@Ramon Schack

Der chinesische Einfluß in Afrika ist groß, sehr groß.

Die massive Präsenz der Volksrepublik dort besteht nicht nur auf dem Papier. Sie ist allumfassend von Algerien bis nach Namibia und soll, gemäß der außenpolitischen Doktrin Chinas, an die friedlichen, die harmonischen Entdeckungsreisen des Eunuchen-Admirals Zheng He anknüpfen. Der hatte im frühen 15. Jahrhundert mit einer Flotte riesiger Dschunken, die die Karavellen der Portugiesen jener Zeit übertrafen, den Indischen Ozean überquert und mit den  Völkern Afrikas einen für beide Seiten vorteilhaften Handel betrieben.

Auf drei verschiedenen Schienen dringt Peking offenbar nach Afrika und in andere Teile der Welt vor.Da sind die großen Projekte der Rohstoffbeschaffung, die von staatlichen Konzernen gelenkt werden. Daneben gibt es zahllose Initiativen des privaten chinesischen Kapitals. Ferner findet seit Jahren eine massive chinesische Migration nach Afrika statt, in Form von Handwerkern, Kaufleuten und Kleinunternehmern, die bei der einheimischen Bevölkerung, etwa in Senegal, als lästige Konkurrenten auf wachsende Ablehnung stoßen.

In Dakar erschien denn auch das Buch“Le Dragon et l´autruche/Der Drache und der Strauß“ , des senegalesischen Journalisten Adama Gaye. Im Auftrag der Süddeutschen Zeitung, habe ich Adame Gaye vor einigen Jahren interviewt. Lesebefehl: http://ramon-schack.de/uploads/gaye_interview_sz.pdf

 

 

Mit offenen Karten – Was will China in Afrika?

Zitat des Tages/Song des Tages

September 29, 2009

Schöne Worte sind nicht wahr, wahre Wort sind nicht schön“

Aus Japan

 

First Choice – The Player (Everybody Dance Mix)

                                                                                         

                       @Ramon Schack 

Die Verweigerung von Guido Westerwelle, einem BBC-Journalisten eine Frage auf englisch zu beantworten, hat der in Großbritannien immer noch latenten anti-deutsche Grundstimmung neuen Auftrieb gegeben. Zumindest in einigen Medien. Die Tageszeitung „Independent“  wertete Westerwelles Verhalten verschnupft als neues“teutonisches Selbstbewußtsein in internationalen Angelegenheiten„, offenbar  in völliger Verkennung der innenpolitischen Realitäten Deutschlands.

Westerwelle, der wahrscheinlich neue Außenminister, hatte auf einer Pressekonferenz den Wunsch eines BBC-Reporters abgelehnt, sich dessen Frage auf  englisch anzuhören und auch zu beantworten.  „So wie es in Großbritannien üblich ist, daß man dort selbstverständlich englisch spricht, so ist es in Deutschland üblich, daß man hier deutsch spricht.“Man könne sich gerne außerhalb der Pressekonferenz zum Teetrinken treffen und sich auf englisch unterhalten, „aber es ist Deutschland hier“, sagte der FDP-Vorsitzende.

Westerwelle spricht kein Englisch: „Es ist Deutschland hier“

Zitat des Tages

September 28, 2009

Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“

Albert Einstein

                      @Ramon Schack

Am 27. September 1998 saß  ich im Wohnzimmer eines Bekannten, im indischen Goa.

Der Ventilator an der Decke spendete angenehme Kühle, angesichts der tropischen Witterung.

Draußen- vor dem offenen Fenster- wehten die Kokospalmen sanft im Wind. Die Fischer zogen gerade ihre  Boote an Land, das Arabische Meer schimmerte türkisfarben in der prallen Sonne.

Goa India von Ihnen.

Wir schlürften Tee und schauten auf die verwackelten Bilder des Fernsehgerätes- Marke Vorsinflut.  Unser Gastgeber hatte auf meinen Wunsch BBC-World eingeschaltet. Auf dem Bildschirm erschienen die strahlenden Gesichter von Joschka Fischer, Oskar Lafontaine und Gerhard Schröder. Es war der Tag der Bundestagswahl, an dem die Ära Kohl beendet wurde, somit auch die Schwarz-Gelbe Regierungskoalition, welche seit 1983 an der Macht war. Es war eine historische Wahl, die 68er Generation übernahm jetzt das Ruder, verbunden mit viel Energie, Reformeifer und zahlreichen Zukunftsvisionen.  Die SPD erhielt an die 40 % Ich hatte schon vor meiner Indien-Reise  per Briefwahl abgestimmt. Damals votierte ich weder für Rot-Grün, noch für Schwarz-Gelb. Obwohl ich den damaligen Regierungswechsel eigentlich begrüßte, hegte ich  gegenüber Gerhard Schröder  schon eine gewisse Abneigung, die sich bis zum heutigen Tage eher verstärkt hat.: Lesen Sie dazu auch:  https://ramonschack.wordpress.com/2009/09/22/bundestagswahlkampfgerhard-schroder-ist-zuruck/

