Afghanistan:Washington Post-Die Bundeswehr eine „Hohlkopf-Truppe“

September 8, 2009

 

                                    @Ramon Schack

Undank ist der Welten Lohn„, an diese alte Volksweise fühlt man sich dieser Tage erinnert, wenn man die tendenziöse Berichtererstattung einiger US-Printmedien betrachtet, bezüglich des bedauerlichen Vorfalls in Afghanistan, dem Beschuss eines Tanklastzuges.

 

 

Nicht nur in den USA, auch innerhalb der NATO, in der die Europäer es ja fast nie geschafft haben einen eigenen Standpunkt zu formulieren, sondern sich den geopolitischen Strategien der USA unterordnen, hagelt es Kritik an der Bundeswehr. Bundeskanzlerin Merkel reagierte empört:

 

Lesebefehl:  http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/bundeswehr-bashing-der-nato-erzuernt-merkel;2454259  

Die Washington Post bezeichnete die Bundeswehr indirekt als eine „Hohlkopf-Truppe“ und machte die deutsche Armee schwerpunktmäßig für das Desaster verantwortlich. Diese Entgleisung sollte man sich in Berlin nicht bieten lassen, sondern endlich einmal mit der Faust auf den Tisch schlagen.

Die Kanzlerin hat jetzt die nötigen Konsequenzen zu ziehen. Es gibt ja nicht nur eine Feigheit vor dem Feind, sondern auch eine Feigheit vor dem Freund.  

 Bisher waren die militärischen Fehlentwicklungen der letzten Jahren, nicht nur in Afghanistan, von irgendwelchen ideologischen Spatzenhirnen in Washington entwickelt wurden.

 Im Gegensatz zu den amerikanischen Truppenkontigenten, waren die Bundeswehr-Soldaten  bisher recht beliebt bei der afghanischen Zivilbevölkerung, wenn auch mit rasant abnehmender Tendenz. Das massenhafte Töten von Zivilisten, bei der Bekämpfung der Taliban, geht ja bisher überwiegend auf das Konto der Amerikaner, um so erstaunlicher vernimmt man jetzt die schrillen Töne von jenseits des Atlantiks, welche sich über zivile Opfer erregen, als ob das nicht zur tragischen Logik jedes Krieges gehört.    

Durch die Anwesenheit der Bundeswehr in Afghanistan wird nicht Deutschland am Hindukusch verteidigt, sondern die Russische Förderation und deren Klienten. Das russische Militär beobachtet mit Genugtuung, wie das westliche Bündnis sich dort verfängt, so wie einst die „ruhmreiche Rote Armee“, zuvor die Truppen des Britischen Empire und davor die Heerscharen Alexander des Großen. Eine alte Weisheit kommt einem da in den Sinn“Afghanistan zu erobern ist einfach, es zu beherrschen unmöglich

In Moskau nimmt man diese“ Transatlantischen Verstimmungen“ mit großer Heiterkeit zur Kenntnis.

Ein Versacken der NATO in Afghanistan entspricht den objektiven Interessen Moskaus und Pekings. Diesbezüglich äußerte sich kürzlich ein enger Berater von Wladimir Putin, an die Adresse des Westens gerichtet:“You´ll have to eat your own shit!“

Auch in Teheran, zumindest bei der dortigen Regierung, ist die Freude groß. Immerhin kam es schon 1998 fast zu einem Krieg zwischen dem schiitischen Iran und dem sunnitisch-fundamentalistischen Taliban-Afghanistan, drei Jahre vor 9/11.

In diesem Zusammenhang erninere ich noch einmal an mein Interview mit dem ehemaligen CIA-Agenten Robert Baer , welches ich zu Beginn des Jahres in New York City geführt habe.Lesebefehl: http://www.handelsblatt.com/politik/international/iran-ist-eine-insel-der-stabilitaet;2125354

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One Response to “Afghanistan:Washington Post-Die Bundeswehr eine „Hohlkopf-Truppe“”

  1. Bundeswehr Says:

    Frau Merkel im Büßerhemd vor der Weltöffentlichkeit. Anstatt nur ein paar Mal daheim trotzig aufzustampfen, hätte ich von Frau Merkel und unserer Regierung erwartet, daß sie sich bei einem derart ungeheuerlichen Vorgang ins Flugzeug setzt und bei den Chefs unserer Bündnispartner vorstellig wird.
    Trotziges Aufstampfen daheim löst in Paris, London und Washington allenfalls Heiterkeitsattacken aus und macht die Deutschen in den Augen der westlichen Bündnispartner nur noch lächerlicher als sie uns ohnehin schon sehen.
    Wenn schon die Soldaten jeden Tag ihr Leben für diesen Staat riskieren, dann kann man im Gegenzug erwarten, daß die politische Führung wenigstens gegenüber den Bündnispartnern den Mund aufmacht und der Kampagne aus Häme und Schadenfreude energisch entgegentritt.
    Deutschland muß sich nicht auf Dauer zum Pausenclown Westeueropas machen lassen.
    In der Haut des Herrn Oberst, der überall mit Fotos und vollem Namen überall gezeigt wird, möchte ich jetzt nicht stecken. Inzwischen kennt man fast den Lebenslauf des Herrn Oberst.
    Jeder Polizist der nur Strafzettel schreibt wird da komischerweise in seiner Persönlichkeit besser geschützt.

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