Afghanistan:Briten wollen Taliban an Macht beteiligen

November 10, 2009

                                          @Ramon Schack

Den „Friedhof der Imperien“ nennt man Afghanistan schon seit den Tagen Alexanders des Großen. Afghanistan zu erobern ist leicht, es zu beherrschen ist unmöglich.

Diese Weisheit hat der Westen seit 2002 konsequent ignoriert.

Seltsamerweise hält die Londoner Regierung, die im Begriff steht den Irak den Rücken zu kehren, an ihrem Engagement im Hindukusch fest, speziell in der Provinz Helmand.

Dabei müssten die Briten wissen, dass man keinen Krieg in Afghanistan  gewinnt.

Gewiss, das Desaster von 1842, als die aus Kabul ausbrechende Garnision Ihrer Majestät mitsamt Familien und Hilfskräften in den Schluchten des Hindukusch durch Stammesangehörige massakriert wurde, gehört einer anderen Epoche an. Aber wie heiß es doch so treffend.“Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht begreifen und die Zukunft nicht meistern  “ 

 Das damalige Ereignis war immerhin so sensationell, dass Theodor Fontane  dem einzigen Überlebenden, einem Militärarzt, der bis Jalalabad gelangte, eine Ballade widmete:“Mit Dreizehntausend der Zug begann; einer kam heim aus Afghanistan“

Bei ihren Expeditionen dürften den Soldaten der ISAF-Truppen die Vielzahl der zerstörten sowjetischen  Tanks -im Norden Afghanistans- aufgefallen sein. Es sind die ausgebrannten Überreste  der Militärmaschinerie der Roten Armee, die sich 1989 aus Afghanistan-nach einem 10 jährigen blutigen Feldzug-zurückziehen musste. 2 Jahre später kam es dann ja zum Einsturz des Sowjetimperiums selbst. Den muslimischen Völkern- der untergehenden Sowjetunion- ist diese Höllenfahrt ihrer atheistisch-marxistischen Kolonialherren  wahrscheinlich wie ein Gottesgericht vorgekommen. Schließlich war dieser Rückzug der Roten Armee aus Afghanistan ja begleitet von einer spektakulären Hinwendung -der zentralasiatischen, turanischen und kaukasischen Ethnien  der UDSSR- zum Islam, trotz jahrzehntelanger bolschewistischer Indoktrination und Unterdrückung. 

 7 Jahre nach dem Beginn der Operation „Enduring Freedom“, ist in Afghanistan weder Frieden noch Freiheit eingekehrt. Auch ein „Leuchtturm der Demokratie“ ist nicht entstanden. Dafür sieht sich der amtierende Marionetten-Präsident Karzai mit dem Vorwurf einer gigantischen Wahlfälschung konfrontiert. So schmeißt man westliche Werte wie Perlen vor die Säue. Dafür ist die Atommacht Pakistan, der „gefährlichste Staat der Welt“, jetzt direkt in den Konflikt involviert.

 Zu Beginn dieses Jahres, regte US-Präsident Obama an, mit sog. moderaten Taliban Verhandlungen aufzunehmen.

 Lesen Sie dazu auch mein damaliges Interview mit Peter Scholl-Latourhttp://www.freitag.de/politik/0911-afghanistan-obama-taliban-verhandlungen

 Gemessen an seinen damaligen Worten hat Obama bisher völlig versagt. 

 Dafür haben die Briten jetzt diesen Vorschlag wieder aufgenommen: Lesebefehl:http://www.ftd.de/politik/international/:afghanistan-briten-wollen-taliban-an-macht-beteiligen/50035036.html

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s