elite aus Hochfinanz und Geldadel  in Deutschland.

Einer Klasse, die in der Frühphase der Bundesrepublik, in den sogenannten Wirtschaftswunderjahren nach dem 2. Weltkrieg,  in  die oberen Etagen der Gesellschaft einzog.

Im Gegensatz zu den vulgären Neureichen späterer Jahre, meidet dieses Milieu das grelle Licht der Öffentlichkeit, pflegt ein Understatement auf höchstem sozialen Niveau, um unauffällig und dezent die jeweiligen Beziehungen in die Machtzentralen, von Politik und Wirtschaft, zu vertiefen.         

Die meisten Bundesbürger haben dieser Tage wohl zum ersten Mal den Namen Merckle gehört, beziehungsweise mit dem Schmerzmittel Paracetamol in Verbindung bringen können.  

Handelt es sich bei Adolf Merckle um eines der ersten prominenten Opfer der Weltwirtschaftskrise? 

Merckle-der grundsolide Mensch…http://www.handelsblatt.com/unternehmen/koepfe/merckle-der-grundsolide-mensch;2121196

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4 Responses to “Adolf Merckle-Der Tod eines Tycoons”

  1. EWA Says:

    Da sieht man mal wie allein erfolgreiche Unternehmer wirklich sind! In seiner schweren Stunde hatte er keine Hilfe. Er war allein und hat den Freitod gewält.

    Sind Sie wieder zurück- Herr Schack?

    LG
    EWA

  2. ichbinimmerich Says:

    Für mich ist das erste Opfer der Zugfahrer, der sich nun ein Leben lang mit den Bildern in seinem Kopf befassen muss!!

  3. Matsch Says:

    Die Meldung letzten Dienstag hat mich echt umgehauen.

    Es gibt ja nicht mehr so viele Unternehmer der alten Sorte, die mit der Bundesrepublik groß geworden sind und die auch das Land mit groß gemacht haben. Mir fallen in dieser Reihe jetzt z.B. die Aldi-Brüder ein, der Schraubenkönig Würth, Artur Fischer – derjenige, der den Dübel erfunden hat und nebenbei auch “Fischertechnik” – und ja, natürlich auch Adolf Merckle.

    Merckle hat sich sicher nicht vor einen Zug geworfen, weil er kein verarmter Milliardär sein wollte. Er wäre immer noch ein sehr vermögender Mann geblieben, vielleicht auch Milliardär. Das verlorene Geld war es sicherlich nicht, sondern die Scham, ein großes Lebenswerk so würdelos, in so kurzer Zeit, durch eigene Dummheit verspielt zu haben. Das hat Tragik, von Shakespeareschem Ausmaß.

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