Adieu Welthandel?/Die Rückkehr des Protektionismus

Februar 1, 2009

                                               @ Ramon Schack

Man reibt sich die Augen und die Ohren. Noch vor wenigen Monaten, vor Beginn der aktuellen, alles verändernden,Weltwirtschaftskrise, schien alles auf einen globalen Siegeszug des Freihandels, ideologisch verbrämt häufig auch als  Kapitalismus“ bezeichnet, zu deuten.

Inzwischen hat sich das Blatt deutlich gewendet. Mit atemberaubender Geschwindigkeit wird die Menschheit Zeuge eines Epochenwandels, von ungeahntem Ausgang.

Nur soviel dürfte jetzt schon feststehen;Reicher wird die Menschheit nicht aus dieser Entwicklung hervorgehen, zumindest nicht mittelfristig.

In diesem Zusammenhang kann man getrost von einem Treppenwitz der Geschichte sprechen. 20 Jahre nach dem Zusammenbruch des Weltkommunismus, mit seiner ineffektiven- hässlich machenden- Planwirtschaft, schaufelt der Freihandel sich sein eigenes Grab.

So schaut es zumindest vorläufig aus.

Das nun ausgerechnet in den USA der Protektionismus eine Renaissance erfährt, illustriert die Absurdidät unseres Zeitalters.

Noch ist es zu früh, über das Ausmaß der Rezession in der Real-Wirtschaft zu spekulieren, die sich aus dem Zusammenbruch der Hypothekenbanken und der Finanzbastion vor allem in den USA beinahe zwangsläufig ergeben wird.

Wenn die Banknoten eines Staates mit dem Spruch versehen sind:“IN GOD WE TRUST“, dann nimmt der Währungsverfall eine beinahe theologische Dimension an. Auf jeden Fall findet ein irreparabler Prestigeverlust statt, der inzwischen nur durch das Charisma von Barack Obama  abgemildert wird.

Das wirliche Scheitern dieses Systems offenbarte sich in der arroganten Hochburg des Weltkapitalismus, wo sich unter der unrühmlichen Amtszeit vonGeorge W. Bush ein horrendes Haushaltsdefizit aufgetan hatte und eine an Krimiinalität grenzende Manipulation fauler Kredite die radikale Umkehr zu staatlichem Dirigismus erzwang.

Man denke in diesem Zusammenhang an die von Insolvenz bedrohten Bankhäuser, die kurzerhand nationalisiert wurden. Eine Maßnahme die von den Vertretern der „reinen Liberalen Lehre“, noch vor kurzem, als abscheulicher Akt von marxistischer Kommandowirtschaft verurteilt wurden wäre.

Das die Verursacher dieser Krise, die frivolen Spekulanten und betrügerischen Zocker, daraufhin am lautesten um staatliche Kredite bettelten , führte auch nicht gerade zu einer Werbekampagne für die Vorzüge des Freihandels.    

Der Kommentator Roger Cohen drückte das sehr drastisch aus:“The two M´s-Money and Me-became the loadstone of the Zeitgeist and damn these distant wars“

Der Verlust der Gründertugenden, die Amerika groß gemacht haben, ist wohl das verhängnisvollste Kennzeichen dieser Entwicklung.  

Der US-Präsident sorgte kürzlich für Irritationen, milde ausgedrückt, mit seiner „-Buy American -Klausel“.

Dabei ist der Protektionismus wahrlich kein Novum in der Geschichte der Hypermacht.

Roosevelt gelang es zu Beginn der 1930 er Jahre die Katastrophe einzudämmen, nachdem sein Vorgänger Herbert C. Hoover noch bis zuletzt beteuert hatte”Business as usual, prosperity is around the corner”.

Allerdings war die ökonomische Stabilisierung der Roosevelt-Politik nicht dauerhaft. Der Rückfall in die Stagnation wurde nur durch das zunehmende Eingreifen der USA in die kriegerischen Wirren Europas, bis hin zum totalen Kriegseintritt und die damit verbundene  Ankurbelung einer gigantischen Rüstungsindustire überwunden

Lesen Sie dazu auch:   http://www.faz.net/s/Rub58241E4DF1B149538ABC24D0E82A6266/Doc~E6ED36D85DC654570B3637B9345844F92~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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