Bundestagswahlkampf:Gerhard Schröder ist zurück

September 22, 2009

 

                         @Ramon Schack

Gerhard Schröder bin ich nur einmal begegnet, vor vielen Jahren.Schröder war damals noch nicht Bundeskanzler, sondern Ministerpräsident von Niedersachsen.

Ich hatte in jenem Jahr einen interessanten Studentenjob beim NDR in Hamburg, in der Sendung DAS. Eine der Moderatorinnen dieser Live-Sendung war übrigens Eva Herman. Lesen Sie dazu auch:  https://ramonschack.wordpress.com/2007/10/10/eine-schabige-schmierekomodie-mein-jahr-mit-eva-herman/

Ich hatte an diesem Tag die Aufgabe Gerhard Schröder im Studio zu begrüßen und in die Maske zu begleiten. Er strahlte große Energie aus, eine innere biologische Kraft, eine unermüdliche, rastlose Triebkraft. Durschnittliche Menschen scharen sich um solche Gestalten,weil ihnen diese die beruhigende Gewißheit verleihen, sie würden “ es schon schaukeln!“ Er wird es  für uns  und, was mindestens ebenso wichtig ist, an unserer Stelle  schaukeln.

Schröder ist gut gebaut, trotz eher unterdurchschnittlicher Körpergröße, elegant(ein diskretes, doch sichtbares Make-up), mt den Bewegungen eines selbstsicheren Menschen, der den sozialen Aufstieg geschafft hat.

Er war nur für eines zugänglich:Für die Bitten, Zurufe und Anweisungen der Kameraleute vom Fernsehen, ein richtiger Bühnenmensch, ein Schauspieler. Auf ihren Befehl stellte er sich seitlich hin, dann wieder en face, einmal sah er ernst drein, dann nachdenklich und schließlich lächelte er,genau so, wie ihn die knipsende und drängende Meute in ihren Objektiven sehen wollte. Ein ideales, williges und telegenes Objekt.Er schien sogar enttäuscht zu sein, als die Scheinwerfer und Blitzlicher erloschen, nach Sendeschluß, die  Kameraleute sich eilig davonmachten.

Wenig später tauchte Gerhard Schröder in der Kantine auf, in Begleitung von einigen NDR- Redakteuren. Ich saß nur einige Sitzplätze von ihm entfernt.Schröder bestellte Orangensaft, er trank das Glas in einem Zug leer, und dann noch ein Glas und noch eines. Er saß müde, mit gesenktemKopf da und beteilige sich missmutig an der Konversation. Plötzlich wirkte er nicht mehr energetisch und dynamisch, sondern müde und ausgelaugt. Gerhard Schröder, vor und hinter der Kamera, das waren zwei verschiedene Menschen: der eine war fröhlich, freundlich, lebhaft, mit einer kräftigen Stimme, der andere schwerfällig, launisch, mit einem erloschenem Gesicht.

Gerhard Schröder ist zurück .Er unterstützt die SPD im Bundestagswahlkampf: Lesebefehl: http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/kehlig-kernig-knackig-schroeder;2459416

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5 Responses to “Bundestagswahlkampf:Gerhard Schröder ist zurück”

  1. Mike Seeger Says:

    Es war schon fast peinlich zu sehen, wie sich Steinmeier während des „Fersehduetts“ mit Merkel bemühte, den Schröder zu imitieren. „Wissen Sie …“ eine typische Schröder-Flosel am Anfang jedes dritten Satzes, und ein gezwungenes Lächeln am Ende des Gesagten. Trotzdem nicht zu vergleichen mit dem Schauspieler Schröder.

  2. ramonschack Says:

    Stimmt. Immer wenn ich Stenmeier reden höre, dabei die Augen schließe, klingt er genau wie Schröder..


  3. […] Wir schlürften Tee und schauten auf die verwackelten Bilder des Fernsehgerätes- Marke Vorsinflut.  Unser Gastgeber hatte auf meinen Wunsch BBC-World eingeschaltet. Auf dem Bildschirm erschienen die strahlenden Gesichter von Joschka Fischer, Oskar Lafontaine und Gerhard Schröder. Es war der Tag der Bundestagswahl, an dem die Ära Kohl beendet wurde, somit auch die Schwarz-Gelbe Regierungskoalition, welche seit 1983 an der Macht war. Es war eine historische Wahl, die 68er Generation übernahm jetzt das Ruder, verbunden mit viel Energie, Reformeifer und zahlreichen Zukunftsvisionen.  Die SPD erhielt an die 40 % Ich hatte schon vor meiner Indien-Reise  per Briefwahl abgestimmt. Damals votierte ich weder für Rot-Grün, noch für Schwarz-Gelb. Obwohl ich den damaligen Regierungswechsel eigentlich begrüßte, hegte ich  gegenüber Gerhard Schröder  schon eine gewisse Abneigung, die sich bis zum heutigen Tage eher verstärkt hat.: Lesen Sie dazu auch:  https://ramonschack.wordpress.com/2009/09/22/bundestagswahlkampfgerhard-schroder-ist-zuruck/ […]


  4. […] Wir schlürften Tee und schauten auf die verwackelten Bilder des Fernsehgerätes- Marke Vorsinflut.  Unser Gastgeber hatte auf meinen Wunsch BBC-World eingeschaltet. Auf dem Bildschirm erschienen die strahlenden Gesichter von Joschka Fischer, Oskar Lafontaine und Gerhard Schröder. Es war der Tag der Bundestagswahl, an dem die Ära Kohl beendet wurde, somit auch die Schwarz-Gelbe Regierungskoalition, welche seit 1983 an der Macht war. Es war eine historische Wahl, die 68er Generation übernahm jetzt das Ruder, verbunden mit viel Energie, Reformeifer und zahlreichen Zukunftsvisionen.  Die SPD erhielt an die 40 % Ich hatte schon vor meiner Indien-Reise  per Briefwahl abgestimmt. Damals votierte ich weder für Rot-Grün, noch für Schwarz-Gelb. Obwohl ich den damaligen Regierungswechsel eigentlich begrüßte, hegte ich  gegenüber Gerhard Schröder  schon eine gewisse Abneigung, die sich bis zum heutigen Tage eher verstärkt hat.: Lesen Sie dazu auch:  https://ramonschack.wordpress.com/2009/09/22/bundestagswahlkampfgerhard-schroder-ist-zuruck/ […]

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