Als ich im Frühjahr 2003 nach Deutschland zurückkehrte, um in Berlin meine Zelte aufzuschlagen, erkannte ich die Bundesrepublik kaum wieder. Aus dem damals noch boomenden London kommend, in der britischen Hauptstadt herrschte Anfangs des Jahrtausends nahezu Vollbeschäftigung, erschienen mir die ökonomischen und sozialen Rahmenbedingungen in Deutschland rückständig und marode. Die Republik hatte sich nicht zum Positiven entwickelt, alle Statistiken bestätigten meine subjektiven Eindrücke. Von der Aufbruchsstimmung der Ära Schröder war nichts mehr zu spüren. Missmut und Stagnation, im Verbund mit schwindenden ökonomischen Perspektiven, bestimmten das Lebensgefühl. Meine Freunde und Bekannten, vorwiegend im linksliberalen politischen Milieu angesiedelt, schauten mich mit großen Augen kopfschüttelnd an, wenn ich ihnen meine politischen Analysen präsentierte.  

Den gestrigen Wahlabend verbrachte im beschaulichen Rixdorf, einem Ortsteil von Berlin-Neukölln, auf einer Wahlparty der örtlichen LINKEN, also der Partei die ich mit Sicherheit niemals wählen würde. Vor dem weißgetünchten neoklassizistischen Gebäude aus der Gründerzeit, waren unzählige blutrote Fahnen der Partei aufgebaut. Die Gäste spiegelten die Heterogenität der LINKEN wieder. An meinem Tisch saß eine einfache,  aber  vornehm tuende Familie. Kleinbürger, ehemalige Sozialdemokraten, die im Gespräch eine beeindruckende Naivität bezüglich ökonomischer Fragen offenbarten. Der Familienvater forderte immer wieder, der Staat müsse mehr Geld drucken, um soziale Ungerechtigkeiten  auszugleichen.  Der örtliche Spitzenkandidat, ein smarter Schönling in teuren Designer-Klamotten, wirkte etwas fremd, im Kreise seiner potentiellen Wähler, unter ihnen unzählige Alt-68er, Gewerkschaftstypen, Arbeiter mit einem proletarischen Milieu-Einschlag, und Studenten sozialwissenschaftlicher Disziplinen. Eher im Hintergrund hielten sich ältliche Damen und Herren, formal bis spießig gekleidet, aus dem benachbarten Ost-Bezirk Treptow- Köpenick, die man ohne große Mühe als SED-Altlasten identifizieren konnte. 

Zahlreiche, nicht unsympathische Jungwähler strömten kurz vor 18.00 Uhr in das Restaurant. Eine Dame eröffnete das Büffet, mahnte aber zur Bescheidenheit, da es aus Spenden finanziert wurde, deshalb auch gratis sei, und für alle reichen müsse. Es versteht sich von selbst, dass ich mich dieser Direktive nicht verpflichtet fühlte und die Parteikasse ordentlich belastete, in Form von reichlich gefüllten Tellern und Gläsern.

Nach der ersten Prognose, die von den anwesenden Gästen erwartungsgemäß mit Beifall begrüßt wurde, gönnte ich mir noch ein Glas Rotkäppchen Sekt und machte mich dann auf den Weg zu einer Verabredung. Als ich die Gaststätte verließ, schauten mir einige Parteimitglieder  unfreundlich hinterher.

Schwarz-Gelb ist zurück: http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/unions-fdp-mehrheit-auch-im-bundesrat;2462191

 Ich bin auch mit Oskar Lafontaine befreundet. Ich treffe ihn manchmal zusammen mit Peter Gauweiler. Was Lafontaine aber mit seiner Linkspartei so treibt, beurteile ich lieber nicht. Der Politiker, vor dem ich nach wie vor großen Respekt habe, ist Helmut Schmidt.“

Peter Scholl-Latour

 

                           @ Ramon Schack

Andreas Popp ist der Vize-Bundesvorsitzende der Piratenpartei. : Lesen Sie mein Interview mit Andreas Popp auf Fassette.com: http://www.fassette.com/piratenparteiinterview-mit-andreas-popp-dem-vize-bundesvorsitzenden-der-piratenpartei/

Zitat des Tages/Song des Tages

September 26, 2009

Fernsehen bildet. Immer, wenn der Fernseher an ist, gehe ich in ein anderes Zimmer und lese.“

Groucho Marx

 

Real Thing – Let’s Go Disco (The Stud)

 

                                       @Ramon Schack

Berlin Germany:MItte von Ihnen.

