Tschetschenien:“Nur noch der Präsident darf seine Meinung sagen“

August 12, 2009

 

                                               @Ramon Schack

Auf Anweisung des russischen Präsidenten Medwedjew hatte der Chef des Inlandsgeheimdienstes FSB, Aleksandr Bortnikow, am 17. April dieses Jahres, das Ende der sogenannten Anti-Terror-Aktion in Tschetschenien verkündet.

Unter diesem Namen startete 1999 der zweite Tschetschenien-Krieg, der unter der Zivilbevölkerung grausige Opfer forderte und von beiden Seiten mit Terror und Gegenterror geführt wurde. Aus russischen Militärkreisen verlautete, der Beschluss der politischen Führung könne dazu führen, dass etwa 20.000 Soldaten, Geheimdienstler und Angehörige von Sondereinheiten der Miliz, die in Tschetschenien bislang im Rahmen der „Anti-Terror-Aktion“ operierten, Schritt für Schritt abgezogen würden. Die 42. Motorisierte Schützendivision und die 46. Selbständige Brigade der Streitkräfte des Innenministeriums seien auf Dauer in Tschetschenien stationiert und würden in der Teilrepublik bleiben.In Tschetschenien ist allerdings nur scheinbar Frieden eingekehrt. Eher ist von einer Friedhofsruhe zu sprechen. Der dortige Aufstand wurde von den Russen in einem dermaßen brutalen Feldzug niedergergeschlagen, der Züge eines Völkermordes trägt.

1996, im zarten Alter von 25, erlebte ich im benachbarten Inguschetien, noch die Auswirkungen des ersten Tschetschenien-Krieges: https://ramonschack.wordpress.com/2009/02/13/mahagony-im-kaukasus-wo-liegt-eigentlich-inguschetien/

 

Der tschetschenische Präsident Ramzan Kadyrow , dessen Amtsvorgänger und Vater von einer Bombe zerfetzt wurde, hat eine gewisse Entspannung bewirkt.

Beobachter schließen aber nicht aus, schließlich ist der Mann Tschetschene geblieben, daß seine demonstrativen Lobhudeleien, gegenüber Putin, eines Tages in offene Feindschaft umschlagen könnten.

Falls Kadyrow eines Tages die Forderung nach einer Unabhängigkeit von Tschetschenien, dort Ischkeria genannt, wieder aufnehmen sollte, würden die Agenten des rusischen FSB seiner Karriere ein blutiges Ende bereiten.

Inzwischen hat Kadyrow seine eigene „Lupenreine Demokraitie“, wie es Ex-Kanzler Gerhard Schröder, bezüglich der dortigen politischen Verhältnisse- einmal auszudrücken pflegte, in Tschetschenien errichtet: Lesebefehl: http://www.faz.net/s/RubDDBDABB9457A437BAA85A49C26FB23A0/Doc~EAF72525FCCE54142804599A54E355DE5~ATpl~Ecommon~Scontent.html

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One Response to “Tschetschenien:“Nur noch der Präsident darf seine Meinung sagen“”

  1. Waschechter Berliner Says:

    Der ganze Kaukasus steht bald in Flammen. Die Russen haben die Lage nicht mehr unter Kontrolle.

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