Iran hat gewählt:Der zweifelhafte Triumph des Dr. Achmedineschad

Juni 14, 2009

                                                          @Ramon Schack

 “Ich bin nicht fremd hier, doch diese  Zeit gehört mir nicht, und ich gehöre nicht in diese Zeit.”      Iranisches Sprichwort                                    

Der Iran hat gewählt.

Foto:Teheran:Ein Anhänger des Kandidaten Mussawi auf dem Weg ins Wahllokal.

Bei einer Rekordwahlbeteiligung, von der viele Mutterländer des westlichen Parlamentarismus heute nur noch träumen dürfen,  sowie unter dem großem Interesse der Weltöffentlichkeit, fanden die dortigen Präsidentschaftswahlen statt.

Zur Auswahl standen der Amtsinhaber Achmedineschad, sowie eine Reihe von Kandidaten, welche vom Wächterrat die Genehmigung erhalten hatten, an diesem Urnengang partizipieren zu dürfen.

Als großer Favorit der Reformer, der Intelligenz, sowie der urbanen  Jugend, hatte sich schnell der Kandidat Mussawi herauskristallisiert, der deutliche Worte fand, für die Mißstände und  steigenden Repressalien nach 4 Jahren  Präsidentschaft von Achmedineschad.  Eine grüne Welle erfasste die Straßen und Plätze der großen Städte Irans,  denn Grün war und ist die Farbe  von Mussawi.

Foto:Teheran Iran:Eine junge Anhängerin von Mussavi. 

Rund 30 Jahre nach der sog. Islamischen Revolution, die 1979 die prowestliche, säkulare Monarchie von Sha Reza Pahlevi zum Einsturz brachte, wurde der umstrittene Amtsinhaber im Amt- mit einem überwältigendem Ergebnis- bestätigt, zumindest nach Informationen des iranischen Wahlamtes.  

Der Verdacht einer massiven Wahlfälschung, ja eines gigantischen Wahlbetruges, liegt in der Luft.

Kam es zu einer geheimen Absprache zwischen dem Revolutionsführer Chamenei, sowie dem alten und neuen Präsidenten Achmedineschad? Fühlte das Establishment der Islamischen Republik sich zu sehr herausgefordert, durch die Reden und das Auftreten Mussawis, ja durch die Begeisterung, welcher dieser bei seinen jungen Anhängern auslöste? Immerhin hatten die jugendlichen Anhänger Mussawis endlich ein Ventil gefunden. Im kurzen Wahlkampf wurde Achmedineschad regelmäßig verhöhnt und als „Ahmadi“, als kleiner Achmad, tituliert.

Hatte das Regime Angst,vor den Stimmen der Jugend, die immerhin 60 % der ca. 70 Millionen Iraner ausmachen, vor deren Unmut, Energien und dem dazugehörigen Protespotential? Trotz der Brutalität seiner Schergen, scheint die Jugend Achmedineschad nicht mehr Ernst zu nehmen. Seine politischen Kapriolen wurden mit Spott begleitet .

Unabhängig davon, wie man diesen Wahlausgang bewerten möchte, teile ich nicht die Ansicht von Christiane Hoffmann, dieses Resultat sei das Ende der iranischen Reformbewegung: Lesebefehl:http://www.faz.net/s/Rub7FC5BF30C45B402F96E964EF8CE790E1/Doc~E3E718B72CDA54E71BFFC3D93FF980987~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Viel eher dürfte die Bevölkerungsmehrheit nun begreifen, innerhalb der engen  politischen Grenzen, der Islamischen Republik, wird es keine grundlegenden Reformen, ja keine durchgreifenden Veränderungen, mehr geben.

Zukünftig wird die Jugend des Iran das gesammte morsche Staatsmodell herausfordern. 

In den vergangenen 48 Stunden kam es zu schweren Unruhen in den Straßen von Teheran.

 

Lesen Sie dazu auch:  http://www.faz.net/s/RubDDBDABB9457A437BAA85A49C26FB23A0/Doc~EF28BF80CFDA7473088A5D40B049C0029~ATpl~Ecommon~Scontent.html

 

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