Afghanistan:Schicksalsstunden am Hindukusch/Mein Interview mit Peter Scholl-Latour

September 7, 2009

                                     @Ramon Schack

 

Immer wenn ich den öffentlichen Erklärungen- von Bundesverteidigungsminister Jung- lausche, speziell zum Themengebiet Afghanistan, habe ich den Eindruck, eine Nebelbombe sei explodiert. Mit immer weniger Erfolg, versucht dieser Politiker die wahren Zustände in Afghanistan zu verschleiern, die sich anbahnende Gefährdung zu verdrängen, die Fakten zu verdrehen.Lesebefehl:http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,647334,00.html

                                                     http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/angriff-saet-zwist-in-afghanistan-schutztruppe;2453682

 Rund 7 Jahre nach dem Beginn der sog. Operation „Enduring Freedom“, sind die Taliban noch immer nicht besiegt.

Das Gegenteil ist der Fall. Im benachbarten Pakistan, ein Staat der mehr Einwohner zählt als Russland, zudem auch noch über Atomwaffen verfügt, sind die Taliban dabei die Macht an sich zu reißen. In dem unzugänglichen Grenzgebiet,  in der Region Waziristan, verfügen diese Steinzeitislamisten über ein riesiges Rückzugsgebiet.

Selbst in Afghanistan gibt es keine NATO-Kontrolle über das ganze Land, weder im umkämpften Süden und Osten, noch im relativ ruhigen Norden, wo die Bundeswehr sich in ihren Schutzburgen eingegraben hat, von der trügerischen Hoffnung getragen, größere Verluste an Menschenleben und Material vermeiden zu können.

Nun reichen ein paar gescheiterte Sprenstoffanschläge auf   deutschem Boden, so wie einige Überfälle auf deutsche Soldaten am Hindukusch glücklicherweise nicht aus, um bei der breiten Bevölkerung Panik und Hysterie auszulösen.Dem Terrorismus, der unweigerlich und unvermeidbar auf uns zukommt, begegnet man am besten  mit klarer Entschlossenheit und-soweit es geht-mit Gelassenheit.

Viel beunruhigender ist hingegen der Mangel an Kompetenz, der medienbezogene Konformismus, etc., welcher die parlamentarische Debatte in Berlin so realitätsfern erscheinen läßt.

Wie äußerste sich doch der Bundesverteidigungsmister neulich, auf der Trauerfeier ,für die drei in Afghanistan gefallen Bundeswehrsoldaten? „Es gibt keinen Krieg in Afghanistan!“     Nun ja..ob dieser Politiker, in dessen Händen das Schicksal zahlreicher junger Bundesbürger liegt, schon einmal von dem Begriff „Asymmetrischer Krieg“ etwas gehört hat?  Man kann es nur hoffen!

In der westlichen Öffentlichkeit findet bezüglich Afghanistan  seit 2002 eine permanente Desinformation statt. Wer will denn schon zur Kenntnis nehmen, dass das abscheuliche Attentat von NINE ELEVEN nicht das Werk indoraischer afghanischer Freischärler, sondern saudi-arabischer Studenten war. Al Qaida ist keine afghanische , sondern eine saudische Organiation. Finanziert wird sie – so berichten US-Medien- zu einem wesentlichen Teil durch den Trust „DAR-el Maal el Islami“ des hoch angesehenen Prinzen Mohammed el Faisal und seinesgleichen. Vergessen wir auch nicht, daß Osama Bin Laden seine „Grüne Fremdenlegion einst in enger Kooperation mit dem CIA rekrutierte, um sie gegen die damalige sowjetische Okkupation Afghanistans einzusetzen. Sogar an der Aufstellung der Taliban-Horden des Mullar Omar waren amerikanische und pakistanische Geheimdienstler maßgeblich beteiligt. Viel zu spät entdeckten sie , daß sie sich  mit unheimlichen Gesellen eingelassen hatten:Lesen Sie dazu auch:  https://ramonschack.wordpress.com/2007/10/26/sleeping-with-the-devil-mit-dem-teufel-schlafensaudi-arabien-und-die-usa/

Die populistische Parole der Partei „Die Linke“, „Raus aus Afghanistan“, frei nach dem Motto-nach uns die Sinflut, ist sicherlich wenig hilfreich,  so wie gesammte Programatik dieser Bluff-Partei.

Viel eher sollte man auf Experten hören, die über die benötigte Sachkenntnis verfügen, wie beispielsweise Peter Scholl-Latour:

In diesem Zusammenhang verweise ich auf mein Interview mit Peter Scholl-Latour: Lesebefehlhttp://www.freitag.de/politik/0911-afghanistan-obama-taliban-verhandlungen

  

Anbei eine interessante Dokumentation-von Peter Scholl-Latour- aus dem Jahr 2002.

Kampf dem Terror – Kampf dem Islam (1/5)

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7 Responses to “Afghanistan:Schicksalsstunden am Hindukusch/Mein Interview mit Peter Scholl-Latour”

  1. Schmidt Says:

    Die einzigen Leute, die noch peinlicher sind als Franz Josef Jung, sind diejenigen, die ihm seine Lügengeschichten abgekauft haben.

