Afghanistan:Ex-Verteidigungsminister Jung mit dem Rücken zur Wand

November 26, 2009

                                         @Ramon Schack 

Spätestens seit dem Jahr 2003 liegen in Berlin Berichte  des Bundesnachrichtendienstes vor, die vor einer fatalen Entwicklung in Afghanistan warnen.

Seitdem von der Bundeswehr angeforderten Luftangriff, auf einen Tanklastzug, welcher im September zahlreiche Menschenleben forderte, hat sich die dortige Sicherheitslage dramatisch verschärft.  http://www.nzz.ch/nachrichten/international/nato_geht_von_mindestens_125_toten_bei_kunduz_aus_1.3502340.html

Im Süden Afghanistans, dort wo Briten, Kanadier und Niederländer sich in ihren Festungen einbunkerten, mündete die zunehmende Agressivität der Taliban in einen jahrelangen Stellungskrieg. Nur durch den massiven Einsatz der US-Luftwaffe, sowie einem enormen Blutzoll unter der Zivilbevölkerung, wurden die Taliban mühsam in Schacht gehalten.

Im Norden Afghanistans, im deutschen Befehlsbereich, ist die Situation zwar relativ ruhig, stabil ist sie längst nicht mehr.

 Der Unterschied in dieser Region besteht darin, dass dort die iranischen Tadschiken leben,die gegen den überwiegend den Paschtunen angehörenden Taliban bis zum Eingreifen der Amerikaner 2001 Widerstand geleistet und sich in der Nordallianz dem Unternehmen Enduring Freedom angeschlossen haben.  

Inzwischen wurden diese kampferprobten Verbündeten des Westens aus den einflußreichen Postionen in der afghanischen Regierung verdrängt, die ihnen Präsident Karzai ursprünglich eingeräumt hatte, durch paschtunische Warlords, gekaufte Taliban-Elemente, skrupellose Drogen-Bosse, frühere Kommunisten und Emigranten. Lesebefehl: https://ramonschack.wordpress.com/2007/09/09/er-starb-2-tage-vor-911-achmed-shah-massoud-der-wahre-vater-afghanistans/

Angesichts dieser fragilen politischen und militärischen Rahmenbedingungen könnte es auch im Norden, dort wo die Bundeswehr stationiert ist, jederzeit zu einem gewaltigen Aufstand kommen.

In so einem Fall wäre die isolierte Bundeswehr-Garnision von Faizabad zur Kapitulation gezwungen, die in Kundus und Mazar-e-Shari stationierten Truppenteile wären dann zu einem verzweifelten Durchbruch in Richtung usbekische oder tadschikische Grenze gezwungen, zumal es im Bundesverteidigungsministerium nicht einmal einen Evakuierungsplan gibt, der einen solchen Namen auch verdient hätte.   

Der ehemalige Verteidigungsminister Franz Josef Jung, der von Angela Merkel auf das Amt des Arbeitsministers abgeschoben wurde, steht inzwischen mit dem Rücken zur Wand. Dieser Totalversager soll nach dem erwähnten Luftangriff auf Tanklaster bei Kunduz Informationen zurückgehalten haben .

 Lesebefehl:

http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/vertuschungsskandal-fdp-legt-minister-jung-den-ruecktritt-nahe;2489987

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,663575,00.html

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One Response to “Afghanistan:Ex-Verteidigungsminister Jung mit dem Rücken zur Wand”

  1. Jörg Says:

    Ein Verteidigungsminister, der in einem derart brisanten Fall „von nix gewusst“ hat, ist meiner Meinung nach entweder inkompetent oder ein Lügner. Auf jeden Fall ist es eine Frage des politischen und gesellschaftlichen Anstandes. Herr Jung muss zurücktreten, seine Flucht in ein anderes Ministerium darf da nicht helfen. Glaubwürdigkeit basiert auf Taten, nicht auf Gelaber

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