„Berlinerisch müsst mer halt könne!“:Vorbehalte gegen Einwanderer in Berlin

April 6, 2009

                                             @Ramon Schack

Berlin ist gegenüber Einwanderern ja nicht  immer so tolerant, wie allgemein progagiert, bzw. gerne angenommen. Gerade gegenüber einer der größten Einwanderungsgruppe, welche sich in den letzten Jahren- in sehr großer Anzahl- in bestimmten Szenequartieren niedergelassen hat, um dort Parallelgesellschaften zu etablieren, bestehen große Vorbehalte. Nicht selten entdeckt man dort Parolen an den Häuserwänden, in denen diese Ethnie, diese Zuwanderer, angefeindet, bzw. zum Verlassen der Hauptstadt aufgefordet werden. Dabei stammen diese Menschen keineswegs aus einer verarmten Region, das Gegenteil ist der Fall. Eigentlich hätten viele Berliner Grund genug, diesen Menschen gegenüber etwas aufgeschlossener, ja vielleicht sogar dankbar, zu sein.

Neulich begegnete ich einem Vertreter dieser Spezies, auf der Geburtstagsfeier einer Bekannten. Der junge Mann war gerade erst einige Monate in Berlin und sprachlich noch nicht integriert.

Zuvor hatten sich einige Gäste von dem jungen Zuwanderer abgewandt, aufgrund einiger Kommunikationsschwierigkeiten. „Wir brauchen wirklich einen Dolmetscher!“, wurde gestöhnt. 

Um ehrlich zu sein, ich habe zu Beginn der Konversation auch kein Wort verstanden, dafür aber immer freundlich genickt, während der junge Mann mir irgendetwas erzählte.

Schließlich stellte ich ihm eine Frage, in der Hoffnung seine Erwiderung auch verstehen zu können.“Wie gefällt es Dir denn in Berlin?“

Während der Immigrant antwortete, war ich darum bemüht, seine Worte von den Lippen abzulesen, was mir durchaus gelang. Es gefalle ihm sehr gut, leider habe er noch Schwierigkeiten mit der Sprache“Berlinerisch müsst mer halt könne!“ äußerte er betrübt. Der Arme, dabei handelt es sich bei diesem Völkchen um sparsame, fleißige, kulturell produktive Menschen, die auch sehr stolz auf ihre Muttersprache sind, wie dieses Beispiel belegt: http://www.joerg-beirer.de/  Gefällt mir, gefällt mir sogar sehr.

Schrecklich diese Vorurteile: „Schwabenhass in Berlin„: http://www.faz.net/s/RubCD175863466D41BB9A6A93D460B81174/Doc~E4EFC7676D3F64084AFB14E444436BD40~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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12 Responses to “„Berlinerisch müsst mer halt könne!“:Vorbehalte gegen Einwanderer in Berlin”

  1. EWA Says:

    Wenn die Schwaben sich nur ein wenig mehr anpasen würden,nur ein klein wenig,dann gäbe es auch keine Vorurteile mehr. Aber immer nur “Spätzle,Spätzle, Häusle baue”, oder wie das heißt…

  2. Schwabenstolz Says:

    „Schaffle, schaffle…, nicht Spätzle, Spätzle..

    Erst denken-dann schreiben

  3. Moritz Berger Says:

    Gab es nicht einmal schwäbische Hausbesetzer in Berlin?

  4. Moritz Says:

    „Schaffe, schaffe…“ heisst das zumindest bei uns. Kommt von schaffen=>arbeiten

    Heute ist es in Berlin in Ordnung „Schwaben raus“ zu fordern.“ Ich finde den Vergleich mit den 30er-jahren und „Juden raus“ etc. nicht so falsch.
    Im Prinzip merkt man daran wie kleinkariert und provienziell Berlin ist und auch immer bleiben wird.
    Es gibt weitaus kosmopolitschere Städte in Deutschland.

  5. EWA Says:

    Moritz/Schwabenstolz

    „Wie auch immer“…

    Moritz, denn nenne mir doch mal eine der kosmopoliten Metropolen. Aber bitte nicht Stuttgart,dann müßte ich laut lachen

  6. Moritz Berger Says:

    @EWA

    Ja EWA da muss ich auch lachen…..

    nur leider ueber Sie….

    Welche Stadt in .de hat wohl den 2. größten Ausländeranteil??

    http://www.isoplan.de/aid/2002-3/k2002-3.pdf

  7. matsch Says:

    Stuggi-Town ist natürlich alles andere als eine Schönheit. Sogar Frankfurt finde ich schöner. Aber da hat Moritz schon recht: diese Form kleinbornierter Hassausbrüche sich selbst entblößender Spießer findet man so weder in Frankfurt, Stuttgart oder München. Fast würde ich sagen, das ist den Bewohnern dieser Städte wesensfremd. Aber Berlin ist groß. Die Spießer sind nur ein Teil dieser Stadt.

  8. ramonschack Says:

    Matsch

    was ich Sie schon immer einmal fragen wollte, wo leben Sie eigentlich? In Ost-Berlin, nicht wahr? Jetzt lassen Sie einmal die Katze, in Ihrem Fall- bezogen auf Ihre E-Mail-Adresse- den Tiger aus dem Sack..

    Danke…

    Gruß
    RS

    Moritz/EWA

    Kinder vertragt euch…

  9. Matsch Says:

    Ach Herr Schack, da sind Sie ja verkehrter als man nur sein kann: Deep down under! Im übrigen, ich mag Berlin. Bisweilen auch die Berliner.

    Eine Frage Herr Schack: wo ist denn Ihr Buch über Berlin abgeblieben?

  10. ramonschack Says:

    Matsch: Geht es auch etwas präziser, bzw. geographisch eingegrenzter?Eine klare Antwort auf eine klare Frage, bitte…

    Was das Buch angeht, wenn Sie mir eine reale E-Mail Adresse senden, beantworte ich Ihnen diese Frage gerne.

    Schöne Feiertage
    RS

  11. Moritz Says:

    Stuttgart ist vielleicht tatsächlich kein Schmelztiegel, dazu ist die Wesensart der Schwaben zu verhalten.
    Aufgrund des Wohlstandes kann man sich aber eine gewisse Toleranz leisten. Alltagsrassismus und Parallelgesellschaften habe ich erst in Berlin kennengelernt.

    Wirklich kosmopolitisch ist für mich die Rhein-Main-Region und München ist aufgrund seiner Lage auch nicht schlecht.

  12. Matsch Says:

    Süddeutschland, ganz tiefer Süden. Auf halbem Wege zwischen Berlin und Florenz. Hoffe präzise genug für Sie.

    Nachdem Sie Ihr Buch öffentlich in diesem Blog angekündigt haben, ist eine öffentliche Antwort doch nicht unangemessen? Wenn Sie nicht wollen, müssen Sie natürlich nicht.

    @Moritz

    Gelassenheit, heitere Gelassenheit, Unaufgeregtheit, das Sich-nicht-so-wichtig-nehmen. Das ist es, was Berlin (und den Berlinern) mitunter fehlt. Dafür ist man aber stets mindestens auf Weltniveau 😉

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