Die Linke in der Lafontaine-Falle

November 18, 2009

                                                           @Ramon Schack

Mit dem Rückzug von der Linken-Fraktionsspitze im Bundestag hatte Lafontaine in Berlin und Saarbrücken Anfang Oktober für einen politischen Paukenschlag gesorgt.

Rund Zehn Jahre nach seinem plötzlichen Rücktritt als SPD-Chef und Finanzminister überraschte er auch die Linkspartei mit dem Verzicht auf eine erneute Kandidatur. Sein bisheriger Co-Fraktionschef Gregor Gysi wurde zum alleinigen Vorsitzenden gewählt.

Mit Lafontaine und Gysi als Spitzenkandidaten hatte die Linke bei der Bundestagswahl Ende September mit 11,9 Prozent ein Rekordergebnis eingefahren.

Wie nun bekannt wurde, muss sich Lafontaine wegen einer Krebserkrankung zumindest vorübergehend aus der Politik zurückziehen. Er wird sich nach eigenen Angaben an diesem Donnerstag einer seit längerem geplanten Operation unterziehen.

Diese Nachricht sorgte für Unruhe innerhalb der Partei, die neben ihren Gallionsfiguren Lafontaine und Gysi über eine dünne Personaldecke verfügt.

 Gerade im Westen wären die chaotischen, oftmals von ultralinken Elementen unterwanderten, Landesverbände ohne Lafontaine zum Untergang verurteilt.

 Während die Südwest-Linke erklärte, Lafontaine sei derzeit „unverzichtbar“ für die Linke, waren aus Thüringen andere Töne zu hören. So äußerte  der Thüringer Linken-Fraktionsvorsitzenden Bodo Ramelow seine Partei muss sich gezielt auf die Zeit nach Oskar Lafontaine vorbereiten, unabhängig von der Krebserkrankung des Parteichefs.

„Es muss sowieso ohne Lafontaine gehen. Das hat nichts mit seiner Krebsoperation zu tun“, sagte Ramelow der „Leipziger Volkszeitung“ vom. „Bei einem Lebensalter von 66 Richtung 67 bei Lafontaine muss man sich als Partei auf den Wechsel vorbereiten.“

Sachlich war diese Aussage zweifellos richtig, doch der Zeitpunkt der Äußerung ließ erahnen, wie tief das Zerwürfnis zwischen Ramelow und der Parteiführung sein muss, nachdem dieser versucht hatte, in Thüringen um fast jeden Preis eine Regierungsbeteiligung zu erzielen.
Die Linke in der Lafontaine-Falle:
Lesebefehl:http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/fuehrungsdebatte-linke-in-der-lafontaine-falle;2485949;0
Advertisements

2 Responses to “Die Linke in der Lafontaine-Falle”

  1. EWA Says:

    Das ist typisch linke Solidarität vom Feinsten. Können ihn die eigenen Leute nicht einmal in diesem Moment einfach in Ruhe lassen? Muss den jedes aus dem Privatleben breit getrascht werden? Was ist das für eine Unkultur, die diese Linke uns permanent zumutet?

  2. Querdenker Says:

    Diesem Mann bleibt auch nichts erspart. Sollte er den Befund über seine Krankheit schon seit Jahresbeginn kennen, dann kann man nur sagen, Respekt Oskar, für die Ernsthaftigkeit, mit dem Du Dich um öffentliche Anliegen ohne Rücksicht auf Deine Gesundheit gekümmert hast. Deshalb, gute Besserung lieber Oskar Lafontaine

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s