Artikel des Tages:Es war einmal in West-Berlin“Die Insel der Glücklichen“

Mai 24, 2009

                                         @Ramon Schack

Als Jugendlicher, in den 1980er Jahren, habe ich die Einfahrt nach West-Berlin, nach der Anreise auf der Transitstrecke Hamburg-Berlin, beziehungsweise dem Passieren der letzten DDR-Grenzkontrollen, immer als eine Art Befreiung empfunden.  Ähnlich erging es mir nach Besuchen, in der sogenannten“ Hauptstadt der DDR“.

 

Die DDR wirkte auf den flüchtigen Besucher, längere Aufenthalte, bzw. spontane Erkundigungen, wären ja auch schnell unterbunden wurden, dermaßen abstoßend und ungastlich, dass man sich manchmal fragt, von welchem Lande, nachdem sich angeblich so viele Menschen zurücksehnen, eigentlich die Rede ist. Mit der real existierenden DDR, hat diese Sehnsucht auf jeden Fall nichts zu tun, eher mit psychologischen Problemen, bzw.  mit einem geistigen  und moralischen Versagen, derjenigen- die sich so äußern.

Nun gut, die Geschichte hat es ja auch bewiesen.

Aber zurück nach West-Berlin, „Die Stadt der Glücklichen“, wie man vor 1989 sagte. Inzwischen ist das alte West-Berlin natürlich längst untergegangen, lebt vielleicht noch in irgendwelchen Nischen fort, oder in den Erinnerungen der „Insulaner“, wie man die Bewohner West-Berlins zu nennen pflegte.   

Der schwedische Schriftsteller Lars Gustafsson schrieb zu Beginn der 70er Jahre über West-Berlin und die Bundesrepublik:

“Zwei Länder können sich nicht mehr voneinander unterscheiden als das narbige, das kluge Berlin mit seinen lebhaften , scharfen Intellekt, mit seinen revolutionären Gruppen, marxistischen Kinderläden, mit seinen blauen, roten, weißen Pamphleten, seinen Straßencafés und Buchhandlungen, Berlin, diese geheimnisvolle Schmiede zukünftiger Kräfte, eingesperrt hinter hohen Mauern und Minengürteln inmitten einer feindseligen , lehmgrauen Militärdiktatur mit endlosen Kartoffeläckern, dieses Berlin, das alles weiß, alles erfahren und seit langem seinen Zustand akzeptiert hat, und die dumme, geldstrotzende Bundesrepublik mit ihren Supermärkten, ihren transportablen Fernsehgeräten und ihren knarrenden Prachtmöbeln, schweren Teppichen und Sesseln aus schwarzem Leder und Stahlrohr

In unserem trübseligen Zeitalter, einer schwülstigen, reaktionären, Ostalgie, ist es ja auch mal eine Abwechslung, an die alte Bundesrepublik  , bzw. an das alte West-Berlin, zu erinnern, die 1989 ebenso untergegangen sind, wie die DDR.

 Holger Schmale erinnet heute -in der Berliner Zeitung- an West-Berlin:

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/0523/berlin/0019/index.html

Die Insel West-Berlin 1/5

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