Afghanistan:1,5 Millionen gefälschte Stimmzettel bei der Präsidentschaftswahl?

September 16, 2009

                                          @Ramon Schack

Kam es bei den Präsidentschaftswahlen in Afghanistan zu massiven Wahlfäschungen? Lesebefehl: http://www.handelsblatt.com/politik/international/afghanistan-1-5-millionen-stimmen-gefaelscht;2457341

Wenn ja, wie ließe sich dann das militärische Engagement der westlichen Truppen dort weiter rechtfertigen?

Schließlich wurde die Operation „ENDURING FREEDOM“, die ja nun schon länger andauert als der 2. Weltkrieg, durchgeführt,  um dort einen „Leuchtturm der Demokratie“ zu errichten, für stabile Verhältnisse und erträgliche Lebensbedingungen zu sorgen. Anscheinend ist bisher weder das eine- noch das andere- geschehen.   

Unabhängig davon, wie man die aktuelle Ausgangslage interpretieren möchte,  Hamid Karzai war niemals im Volk beliebt. Der wahre Vater Afghanistans ist und bleibt Ahmad Shah Massoud- auch nach seinem Tod.

Man muss Ahmad Schah Massoud zu den größten Führern der  Widerstandsbewegungen im 20. Jahrhundert zählen. Massoud bezwang seinen Gegner genau wie esMarschallTito, Ho Chi Min und Che Guevara taten. Massoud kontrollierte ein größeres Gebiet, das aus militärischer Sicht viel schwieriger zu halten und unter ständigem Beschuss durch den Feind war. Das Gebiet, das unter seiner Kontrolle war, wurde im Vergleich zu den Gebieten, die unter der Kontrolle der Widerstandsbewegung von Marschall Tito, Mao Tse Tung, Ho Chi Minh und Che Guevara standen, stärker durch den Feind angegriffen.“ (Robert D. Kaplan: The Soldiers of God. 1991)

Es war der 9. September 2001. Ein arabisches Fernsehteam hatte sich für ein TV-Interview angemeldet.

Die Kameras wurden aufgebaut, der Reporter nahm Platz. Shah Achmad Massoud betrat den Raum, mit seinen Begleitern, seinem Dolmetscher. Das Gespräch sollte in Arabisch aufgezeichnet werden.Massoud war Tadschike, seine Mutterpsprache damit ein indo-arisches Idiom, ein Dialekt des Persischen. Das Interview begann. Die in der Kamera installierte Bombe explodierte, zerfetzte den charismatischen Führer der Nordallianz, der letzten tapferen Ritter gegen die  Fürsten der Dunkelheit, die Taliban.Der Raum füllte sich mit Blut, Köperteile flogen umher. Das “TV-Team” wurde von Osama Bin Laden geschickt, die “Journalisten” waren Agenten der Al-Kaida. Bin Laden ließ seinen gefährlichsten Gegner beseitigen, den charismatischen und von den Afghanen geschätzten Führer. Es geschah am 09.September 2001, zwei Tage vor dem 11. ,des gleichen Monats , des gleichen Jahres, in diesem Jahr der Zeitenwende mit- bis heute- ungeahntem Ausgang. 

Massoud wurde von den Afghanen geliebt. Noch heute ziert sein  Poträt, mit den prägnanten indoarischen Gesichtszügen, viele Wohnzimmer in Afghanistan und in der weltweiten Diaspora dieses leidgeprüften Volkes, dessen Martyrium kein Ende zu nehmen scheint.

Massouds Ermordung fand nur einen geringen Widerhall in den Agenturmeldungen der Welt. Im Westen war das Zeitalter der Spaßgesellschaft angebrochen. Alles lief doch so dufte, Afghanistan? Who the fuck ist Massoud? Es war Bin Ladens Generalprobe für die-2 Tage später- erfolgende Terroraktion. Die Welt des Westens wurde brutal aus ihrem Videoclip-Dauerschlaf gerissen.

Noch im April des selben Jahres warnte Massoud, bei einem Besuch des Europaparlamentes, seine Gesprächspartner vor Osama Bin Laden, bzw . dessen Terrorplanungen. Er fand nur wenig Gehör.

Nur wenige Monate später, begann die Invasion Afghanistans. Mit Hilfe der Nordallianz wurden die Taliban vorläufig besiegt. Die Kämpfer der Nordallianz ließen unter den gefangenen Taliban, den verhassten Paschtunen, unter den Augen der Amerikaner , ein furchtbares Blutbad anrichten.

Nein Massoud war kein “Demokrat” westlichen Typus”, er hätte auch keinen “Christopher Street Day” in Kabul veranlasst.Er war ein Krieger, aus dem rauhen Hochland Nordafghanistans, der schon gegen die Sowjetimperialisten ankämpfte, später dann gegen die aus Saudi-Arabien, diesem nach George W. Bush´s Meinung moderaten arabischen Staat, importierte Lehre des Wahabitismus.Wie eine Pestillenz, es ist überall so wo die Saudis ihre  Finger, ihre  Petrodollar, in Bewegung setzen, wurden Steinzeitlehren propagiert, ein menschenverachtender islamischer Fundamentalismus breitete sich aus. Die afghanische Kultur wurde geopfert, Budha-Staturn gesprengt, Musik verboten, Frauen unter die Burka gezwängt.Nach der Befreiung von Kabul installierten die Amerikaner und ihre Verbündeten ein Marionetten-Regime unter Führung des Parfüm-Playboys Karzai.Eines Präsidenten, dessen Autorität inzwischen bis zu den Toren seines streng bewachten Palastes reicht.Karzei gehört zum Volk der Paschthunen, die Völker Nordafghanistans, vor allem die Tadschiken der Nordallianz, gingen leer aus.

Im Falle eines Abzuges der Allierten, sollte er den Fehler machen nicht zu fliehen, würde man Karzais Körper ebenso durch die Straßen von Kabul schleifen und zu einem blutigen Klumpen Fleisch verwandeln, wie es bei Nadschibulla, dem kommunistischen Stadthalters Moskaus, der Fall war.

Vor 30 Jahren, mit dem Einmarsch der Roten Armee, begann der Krieg in Afghanistan, welcher bis heute andauert.

Anbei der vierte Teil der sehenswerten fünfteiligen TV-Doku: 

Der Kalte Krieg P.4- Mudshaheddin Afghanistan- 1975 bis 1988

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