Sonderausgabe:Der Friedhof der Imperien-Vor 20 Jahren vollzog sich der sojwetische Rückzug aus Afghanistan

Februar 15, 2009

                                            @Ramon Schack

Vor 20 Jahren, am 15. Februar 1989, vollzog sich der sowjetische Rückzug aus Afghanistan.

 

10 Jahre zuvor, als die UdSSR noch eine Supermacht war, begann die Invasion der „ruhmreichen Roten Armee“ im südlichen Nachbarland.

Eine Dekade später lag das kommunistische Weltreich, welches Helmut Schmidt einmal als Oberwolta mit Atomwaffen, also als eine Nuklearmacht auf Drittwelt-Niveau, tiuliert hatte, im Todeskampf. Es waren Risse im Roten Imperium erkennbar.

Nach zehnjähriger Okkupation durch 130 00 Sowjetsoldaten mitsamt einem Aufgebot von Hunderten, vielleicht Tausenden von Panzern waren sie dem Zermürbungskrieg der Mudschahidin erlegen.   

In Moskau hoffte man damals , einem Übergreifen des islamischen Flächenbrandes auf das eigene Territorium, bzw. auf die eigenen muslimischen Ethnien , durch diesen Rückzug, entgegenwirken zu können.

Das Gegenteil war der Fall. Vom Nordkaukasus bis nach Zentralasien kam es,trotz jahrzehntelanger atheistischer Indoktrination und kommunistischer Propaganda, zu einer „Wiedergeburt des Islams“, die den Niedergang des „Gottlosen“ Imperiums  beschleunigte.

Die muslimischen Völker -des zerfallenen Eurasischen Riesenreiches- betrachteten die „Höllenfahrt“ ihrer entmachteten kommunistischen Kolonialherren mit Verwunderung und fassungslosem Staunen. In das  hinterbliebene ideologische Vakuum und die katastrophalen ökonomischen und ökologischen Hinterlassenschaften des Sowjetsozialismus,  fielen die Koranverse, demzufolge Allah den Geduldigen, den Standhaften , beisteht, auf einen fruchtbaren Boden.

Die sowjetische Soldateska hinterließ ein zerstörtes Afghanistan und kehrte in eine Heimat zurück, die gerade dabei war zugrunde zu gehen.

15.ooo sowjetische Soldaten blieben auf den Schlachtfeldern zurück, mehr als 1, 5 Millionen Afghanen waren ums Leben gekommen. 

Einige Monate später sollten die kommunistischen Marionetten-Regime in Mitteleuropa, von Warschau bis Sofia, stürzen, beziehungsweise die Mauer in Berlin fallen. 1991 kam es dann zur Auflösung der Sowjetunion selbst.

1996, nach der Einnahme Kabuls durch die Steinzeit-Islamisten der Taleban, fiel Nadschibulla, der sowjetische Stadthalter in Kabul, auch als Stalin von Afghanistan bekannt, einer blutigen Abrechnung  zum Opfer.  Wie ein Stück Vieh ließen ihn die Taleban durch die Straßen von Kabul schleifen.

Ein  böses Omen für Hamid Karzai, den Stadthalter Washingtons in Kabul.

Von den Amerikanern verlassen, würde der aktuelle Präsident, dessen Macht ja nicht über den Zaun seines Palastes reicht, nicht einmal drei Tage überleben.  

Die sunnitischen Steinzeit-Islamisten der Taleban übernahmen die Macht in Afghanistan.

Nur Sha Massud , der wahre Vater Afghanistans, hielt ihnen, bis zu seiner Ermordung durch die Schergen Bin Ladens, tapfer stand. Sha Massud starb 2 Tage vor dem 11. September 2001.   https://ramonschack.wordpress.com/2007/09/09/er-starb-2-tage-vor-911-achmed-shah-massoud-der-wahre-vater-afghanistans/

„Den Friedhof der Imperien“ nennt man Afghanistan schon seit den Tagen Alexander des Großen. Afghanistan zu erobern ist leicht, es zu beherrschen ist unmöglich.