Berlin, am Freitag den 25.09.09, unmittelbar vor der Bundestagswahl. Der wahrscheinlich langweiligste Wahlkampf der letzten Jahrzehnte neigt sich dem Ende entgegen. 

Was umso erstaunlicher ist, denn unsere Zeit ist wahrlich keine langweilige Zeit.Eine chinesischer Fluch lautet“Ich wünsche Dir in interessanten Zeiten zu leben“ 

Allerdings wurden die brennenden Fragen unserer Epoche, sorgfältig aus dem Kampf der Parteien- um die Wählerstimmen- ferngehalten, höchstens einmal angeschnitten.  

Afghanistan sei hier zu nennen, die Staatsverschuldung, die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise, die Zukunft Deutschlands in der EU, etc. Ein deutscher General erklärte neulich vor laufender Kamera, wenn Deutschland nicht in Afghanistan verbleibe, dann komme Afghanstan zu uns. Er täte gut daran, einen Blick auf die Landkarte zu werfen. Was sich zur Stunde im Irak, im Nahen Osten, demnächst auf dem Balkan und übermorgen in Nordafrika abspielt, also quasi vor unserer Haustür, ist für Europa und Deutschland unendlich wichtiger als die Behauptung von isolierten Stützpunkten im hintersten Winkel Zentralasiens.  Nun reichen ein paar gescheiterte Sprenstoffanschläge auf   deutschem Boden, so wie einige Überfälle auf deutsche Soldaten am Hindukusch glücklicherweise nicht aus, um bei der breiten Bevölkerung Panik und Hysterie auszulösen.

Dem Terrorismus, der unweigerlich und unvermeidbar auf uns zukommt, begegnet man am besten  mit klarer Entschlossenheit und-soweit es geht-mit Gelassenheit.   Ob dies im Falle eines Anschlages in Deutschland gelingt, mit einer Bevölkerung die nun schon 64 Jahre keine kriegerische Auseinandersetzung mehr erlebt hat, bleibt höchst fraglich. Viel beunruhigender ist hingegen der Mangel an Kompetenz, der medienbezogene Konformismus, etc., welcher die parlamentarische Debatte in Berlin so realitätsfern erscheinen läßt.

Man könnte den Eindruck gewinnen,  die dramatischen Verschiebungen des globalen Machtgefüges, deren Zeugen wir sind, deren Folgen und Auswirkungen aber die wenigsten noch erfassen können, führen innerhalb der politischen Klasse, als auch bei den Wählern, zu einer gewissen Sprachlosigkeit. 

Amerika Du hast es besser? Im Vergleich zu dem vergangenen Präsidentschaftswahlkampf in den USA, wirkt der bevorstehende bundesdeutsche Urnengang, wie die Kommunahlwahl, in einem biederen Provinznest. Von einem Obama-Effekt weit und breit keine Spur. Allerdings versprühen die Spitzenkandidaten unserer noch-Volksparteien auch kein Charisma, oder halten Reden, die zu beigeisterten Emotionen führen.

Institutionen, Verbände und Parteien, hinken den gesellschaftlichen Realitäten gewaltig hinterher. Der Trend zur  Zersplitterung des Parteiensystems hält weiter an.  In dieser Entwicklung liegen wahrscheinlich mehr Risiken als Chancen begründet, gerade wenn man  die politischen Rahmenbedingungen in der Bundesrepublik zu Grunde legt:Verhältniswahlrecht und Förderalismus, im Verbund mit einer immer stärker- in nationalsstaatliche Kompetenzen-eingreifende EU. 

Bezieht man sich auf die Umfragen, wird sich nicht viel ändern. Die Union dürfte sich knapp behaupten. Die SPD sackt auf Mittzwanzigerwerte ab, Linke und Grüne legen dafür zu. Lediglich die FDP wird mit einem Rekordergebnis rechnen dürfen.Die Liberalen werden nicht nur drittstärkste Kraft werden, sondern könnten auch den Schlüssel zu einer politischen Veränderung in die Hände bekommen. Vielleicht täuschen sich aber auch die Demoskopen, es wäre nicht zum ersten Mal. Danach könnte dann, auf einen langweiligen Wahlkampf, eine spannende Regierungsbildung folgen.

Zitat des Tages

September 23, 2009

Wer so tut, als bringe er die Menschen zum Nachdenken, den lieben sie.Wer sie wirklich zum Nachdenken bringt, den hassen sie.“

Aldous Huxley