Afghanistan: Der westliche Wahn vom Stimmzettelfetischismus

November 2, 2009

                                                   @Ramon Schack

Rund 7 Jahre nach dem Beginn der Operation Enduring Freedom ist Afghanistan weder sicherer noch demokratischer geworden.

Im Gegenteil: Die ISAF-Truppe befindet sich in einem dramatischen Abnutzungskampf gegen die Taliban, das benachbarte Pakistan, der gefährlichste Staat der Welt, wurde in den Konflikt mit hineingezogen.

Auch von der Errichtung eines „Leuchtturmes der Demokratie“, von dem neokonservative Spatzenhirne einst faselten, ist keine Rede mehr, nachdem der Traumkandidat des Westens -Präsident Hamid Karzai-, mit den Vorwürfen einer massiven Wahlfälschung konfrontiert wurde.  Lesen Sie dazu auch: http://www.handelsblatt.com/politik/international/stichwahl-in-afghanistan-abdullah-zieht-sich-zurueck;2476696

Schon der von massiven Wahlfälschungen überschattete erste Durchgang der afghanischen Präsidentenwahl vom 20. August war, gemessen an den Erwartungen nicht allein der Optimisten, ein Fehlschlag gewesen; doch die für den 7. November angesetzte Stichwahl droht, falls sie überhaupt noch stattfinden sollte, endgültig zur Farce zu werden: Präsident Hamid Karzais Gegenkandidat, der ehemalige Außenminister Abdullah Abdullah, will nämlich gar nicht antreten. Abdullah misstraut – wahrscheinlich zu Recht – der Wahlkommission und dem Ablauf der vorgesehenen Abstimmung. Aber was wäre von einer Stichwahl mit nur einem Kandidaten zu halten?

Präsident Karzais ohnehin nicht besonders hohes Ansehen hat seit dem ersten Wahlgang noch mehr gelitten als zuvor. Und Afghanistan schien seither politisch wie gelähmt. Nun sieht es so aus, als werde Karzai endgültig demontiert – ob die Stichwahl, wie seine Leute bekräftigen, abgehalten werden wird oder nicht. Gelitten hat freilich auch das Ansehen der Weltgemeinschaft in Gestalt der Vereinten Nationen, die in demokratischen, wenigstens einigermaßen fairen Präsidentenwahlen einen wichtigen Schritt zur Stabilisierung des Landes am Hindukusch gesehen hatten, alsbald aber erkennen mussten, dass diese Wahlen weder demokratisch noch fair gewesen sind, sondern in wesentlichen Teilen manipuliert. So schmeißt man westliche Werte wie Perlen vor die Säue.

Unterdessen kommt es zu einer dramatischen Zuspitzung des Konfliktes in „Afpak“, so nennt man den Komplex Afghanistan/Pakistan. Die Ereignisse dort versetzten  die Weltöffentliochkeit mehr und mehr in Unruhe. Schließlich handelt es sich bei Pakistan um eine Atommacht, die mehr Einwohner zählt als Russland. Der Export des Stimmzettelfetischismus, als angebliche Wunderwaffe zur Stabilisierung der Region, hat sich als gefährliche Illusion erwiesen.  

Das Schicksal von Hamid Karzai ist unmittelbar mit dem Verbleib westlicher Truppen in Afghanistan verknüpft. 

Im Falle eines Abzuges der Allierten, sollte er den Fehler machen nicht zu fliehen, würde man Karzais Körper ebenso durch die Straßen von Kabul schleifen und zu einem blutigen Klumpen Fleisch verwandeln, wie es bei Nadschibulla, dem kommunistischen Stadthalters Moskaus, der Fall war.

Der wahre Vater Afghanistans, zumindest der Völker im Norden dieses zentralasiatischen Landes, ist und bleibt Ahmad Shah Massud. Er wurde 2 Tage vor 9/11 ermordet.  Lesen Sie dazu auch: https://ramonschack.wordpress.com/2007/09/09/er-starb-2-tage-vor-911-achmed-shah-massoud-der-wahre-vater-afghanistans/

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One Response to “Afghanistan: Der westliche Wahn vom Stimmzettelfetischismus”

  1. Horst Says:

    Alleine die Überlegung, dass der Westen Karzai Bedingungen stellen muss, ist eine Schande! Eine Schande deshalb, weil jedes weitere Verhandeln mit diesem illegal an der Macht stehenden „Demokraten“ alle auf dieselbe Stufe stellt!

    Raus aus Afgahnistan!!!!

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