Diese Weisheit hat der Westen seit 2002 konsequent ignoriert.

Seltsamerweise hält die Londoner Regierung, die im Begriff steht den Irak den Rücken zu kehren, an ihrem Engagement im Hindukusch fest, speziell in der Provinz Helmand.

Dabei müßten die Briten wissen, daß man keinen Krieg in Afghanistan  gewinnt.

Gewiß, das Desaster von 1842, als die aus Kabul ausbrechende Garnision Ihrer Majestät mitsamt Familien und Hilfskräften in den Schluchten des Hindukusch durch Stammesangehörige massakriert wurde, gehört einer anderen Epoche an. Aber wie heiß es doch so treffend.“Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht begreifen und die Zukunft nicht meistern  “ 

Das damalige Ereignis war immerhin so sensationell, daß Theodor Fontane  dem einzigen Überlebenden, einem Militärarzt, der bis Jalalabad gelangte, eine Ballade widmete:“Mit Dreizehntausend der Zug begann; einer kam heim aus Afghanistan“

Bei ihren Expeditionen dürften den Soldaten der Bundeswehr die Vielzahl der zerstörten sowjetischen  Tanks -im Norden Afghanistans- aufgefallen sein.

Dieses ausgebrannte Kriegsgerät, eines Imperiums, vor dem vor 20 Jahren die Welt noch erzitterte, beziehungsweise dessen Ideologie ein Fünftel der Menschheit-von Ost-Berlin-bis Pyönyang- beherrschte, ist dort wie eine historische Mahnung anzusehen.

Bitte den Link anklicken:http://www.youtube.com/watch?v=iHAuTKkeF7E&feature=related

Als eine Mahnung für das Scheitern von Supermächten, in der rauhen Gebirgslandschaft von Afghanistan .

Lesen Sie dazu auch:

http://www.nzz.ch/nachrichten/international/ende_des_sowjetischen_abzugs_aus_afghanistan_1.1995787.html

The Soviet withdrawal from the Afghan

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9 Responses to “Sonderausgabe:Der Friedhof der Imperien-Vor 20 Jahren vollzog sich der sojwetische Rückzug aus Afghanistan”

  1. Jörg Beirer Says:

    Lieber Ramon Schack,
    vielen Dank für den Hinweis auf den Rückzug der sowjetischen Armee aus Afgahnistan. Wieder einmal eine Anregung sich mit der jüngeren Geschichte zu beschäftigen. Zum Glück gibt es das Internet und Youtube. Und ohne ihre Hinweise und Links wäre mein Abend ohne die sowjetische Hymne und die Marseillaise vergangen.
    Schöne Grüsse aus dem Süden

    Jörg Beirer

  2. Tina Says:

    Das Afghanistan-Abenteuer wird Oskar lafontaine, neben der Wirtschaftskrise, noch ordentlich Stimmen einbringen.

    Spätestens dann, wenn zahlreiche Bundeswehrsoldaten bei einem größeren Anschlag sterben sollten.

  3. Udo S. Says:

    Ein sehr gelungener Artikel.
    Allerdings sollte man den gescheiterten Afghanistan-Feldzug der Sowjets, bezüglich des Unterganges der UdSSR, nicht überschätzen.

    Er war nur ein Stolperstein, neben vielen anderen.

  4. ramonschack Says:

    @Jörg/Tina/Udo

    Besten Dank!


  5. […] fraglich. Schon seit den Zeiten der Antike, gilt Afghanistan als Friedhof der Imperien.Lesebefehl:https://ramonschack.wordpress.com/2009/02/15/5307/ Posted in Uncategorized | Leave a Comment […]


  6. […] Afghanistan wurde seinem uralten Ruf als Friedhof der Imperien wieder einmal gerecht:Lesen Sie dazu auch:https://ramonschack.wordpress.com/2009/02/15/5307/ […]

  7. mirneda Says:

    Ahmad shah massoud ist nicht der vater afghanistans er viele Afghanen umgebracht.

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