Sonderausgabe: Der Iran-30 Jahre nach der „Islamischen Revolution“

Februar 1, 2009

Foto:Teheran-Iran

 

Berlin Germany von Ihnen.

 Fahra Diba, Kaiserin des Iran/Ramon Schack

Der Iran wird wieder wie Phönix aus der Asche steigen“, sagte mir Farah Diba, Kaiserin des Iran, im April des vergangenen Jahres.

Für einige Minuten plauderten wir im Blitzlichtgewitter der Kameras.  Zuvor, auf der Pressekonferenz, hatte ich Ihrer Majestät eine unbequeme Frage gestellt, die für etwas Aufsehen sorgte.   http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1209101639075&openMenu=987490165154&calledPageId=987490165154&listid=994342720546

Berlin Germany von Ihnen.

Supermodel Nadja Auermann rügte mich anschließend milde, mit der Bemerkung, es schickt sich nicht politische Fragen zu stellen, auf einer Benefizveranstaltung.”Wir wissen ja alle so wenig!” äußerte sie mit ernster Miene.

 “Man darf nicht immer von sich auf andere schließen!” gab ich diesem Supermodel, mit den wahrscheinlich längsten Beinen der Welt, zur Antwort.   

Aber zurück zu Farah Diba.Die Kaiserin beendete das Gespräch mit der Bemerkung”Die Mullahs werden stürzen, Sie werden es erleben” 

Lesebefehl:https://ramonschack.wordpress.com/2008/04/29/innocence-in-dangereine-gala-in-berlin/

 

 

HINWEIS:Wenn Sie das Thema interessiert, dann sollten Sie am 4.02.09, um 23:30 Uhr, die ARD einschalten. Sie werden mich dort auch in einer kleinen, aber interessanten, Rolle sehen können. Zumindest wenn in der deutschen Fassung nichts gekürzt wurde:

MITTWOCH, 04.02.08 um 23:30 Uhr-ARD-„DIE KAISERIN UND ICH“  http://www.wdr.de/programmvorschau/object4Broadcast.jsp?broadcastId=2994089

Bis zur “Islamischen Revolution”, war das kaiserliche Ehepaar auf den Titelseiten der westlichen Regenbogenpresse so präsent, wie heute Angelina Jolie und Brad Pit. 

Vor  30 Jahren wurde die Herrschaft des Shahs hinweggefegt, Farah Diba verließ mit ihrem Ehemann Reza Pahlevi, der Leuchte der Arier, quasi über Nacht das Land. ”Wir bringen die Stadt auf das Dorf” ,lautete die Parole des Shahs, gemäß seiner Doktrin von der “Weißen Revolution”, dem Konzept einer knallharten Entwicklungsdiktatur.

1979 schluckte das Dorf  dann die Stadt. Millionen Zuwanderer, aus den armen unterwickelten Landstrichen, wanderten in die Metropolen, in die Hauptstadt Teheran, wo die iranische Oberschicht rauschende Feste feierte, die Miniröcke der Frauen immer kürzer wurden, äthiopische Prostituierte auf Freier warteten. In den Elendvierteln wurden das entwurzelte Landvolk zu einer armseligen Statistenrolle verdammt, bezüglich des dekadenten Schauspiels, einer aus den Fugen geratenen Konsumgesellschaft, dieses damals aufstrebenden Schwellenlandes, gekennzeichnet von extremen sozialen Gegensätzen.   

 

 

Foto:1979:Farah Diba und Reza Pahlevi verlassen den Iran”Verlasse uns nicht Leuchte der Arier“, sagte dieser Soldat dem Shah zum Abschied

Der bis dahin engste Verbündete der USA in der Region, neben Israel, transformierte zum ersten islamistischen Gottestaat, zum erbitterten Feind des Westens.

Wer weiß denn heute noch, das bis 1979 israelische Flugzeuge im iranischen Hochland tranierten? Der jüdische und der arische Staat hatten enge Beziehungen, als zwei nichtarabische Staaten, lagen und liegen die geostrategischen Interessen auf der Hand.   

Damit war es nun vorbei.

Heute auf den Tag genau vor 30 Jahren, kehrte Ayatollah Khomeini in den Iran zurück.

In den letzten 6 Jahren, seit dem Beginn meiner Laufbahn als Journalist, habe ich drei Herren kennengelernt, die damals, wenn auch aus den unterschiedlichsten Motiven, in der Maschine mit Khomeini saßen. Ist das nicht sagenhaft?

Zum einen Abdholhassan Banisadre http://de.wikipedia.org/wiki/Ab%C5%AB_l-Hasan_Ban%C4%ABsadr , den späteren, kurzweiligen Präsidenten des Iran, den ich im Februar 2003, umrundet von seinen grimmigen Leibwächtern, interviewt habe. 

Den Starfotografen Robert Lebeck , den  ich erst kürzlich wieder aufgesucht habe , der an diesem Tag ein sehr berühmtes Foto von Khomeini anfertigte .

 Lesen Sie dazu auch: https://ramonschack.wordpress.com/2009/01/20/fruhstuck-bei-robert-lebeck-der-mann-mit-der-kamera/

 Sowie den Starjournalisten Peter Scholl-Latour. 

Peter Scholl-Latour von Ihnen.

Peter Scholl-Latour erzählte mir einmal, es steht auch in einigen seiner Bücher, wie er Khomeini, an diesem Tag im Flugzeug nach Teheran, in gelöster, ja heiterer, Grundstimmung antraf.

Er ging wohl davon aus, die Maschine würde von monarchistischen Piloten, beim Landeanflug auf Teheren, abgeschossen. Eine Aussicht die ihn, gemäß seines schiitischen Glaubensbekenntnisses, nur erfreuen konnte. Es kam bekanntlich ja anders.

Zuvor hatten einige Mitarbeiter aus Khomeinis Umfeld Scholl-Latour eine gelbe Mappe zugesteckt, mit der Bitte um eine spätere Rückgabe. Es handelte sich um die Verfassung der Islamischen Republik Iran. 

Scholl-Latour und der Ayatollah Khomeini

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4 Responses to “Sonderausgabe: Der Iran-30 Jahre nach der „Islamischen Revolution“”


  1. […] bekanntlich 40 Jahre – und Ramon hat einige interessante Details zum denkwürdigen Datum auf seinem Blog bereit gestellt. Ob der 32. Jahrestag noch als Mullahstaat mit Atomraketen befeiert werden wird, […]


  2. […] Wir haben Fehler gemacht, aber die Grundidee war richtig!” sagte mir Farah Diba, die Ehefrau des Shas, vor rund einem Jahr in Berlin.”Der Iran wird wieder wie Phönix aus der Asche steigen” fügte Sie hinzu.”Sie werden es erleben!”. Lesebefehl: https://ramonschack.wordpress.com/2009/02/01/5086/ […]

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