    Wider besseren Wissens hat Jung versucht die Bundeswehr zu decken. Doch da das Vertuschen dieses Verbrechens selbst den hartgesottnen Amerikanern zuviel war, rudert Jung zurück.
    Zwar sind die Leute es gewohnt belogen zu werden, doch in diesem Fall wiegen die Lügen besonders schwer, weil es sich hier Menschenleben handelt. Auch ein Minister ist nicht befugt Mord und Totschlag zu legitimieren.
    Der für den Luftangriff verantwortliche Oberst muss auf jeden Fall verklagt und verurteilt werden. Das hätte Signalwirkung und solche „Missgeschicke“ würden drastisch zurückgehen.

  2. Waschechter Berliner Says:

    Daß der Winzer Jung als Verteidigungsminister hilflos iat, ist wohl wahr!
    Aber wenn man den Afghanistan-Einsatz kritisiert, hat dies überhaupt nichts mit Illoyalität mit den Soldaten der Bundeswehr zu tun, im Gegenteil!
    Die Soldaten können einem leid tun, weil sie von einer inkompetenten politische Führung in eine aussichtslose Auseinandersetzung hinaeingezogen wurde.
    Unsere Damen und Herren Politiker schwadronieren von der Ausbreitung von Freiheit und Menschenrechten – ds hört sich für mich reichlich ideologisch an, mit Verlaub wie eine Art Menschenrechtsimperialismus!
    Wir können fremden Kulturen nicht einfach unsere Art zu leben aufzwingen.
    Und die Auslandseinsätze, sei es im Kosovo, oder in Afghanistan haben kein einziges Mal dazu geführt, daß einer der besetzten Staaten demokratisch wurde.

  3. Sachichma Says:

    „Enduring Deasaster“

    Ein Kommandant der deutschen ISAF genehmigt einen Nachttransport. Er weiß das strategisch wichtige Wirtschaftsgüter in einem Krieg besonderen Sicherheitsbestimmungen unterliegen. Er weiß das der afghanische Widerstand (bitte nicht immer „Die Taliban“…) gezwungen ist unkonventionelle Mittel einsetzen muss um die technische Überlegenheit zu kompensieren. Als der Kommandant seinen Fehler erkennt ruft er die Luftunterstürzung von der hinreichend bekannt ist das sie für unzählige „kollaterale Schäden“ verantwortlich ist.

    Das ist alles geringer Schaden. Der wirkliche Schaden besteht in der Dummheit der Massenmedien Leute vor die Kamera zu zerren die behaupten die Kritik verschiedener Quellen aus Deutschland hätte eine bewusste Überreaktion durch die USA provoziert. Für so viel „Weitsicht“ und Intelligenz können nicht einmal die Taliban verantwortlich gemacht werden, – sie haben ganz automatisch eine Diskussion zwischen deutschen und amerikanischen Verantwortlichen ausgelöst. Bei den Kanadieren gab es vor mehr als 2 Jahren einen ähnlichen Zwischenfall, – darum ziehen die nächstes Jahr ab.

    Wenn der afghanische Widerstand wirklich die Tankwagen gegen die deutschen ISAF Truppen einsetzen wollte, wären sie damit cool in die Basis gefahren und hätten dort eine Explosion erreichen können. Angesichts dieser Situation bleibt nur der „rasche“ Abzug, ein Jahr, sonst kracht die NATO auseinander und überlässt, wie immer der bürokratisch-ineffizienten UNO das Schlamassel.

  4. Peter Tresnak Says:

    sehr geehrter herr schack,

    die linke vertritt die meinung von peter scholl-latour…scholl-latour sagt: „die bundeswehr muss raus aus afgahnistan. dieser krieg ist nicht zu gewinnen. ist herr scholl-latour nun ein populist?

  5. ramonschack Says:

    Sehr geehrter Herr Tresnak,

    PSL ist natürlich kein Populist. Ein Populist vertritt ja eine mehrheitsfähige Meinung, oftmals wieder besseren Wissens. Das kann man Herrn Scholl-Latour nun wirklich nicht vorwerfen.
    Ferner plädiert Scholl-Latour nicht für einen unmittelbaren, gar sofortigen Abzug. Die Forderungen der Linken hingegen, bezüglich Afghanistan, sind natürlich reiner Populismus und nicht realisierbar, so wie alle Konzepte dieser Bluff-Partei.

  6. Peter Tresnak Says:

    sehr geehrter herr schack,
    mittlerweile hat sich die linke ebenfalls dafür ausgesprochen „nicht sofort aus afgahnistan“ zu maschieren. im übrigen finde ich eine anti-kriegs-haltung durchaus lobenswert. wenn man alles als populismus abtut, was eine mehrzahl oder ein teil der bevölkerung denkt, aber diese meinung sonst parlamentarisch nicht repräsentiert wird, ist das eine herabstufung der menschen die gegen den afgahnistan-krieg, hartz 4 oder rente mit 67 tc. sind.

    mit freundlichen grüßen
    peter tresnak

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