Köhler versus Schwan/Die Angst vor dem Pöbel/Ist die Krise beherrschbar?

April 25, 2009

                                               

                                            @Ramon Schack

Sicherlich gehöre ich nicht zu den größten Anhängern von Gesine Schwan, noch weniger möchte ich mir diese hochintelligente Dame als zukünftige Bundespräsidenten vorstellen-bei allem Respekt vor ihrer beruflichen Biographie und Lebensleistung-sondern bevorzuge eindeutig den aktuellen Amtsinhaber.

Als Oberbürgermeisterin von Frankfurt/Oder könnte ich mir Gesine Schwan durchaus vorstellen, schon um dieser abgetackelten Stadt ein neues Image zu verleihen.Lesen Sie dazu auch.. https://ramonschack.wordpress.com/2008/10/27/deutschland-treibt-in-die-rezessionbesuch-in-frankfurt-an-der-oder/

Doch der Griff zu den Sternen, beziehungsweise zum höchsten Staatsamt der Republik, ist dann doch wohl eine Nummer zu groß .

Trotzdem ist die seit einigen Tagen vorhaltende Aufregung, bezüglich der -nicht allzu analytischen- Äußerungen von Frau Schwan, etwas überzogen.

Gesine Schwan warnte vor sozialen Unruhen in Deutschland, angesichts der schwersten Weltwirtschaftskrise seit etwa 80 Jahren.

Die Bundeskanzlerin sprach von Mätzchen, Politiker fast aller Parteien warfen Frau Schwan vor, Unruhen herbeizureden, als ob so etwas möglich wäre. Der Pöbel benötigt sicherlich keine Formulierungen von Angehörigen der akademischen und politischen Elite der Republik, um möglicherweise eines Tages marodierend  und mordlüsternd durch die Straßen zu ziehen.

Wenn überhaupt hätte Oskar Lafontaine einige Watschen verdient, bezüglich seiner letzten Absonderungen, denen man viel vehementer  entgegentreten sollte. Lafontaine faselte diesesmal nicht von „Fremdarbeitern“, auch nicht von einem Maulkorb für die Presse, sondern forderte Arbeiter dazu auf, Manager einzusperren…http://nachrichten.rp-online.de/article/politik/Lafontaine-Arbeiter-sollten-Manager-einsperren/37290

Hoffentlich kommt die verarmte saarländische Bevölkerung nicht eines Tages auf die Idee, sich vor dem bescheidenen Anwesen Lafontaines, im Volksmund auch als „Palast der sozialen Gerechtigkeit“ bekannt, zusammenzurotten, um irgendwelche linksnationalistische Bonzen einzusperren.

FOTO:ONKEL OSKARS HÜTTE, DAS WOHNHAUS VON LAFONTAINE…

Die öffentliche Debatte zu diesem Thema verdeutlicht, die politische Klasse ist momentan-nicht ohne Grund- sehr verunsichert, ja verschreckt. Während die Bevölkerung die direkten Folgen der Krise erst in den nächsten Monaten und Jahren zu spüren bekommen wird, mit voller Wucht, wächst die Sorge über die politischen Folgen dieser  tragischen Entwicklung.Die Angst vor dem Pöbel steigt..

In krisenhaften Zeiten, während historischer Umbrüche, sind die irrationalen Momente am faszinierendsten, nicht am angenehmsten. Die Revolten, die Ausbrüche kollektiver Emotionen, die Zerstörungswut, die Eruptionen, ihre verbüffenden Ursachen-oft Belanglosigkeiten als Auslöser. Die pötzliche Freisetzung mächtiger, lange aufgestauter ,Energien. Und wie dann alles wieder in sein altes Bett zurückkehrt, wie der Strom langsamer wird…

Gestern bummelte ich die Kantstraße entlang, in Richtung des mondänen Savigny Platzes.In der Nähe vom Bahnhof Zoo, so viele Verrückte, so viele Drogensüchtige, so viele Arme. Menschen die in Mülltonnen wühlten Und neben ihnen die Masse der wohlhabenden, gepflegten, organisierten, eifrigen, der Touristen, auf dem Weg in die Paris-Bar, in die Clubs,Restaurants, des Kiezes.Die Grenze, die die beiden voneinander trennt, ist faszinierend; es ist faszinierend, diese Grenze zu überschreiten.    Diese Armen, ihr Gestank, ihre Ungepfegtheit, Apathie, ihre Lumpen, die Flaschen in der Hand, ihre Gemeinschaft, die uns unzugänglich bleibt, ihr Blick, den ich nicht beschreiben kann…. http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~EE809476679DC4B62979D4F4BA7DDB74F~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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2 Responses to “Köhler versus Schwan/Die Angst vor dem Pöbel/Ist die Krise beherrschbar?”

  1. Kuno Says:

    Frau Schwan ist halt, vielleicht bis auf Steinmeier (???), das letzte Relikt der „Schröderzeit“, hatte der die irgendwie aus „optisch intellektuellen“ Gründen ausgegraben! Nach diesen letzten Äußerungen und vor allem bei den Fragen danach kann jeder die fehlende Kompetenz sowohl in gesellschaftlichen als auch politischen Dingen erkennen.

    Liebe Frau Schwan, bleibe bei den Studenten und lehre Theorie und überlasse den Ernst des Lebens Menschen wie Köhler!

  2. Sören Says:

    Schwan und Sodann , der Osten mobilisiert mal wieder mit Fehlbesetzungen , siehe Merkel .

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