Barack Obama in Saudi-Arabien/“Mit dem Teufel schlafen“

Juni 3, 2009

                                       @Ramon Schack

Vers l’Orient complique je partais avec des idees simples/In den komplizierten Orient reiste ich mit einfachen Vorstellungen

                                 Charles de Gaulle

Zum Auftakt seiner Reise in den Nahen Osten, ist US-Präsident Obama in Saudi-Arabien eingetroffen.

Das sunnitisch-fundamentalistische Königreich gilt als einer der engsten Verbündeten Washingtons in dieser unruhigen Region, die von der ehemaligen US-Außenministerin Rice -in völlig geographischer Verzehrung-als „Broader Middle East“ bezeichnet wurde.

König Abdullah wird- ebenso wie seine wahabitische Kamarilla- dem Besuch des mächtigsten Mannes der Welt mit gemischten Gefühlen entgegengesehen haben. Diesbezüglich erstellt sich sogar eine Gemeinsamkeit, bei allen sonstigen Unterschieden, zwischen der Führung in Riad und Jerusalem. Das amtierende Duo Infernale, der israelische Premierminister Netanjahu, sowie sein umstrittener Außenminister Liebermann, haben diese veränderte politische Großwetterlage schon zu spüren bekommen.  

Die amerikanische Nahost-Politik steht vor einem Neuanfang. Barack Obama macht ja auch keinen Hehl daraus, die gescheiterten Entwürfe der Bush-Cheney Regierung zu entrümpeln. 

Unter Bush und Cheney nahm die skandalöse Komplizenschaft, zwischen der Saudischen Dynastie und der amerikanischen Erdöl-Plutokratie ,  unerträgliche Formen an.

George Bush entblödete sich ja seinerzeit nicht, bei seinem Besuch in der morschen Erb-Monarchie, ausgerechnet vom saudischen Boden aus, dem benachbarten Iran demokratische Reformen ins Standbuch zu schreiben. Gemessen an den Zuständen in Saudi-Arabien, erscheint der Iran fast wie eine Schweiz der Region.   

Der ehemalige CIA-Agent Robert Baer warnte schon seit geraumer Zeit vor dieser ungesunden Beziehung:

Lesen Sie dazu auch:  https://ramonschack.wordpress.com/2007/10/26/sleeping-with-the-devil-mit-dem-teufel-schlafensaudi-arabien-und-die-usa/

Baer, einer der renomiertesten Nahost-Experten der USA, war während der Amtszeit von Bush kaltgestellt. 

Baers Werke See No Evil und Sleeping with the Devil lieferten die Vorlage für den 2005 fertiggestellten Film Syriana.
Die Person des Film-Charakters Bob Barnes  George Clooney wurde Robert Baer nachempfunden.

Zwar möchte ich nicht aus dem weltpolitischen Nähkästchen plaudern, aber Robert Baer ist inzwischen ein häufiger Gast im Weißen Haus. Ich weiß es aus sicherer Quelle. Im Januar dieses Jahres  hatte ich Baer in New York City interviewt. Wir trafen uns im Hinterzimmer einer schummrigen Bar in Spanish Harlem und unterhielten uns über die kommende Regionalmacht Iran; basierend auf Bears Buch „The Devil we know“    

Lesen Sie dazu: http://www.handelsblatt.com/politik/international/iran-ist-eine-insel-der-stabilitaet;2125354

http://www.nzz.ch/nachrichten/international/us-praesident_obama_in_saudiarabien_eingetroffen__1.2667047.html

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