Afghanistan: Die Bundeswehr auf dem „Friedhof der Imperien“

September 6, 2009

                                             @Ramon Schack

 

Spätestens seit dem Jahr 2003 liegen in Berlin Berichte  des Bundesnachrichtendienstes vor, die vor einer fatalen Entwicklung in Afghanistan warnen.

Seitdem von der Bundeswehr angeforderten Luftangriff, auf einen Tanklastzug, welcher zahlreiche Menschenleben forderte, hat sich die dortige Sicherheitslage dramatisch verschärft.  http://www.nzz.ch/nachrichten/international/nato_geht_von_mindestens_125_toten_bei_kunduz_aus_1.3502340.html

Im Süden Afghanistans, dort wo Briten, Kanadier und Niederländer sich in ihren Festungen einbunkerten, mündete die zunehmende Agressivität der Taliban in einen jahrelangen Stellungskrieg. Nur durch den massiven Einsatz der US-Luftwaffe, sowie einem enormen Blutzoll unter der Zivilbevölkerung, wurden die Taliban mühsam in Schacht gehalten.

Im Norden Afghanistans, im deutschen Befehlsbereich, ist die Situation zwar relativ ruhig, stabil ist sie längst nicht mehr. Der Unterschied in dieser Region besteht darin, dass dort die iranischen Tadschiken leben,die gegen den überwiegend den Paschtunen angehörenden Taliban bis zum Eingreifen der Amerikaner 2001 Widerstand geleistet und sich in der Nordallianz dem Unternehmen Enduring Freedom angeschlossen haben.  

Inzwischen wurden diese kampferprobten Verbündeten des Westens aus den einflußreichen Postionen in der afghanischen Regierung verdrängt, die ihnen Präsident Karzai ursprünglich eingeräumt hatte, durch paschtunische Warlords, gekaufte Taliban-Elemente, skrupellose Drogen-Bosse, frühere Kommunisten und Emigranten. Lesebefehl: https://ramonschack.wordpress.com/2007/09/09/er-starb-2-tage-vor-911-achmed-shah-massoud-der-wahre-vater-afghanistans/

 

Angesichts dieser fragilen politischen und militärischen Rahmenbedingungen könnte es auch im Norden, dort wo die Bundeswehr stationiert ist, jederzeit zu einem gewaltigen Aufstand kommen.

 

In so einem Fall wäre die isolierte Bundeswehr-Garnision von Faizabad zur Kapitulation gezwungen, die in Kundus und Mazar-e-Shari stationierten Truppenteile wären dann zu einem verzweifelten Durchbruch in Richtung usbekische odr tadschikische Grenze gezwungen, zumal es im Bundesverteidigungsministerium nicht einmal einen Evakuierungsplan gibt, der einen solchen Namen auch verdient hätte.   

Die Taliban sind für den Westen unbesiegbar„, äußerte kürzlich der Kanadische Premierminister. Lesen Sie dazu auch…http://www.handelsblatt.com/politik/international/kanada-taliban-fuer-westen-unbesiegbar;2181936

Allerdings irrt der Premierminister mit seiner Einschätzung, „nur die afghanische Regierung könne das TalibanProblem lösen„.Das Gegenteil ist der Fall. Inzwischen sind die Taliban ja dabei, im benachbarten Pakistan(dem wahrscheinlich gefährlichsten Staat der Welt),sukzessive die Macht an sich zu reißen.

Dieses geschieht, während Pakistan immer noch als Verbündeter der USA betrachtet wird, obwohl jedermann weiß, dass sowohl Pakistan, als auch Saudi-Arabien, ein weiterer Verbündeter des Westens, die Taliban massiv unterstütz haben und immer noch unterstützen.

Afghanistan zu erobern ist einfach, es zu beherrschen ist unmöglich, diese alte Weisheit aus der Epoche Alexanders des Großen, ist auch noch heute noch von einer beklemmenden Aktualität.

Als „Friedhof der Imperien“ bezeichnet man Afghanistan seit diesen Tagen der Frühphase der Menschheit.Seltsamerweise hält die Londoner Regierung, die vor einiger Zeit dem Irak den Rücken gekehrt hat, an ihrem Engagement im Hindukusch fest, speziell in der Provinz Helmand.

Dabei müßten die Briten wissen, daß man keinen Krieg in Afghanistan  gewinnt.

Gewiß, das Desaster von 1842, als die aus Kabul ausbrechende Garnision Ihrer Majestät mitsamt Familien und Hilfskräften in den Schluchten des Hindukusch durch Stammesangehörige massakriert wurde, gehört einer anderen Epoche an. Aber wie heiß es doch so treffend.“Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht begreifen und die Zukunft nicht meistern  “ Das damalige Ereignis war immerhin so sensationell, daß Theodor Fontane  dem einzigen Überlebenden, einem Militärarzt, der bis Jalalabad gelangte, eine Ballade widmete:“Mit Dreizehntausend der Zug begann; einer kam heim aus Afghanistan“

Bei ihren Expeditionen dürften den Soldaten der Bundeswehr die Vielzahl der zerstörten sowjetischen  Tanks -im Norden Afghanistans- aufgefallen sein.

Dieses ausgebrannte Kriegsgerät, eines Imperiums, vor dem vor 20 Jahren die Welt noch erzitterte, beziehungsweise dessen Ideologie ein Fünftel der Menschheit-von Ost-Berlin-bis Pyönyang- beherrschte, ist dort wie eine historische Mahnung anzusehen.

Bitte den Link anklicken:http://www.youtube.com/watch?v=iHAuTKkeF7E&feature=related

Als eine Mahnung für das Scheitern von Supermächten, in der rauhen Gebirgslandschaft von Afghanistan .

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2 Responses to “Afghanistan: Die Bundeswehr auf dem „Friedhof der Imperien“”

  1. Friedrichshain Says:

    Und, was wäre die Lösung?

  2. Mike Seeger Says:

    Es gibt keine Lösung für das Problem. Leider.
    „Raus da. Abriegeln. Isolieren.“ funktioniert leider auch nicht (mehr). Es wird wohl auf eine unendliche Geschichte hinauslaufen, hoffentlich zukünftig ohne deutsche Beteiligung.

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