Unruhen in Thailand

April 14, 2009

                                   @Ramon Schack

Chai Yen nennt man in Thailand die Tugend, in jeder Situation sein Gesicht zu wahren. Immer Gesicht geben, niemals Gesicht nehmen.

Als ich 1994 durch Thailand reiste, wurde diese uralte Sitte- von den meisten ausländischen Besuchern dieses fernöstlichen Königreiches-  eingehalten, obwohl schon damals wahrlich nicht nur die kulturelle Elite des Westens dort anzutreffen war. 

Viele dieser Urlauber-überwiegend aus Europa, Australien, Amerika,Israel und Japan-waren weniger an den kulturellen und landschaftlichen Reizen interessiert, sondern eher an abwegigen-in ihrer jeweiligen Heimat strafrechtlich relevanten- Sexualpraktiken.

Obwohl mir in den Straßen Bangkoks Szenen wie in der phillipinischen Hauptstadt Manila -einige Jahre später- erspart blieben, als uns ein Familienvater, freundlich lächelnd, mit einem Kondom in der Hand,bzw. seinem Enkelkind auf dem Arm, seine-ihn begleitende- 16-jährige Tochter für eine Nacht anbot und Scharen von alleinreisenden Herren Nachts auf dem Roxas-Boulevard herumlungerten.  

Inzwischen hat der Massentourismus die tropischen Traumstrände von Phuket und Pattaya ja in einen südostasiatischen Ballermann verwandelt, „Futtern wie bei Muttern“ inklusive.

Inwieweit dieser Massentourismus den Verhaltenkodex von Chai Yen modifiziert hat, bietet sicherlich Anlass für tiefergehende Diskussionen.

Die Demonstranten, die kürzlich den ASEAN-Gipfel in Bangkok stürmten, was zu einer unmittelbaren Flucht der dort versammelten Regierungschefs führte, haben die Methode des Chai Yen ignoriert. Die thailändische Regierung hat ihr Gesicht-vor den Augen der Weltöffentlichkeit- verloren.

Es brodelt in Thailand:Lesen Sie dazu auch… http://www.handelsblatt.com/politik/international/bangkok-soldaten-schiessen-auf-demonstranten;2235868

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